Das Messsystem Multi-Quant benötigt neben der klassischen Bestückung auch die Einpresstechnik, um neben Spannung, Strom und Leistung alle Netzqualitätsparameter in Energienetzen zu messen

Das Messsystem Multi-Quant benötigt neben der klassischen Bestückung auch die Einpresstechnik, um neben Spannung, Strom und Leistung alle Netzqualitätsparameter in Energienetzen zu messen

Vierling musste nicht nur seinen Neukunden Netmodule überzeugen, sondern auch Haag Elektronische Messtechnik mit Sitz in Waldbrunn bei Limburg: Die Schweizer Netmodule mit Hauptsitz in Niederwangen bei Bern und Niederlassungen in Basel, Winterthur und Eschborn bei Frankfurt am Main bietet Dienstleistungen rund um Hard- und Softwareentwicklung an, speziell im Bereich Embedded Systeme und Kommunikationsprodukte. Für Haag Elektronische Messgeräte entwickelt und fertigt Netmodule das Messsystem Multi-Quant.

Das Messtechnik-Portfolio von Haag umfasst mobile und stationäre Messgeräte, Parametrier- und Auswertesoftware, umfangreiche Dienstleistungen für die dauerhafte Überwachung der Netzqualität sowie die Lösung von Netzproblemen. Netmodules Messsystem Multi-Quant reiht sich da nahtlos ein: Das System misst alle Netzqualitätseigenschaften in Stromverzweigungen einer Stromverteilungsanlage. Vierling übernimmt Leiterplattenbestückung, Materialbeschaffung, Programmierung und Funktionstests. Im Auswahlverfahren hat sich der EMS durch hohe Qualität beim Bestücken in Einpresstechnik sowie bei der SMD-Bestückung gegen fünf Wettbewerber durchgesetzt. Vierling und Netmodule planen, künftig als Entwicklungspartner zusammenzuarbeiten.

Messgerät mit der höchsten Sicherheitskategorie

Netmodule hat zunächst Muster bei fünf EMS-Dienstleistern in Auftrag gegeben. „Das Multi-Quant-System stellt hohe Anforderungen an Qualität und Zuverlässigkeit“, erläutert Guido Dormann, Projektleiter von Netmodule und führt weiter aus: „Es war schwierig, einen Elektronikfertigungs-Dienstleister zu finden, der die Bestückung in Einpresstechnik in konstant hoher Qualität sicherstellt. Deshalb haben wir zunächst verschiedene EMS-Anbieter getestet.“ Den Ausschlag für Vierling hätten die Qualität und das Know-how bei der Kombination von SMD-Bestückung und Einpresstechnik sowie die engagierten Mitarbeiter gegeben, konstatiert Dormann weiter. Die Zufriedenheit ist ungebremst: Inzwischen bestückt Vierling neun Baugruppentypen für Netmodule.

Das Messsystem Multi-Qunatkommt bei Stromversorgern und Industrieunternehmen zum Einsatz. Es liefert zuverlässige Messdaten zur Netzqualität und hilft, Störungen und ihre Quellen zu ermitteln. „Fährt beispielsweise ein Automobilhersteller eine zusätzliche Fertigungslinie hoch, führt dies zu hohen Belastungen für das Stromnetz“, erklärt Guido Dormann. „Diese können zu Ausfällen anderer Fertigungslinien führen. Daher misst das System beispielsweise wie sich der plötzliche Anstieg des Verbrauchs auf die Netzqualität auswirkt. Es hilft, Schwachstellen im Stromnetz zu lokalisieren und informiert automatisch die zuständigen Fachkräfte.“ Darüber hinaus erfüllt das Messsystem die Sicherheitsanforderungen CAT IV/1.000V. Damit bietet es europaweit erstmals die höchste Messkategorie für Spannungseingänge, Messleitungen und Rogowski-Spulen (EN 61010-031-2008).

Mit Einpresstechnik punkten

Die Einpresstechnik stellt elektrische Verbindungen her, ohne die Kontakte zu verlöten. Hierzu presst der Bestückautomat am Bauteil befestigte Stifte in metallisierte Löcher der Leiterplatten. Die Kanten der Stifte schneiden in die Metallisierung, so dass eine elektrische Verbindung entsteht.

Mit Einpresstechnik geht Vierling laut Martin Vierling über das Standardportfolio von EMS-Dienstleistern hinaus: „Vierling ist ein Full-Service-Dienstleister mit kompletter Elektronik-Kompetenz“, bekräftigt der Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung. „Dazu gehören neben der Leiterplattenbestückung in SMT, THT (Through Hole Technology) und Einpresstechnik weitere Abteilungen für Montage und Entwicklung sowie spezialisierte Entwicklungspartner. Als Spezialist für Embedded Systeme ist Netmodule künftig Teil des Entwicklungspartnernetzwerks von Vierling.“