Nach dem Firmengründer Joachim Ihlemann steht mit Martin Ihlemann jetzt die nächste Generation an der Spitze des Unternehmens. Der neue Vorstandsvorsitzende leitet bereits seit 2009 als Vorstand die Bereiche Finanzen, Controlling und Personal. Auch die Brüder Michael (Prokurist) und Oliver (Logistik) sind seit vielen Jahren im Unternehmen tätig.

Die nächste Generation der Familie Ihlemann: Martin (Vorstandsvorsitz, rechts), Michael (Prokurist, Bildmitte) und Oliver (Logistik, oben) mit Bernd Richter (Vorstand, links).

Die nächste Generation der Familie Ihlemann: Martin (Vorstandsvorsitz, rechts), Michael (Prokurist, Bildmitte) und Oliver (Logistik, oben) mit Bernd Richter (Vorstand, links). Ihlemann

Ihlemann hat sich als Dienstleister auf die Fertigung elektronischer Baugruppen und Geräte spezialisiert. Ein weltweit stark umkämpfter Markt mit harten Bandagen, den asiatische Großunternehmen wie Foxconn mit 1,2 Mio. Mitarbeitern dominieren. „Wer hier bestehen will, muss technologisch führend sein und regelmäßig in die neueste Technik investieren. Das reicht aber nicht aus. Wir sind nur wettbewerbsfähig, wenn wir außerdem flexibler und leistungsfähiger sind als andere Anbieter“, erklärt Martin Ihlemann.

Qualität und Kundennähe

Mit Investitionen von 5,8 Mio. Euro in den letzten fünf Jahren und nochmals 1,2 Mio. Euro (2016) in moderne Fertigungs- und Prüfanlagen sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt. „Wir sind in der Elektronikfertigung eines der führenden Unternehmen in Deutschland, weil wir uns auf Elektronikprodukte mit besonders hohen Ansprüchen an die Qualität konzentrieren. Wir produzieren hier flexibler und effektiver als die großen Wettbewerber aus Asien. Außerdem sind wir näher an unseren Kunden in Europa und können dadurch viel schneller reagieren“, erläutert Bernd Richter, als Vorstandskollege von Martin Ihlemann verantwortlich für die Bereiche Einkauf, Produktion, Marketing, Vertrieb und Organisation.

Mit der Lean-Philosophie und Investitionen von 1,2 Mio. Euro will das Familienunternehmen die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität auch langfristig sichern.

Mit der Lean-Philosophie und Investitionen von 1,2 Mio. Euro will das Familienunternehmen die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität auch langfristig sichern. Ihlemann

Die Investitionen in moderne Produktionsanlagen sind für den Vorstand allerdings nicht der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Angesichts immer schnellerer Produktveränderungen und zyklischer Wirtschaftsentwicklungen geht es vor allem darum, flexibel zu sein. „Die unsichere Zukunft ist zur Normalität geworden. Deshalb haben wir den wirtschaftlichen Umbruch der Jahre um 2009 dafür genutzt, uns faktisch neu zu erfinden und die Produktionsweise komplett zu ändern“, berichten die Vorstände.

Wir haben uns neu erfunden

Das Unternehmen setzt seitdem auf Lean-Management-Prinzipien mit der Fertigung und dem gesamten Unternehmen als lernende Organisation. Dabei werden alle notwendigen Veränderungen unmittelbar von den Mitarbeitern angestoßen. Es gehe darum, die einzelnen Prozesse jeden Tag so zu verbessern, dass das Unternehmen mit den schnelllebigen und unsicheren Verhältnissen produktiv umgehen könne. Grundlage dafür ist die Neuorganisation der Fertigung mit täglichen und oftmals stündlichen Verbesserungsroutinen.

Als Familienunternehmen strebt Ihlemann nicht kurzfristige Gewinnmaximierung an, sondern legt stärkeren Wert auf Solidität und langfristige Orientierung. Das Unternehmen gehört seit langem zu den 20 größten EMS-Dienstleistern (Electronic Manufacturing Services) in Deutschland. Kunden sind vor allem mittelständische Unternehmen aus der Industrie, die auf eine eigene Produktion ganz oder teilweise verzichten.

Eckdaten

Elektronik aus Braunschweig

Die 1973 gegründete Joachim Ihlemann Elektronische Geräte begann bereits 1978 mit dem Aufbau einer eigenen Fertigung für elektronische Baugruppen und Geräte. Von anfänglich 24 Beschäftigten (1983) wuchs das Unternehmen sehr schnell auf 127 Personen (1996). 2000 folgte die Umwandlung in die Ihlemann AG mit 198 Mitarbeitern. Heute beschäftigt der Elektronikfertiger 210 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 35 Mio. Euro.