Die Förderanlage kommt ganz ohne SPS aus, die dezentrale Antriebstechnik übernimmt das Denken.

Die Förderanlage kommt ganz ohne SPS aus, die dezentrale Antriebstechnik übernimmt das Denken.MSF Vathauer

Im Zuge einer Erweiterung des Warenlagers hat eine flexiblere und zuverlässigere Lösung das bis dato im Lager von Abus eingesetzte System zur Steuerung der Lagerautomatik ersetzt. Die Entscheidung fiel dabei auf die Installation eines Fördersystems der Firma Blume Förderanlagen mit dezentraler Antriebstechnik von MSF-Vathauer. Die konkrete Aufgabenstellung war, die Paletten mit Fertigprodukten  in einem Tunnel, der zwei Logistikgebäude miteinander verbindet, vollautomatisch in einem Einzelplatz-Förderer zu puffern und je nach Bedarf automatisch weiter zu transportieren.

Die Lösung: Die installierte Förderanlage ist aus Standardkomponenten des Palettenfördertechnik-Baukastens von Blume aufgebaut, die an die spezifischen Kundenanforderungen angepasst wurden. Die gesamte Förderanlage besteht aus Rollenförderern mit Einzelantrieben. Die direkt am Motorstarter angeschlossenen Standard-Sensoren detektieren das zu transportierenden Fördergut und geben dieses Signal an die entsprechenden Antriebe weiter. Diese steuern den Förderer selbstständig an. Das dezentrale Antriebssystem Mono-Switch Field Power Even Thinking kommt aufgrund seiner internen Steuerungslogik – der Even-Thinking-Technik – ohne eine übergeordnete Anlagensteuerung aus. Durch die interne Steuerungslogik reagiert das System flexibel auf sich ändernde Förder- und Produktionsprozesse und flexibilisiert den Produktionsprozess. So ist eine bedarfsgerechte Steuerung von Produkten und Gütern möglich. In einer verketteten Förderanlage wird, sobald das Fördergut an seinem Bestimmungsort angekommen ist, eine Empfangsbestätigung gemeldet, sodass das vorherige Förderelement weiß, dass das Fördergut am Bestimmungsort angelangt ist und ein neues Fördergut schicken kann.

Durch die interne Steuerungslogik reagiert das Motormanagement flexibel auf sich ändernde Förder- und Produktionsprozesse und flexibilisiert so den Produktionsprozess.

Durch die interne Steuerungslogik reagiert das Motormanagement flexibel auf sich ändernde Förder- und Produktionsprozesse und flexibilisiert so den Produktionsprozess.MSF Vathauer

Schnell anpassen mit weniger Komponenten

Sollte sich der Produktions- oder Logistikfluss ändern, lässt sich das Motormanagement einfach und schnell dem neuen Produktions- und Förderprozess anpassen, indem weitere Antriebseinheiten in dem Energie- und Kommunikationsstrang hinzugefügt oder herausgenommen werden – einfach per Plug and Play. Hierbei werden die neu hinzugefügten Antriebseinheiten automatisch von den bereits installierten Antriebsknoten erkannt und automatisch in den neuen Förderprozess eingebunden. Die direkt in den Förderanlagen integrierten Motorstarter übernehmen die komplette Steuerung, lediglich für die Einspeisung und Absicherung der Netzspannung ist ein Mini-Schaltschrank notwendig. Die verwendeten Sensoren werden ebenfalls mit Standardleitungen direkt am Motorstarter angeschlossen.

Die Vorteile der Lösung: Durch den Einsatz von Standardkomponenten und die eingesparte Steuerung sind die Kosten niedriger. Die einfache Montage der Energieverteilung sowie die effiziente Integration aller Motoranschaltungen und Sensoren verkürzen die Installationszeiten um bis zu 50 %. Das sorgt für kurze Projektlaufzeit, schnelle Implementierung für den Anlagenhersteller, hohe und sichere Anlagenverfügbarkeit für den Endkunden sowie nutzerfreundliche Wartung und Erweiterbarkeit durch Modularisierung und Standardisierung.

Auszeichnung für MSF Vathauer

Mono-Switch Field Power Even Thinking erhält Preis

MSF-Vathauer Antriebstechnik hat für seine Motorsteuereinheit Mono-Switch Fieldpower Even Thinking den OWL-Innovationspreis Marktvisionen 2013 erhalten. 65 Unternehmen hatten sich mit 73 Produkten, Dienstleistungen und Prozessen für den Wirtschaftspreis beworben, den das Regionalmarketing Ostwestfalen-Lippe in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgelobt hatte. Ein Grund für die Preisverleihung war, dass das Unternehmen mit seinemAntriebs­system die Fabrik der Zukunft unterstützt, die sich selbst organisiert.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Energiebussystem Field Power. Durch das modulare Energiebussystem sowie die auf die Field Power-Box aufsteckbaren Motorstarter steht ein frei kombinierbarer Systembaukasten für Verbindungs- und Antriebstechnik zur Verfügung. Die Energieverteilung wird motornah direkt in das Anlagenfeld montiert. Mit der patentierten Schneid-Klemm-Technologie lässt sich eine ungeschnittene Rund- oder Flachleitung an jeder beliebigen Stelle kontaktieren. Lediglich der Leitungsmantel wird abgenommen und die einzelnen Leitungsadern durch den Schneid-Klemmblock kontaktiert. Wahlweise können die verschiedenen Komponenten, wie die Motorstarter Mono- und Duo-Soft-Switch Field Power Even Thinking, Duo-Switch Field Power Even Thinking oder der Frequenzumrichter Vector Field Power Even Thinking, auf das Chassis der Energieverteilung aufgesteckt werden – alles in Schutzart IP65.