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Lapp

1. Schritt: Was brauche ich?

Bevor die eigentliche Konfiguration beginnt, muss der Nutzer seine Anwendung genau kennen. Als Beispiel: Ein Roboter soll in einer Brauerei zum Einsatz kommen, wo er Bierflaschen vom Band nimmt und in die Bierkästen stellt. Dafür muss er die Flaschen mit einem Sensor erkennen und greifen, aber nicht zu fest, da sonst die Flaschen kaputt gehen. Dafür braucht der Motor des Roboters eine Energieleitung mit großem Querschnitt, für die Sensorleitung zur Signalübertragung hingegen wird eine Leitung mit kleinerem Querschnitt benötigt. Für die Sensorleitung eignet sich die Ölflex Robot 900 P mit 6,2 mm Durchmesser. Sie hält Biege- und Torsionsbelastungen problemlos stand. Für die Energieversorgung wird es eine Ölflex Robust 200 mit einem Durchmesser von 19,4 mm. Passend zu den Leitungen kommen noch eine Zugentlastung und eine Abdichtung in Form einer Skintop-Verschraubung MSR-M mit M20-Gewinde für die Sensorleitung hinzu; und für die Energieleitung eine Skintop MS-M mit M32-Gewinde.

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Lapp/Redaktion IEE

2. Schritt: Die Bauform

Bei der Bauform der Stecker kann der Anwender zwischen vier Grundgehäusen wählen, die auch mit Produktfotos zu sehen sind: Oberteile sind Tüllengehäuse, Unterteile sind Anbaugehäuse, ein in sich geschlossenes Sockelgehäuse oder ein Kupplungsgehäuse für Verlängerungsleitungen. Auf der Seite, wo das Kabel in das Gehäuse eingeführt wird, bevorzugen Anwender in der Regel Tüllengehäuse. Hier schlägt der Konfigurator 302 Varianten mit unterschiedlichen Bauformen vor, die als Katalogware erhältlich sind – zum Beispiel hohe Bauform oder normale Bauform. Beim Button ‚Baugröße‘ geht es bei diesem Beispiel weiter mit der Variante ‚H-B 24‘, für den der Konfigurator noch immer 61 mögliche Varianten aus dem Standardsortiment vorschlägt. „Im Konfigurator reduziert sich automatisch das Angebot. Für alle Schritte werden ausschließlich technisch sinnvolle und realisierbare Varianten angeboten“, erklärt Stefan Koch, Produktmanager Industriesteckverbinder bei Lapp.

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Lapp/Redaktion IEE

3. Schritt: Standard-Bohrungen

Unter dem Button ‚Gewünschte Kabeleingänge‘ lassen sich die Bohrungen festlegen. Als Gewindetyp wird die metrische Variante (alternativ PG-Panzergewinde) ausgewählt. Unter dem Stichwort Bohrlöcher lässt sich eine Platzierung oben definieren. Möglich wären aber auch Bohrungen seitlich, vorne oder hinten. Für den Anwender ist eine obere Platzierung aber meist praktischer. Als Gewindegröße für die Sensorleitung wird die Größe M20 festgelegt. Auch hier stellt der Konfigurator noch Standardware dar. Stefan Koch erläutert: „Sobald eine zusätzliche Bohrung für die weitere Energieleitung nötig wird, gibt es keine Standardware mehr. Das hat kein Anbieter auf Lager. Der Konfigurator zeigt deshalb dann statt eines Fotos eine Konstruktionszeichnung, denn dieses Teil wird extra auf Bestellung angefertigt.“ Die zusätzliche Bohrung oben bekommt die Gewindegröße M32 für die Energieleitung. Zusätzlich lässt sich auch ein Zwischenstutzen ergänzen, falls unterschiedliche Höhen bei den beiden Gewinden erwünscht sind.

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Lapp/Redaktion IEE

4. Schritt: Vormontierte Teile

Unter dem Stichwort ‚Vormontierte Teile‘ kommt noch das Verschlusssystem hinzu. Es stehen Längs-, Quer- und Zentralbügel zur Verfügung. Als Beispiel ist hier der Längsbügel ausgewählt. Dieser wird genommen, wenn für die Montage ausreichend Platz ist. Der Vorteil: Er lässt sich mit einer Hand bedienen. Am Bildschirm sind zunächst nur die entsprechenden Bolzen zu sehen. Wenn dann der Haken für den Bügel gesetzt ist, erscheint die komplette Konstruktionszeichnung für das Steckergehäuse.

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Lapp/Redaktion IEE

5. Schritt: Prüfen und Bestellen

Klickt man dann auf den Button ‚PDF Produktkonfiguration‘, öffnet sich ein PDF, das das individuell zusammengestellte Gehäuse als Zeichnung und die technischen Daten noch einmal zusammenfasst. „So kann der Anwender eine Schlusskontrolle machen, ob alle Angaben auch stimmen“, erläutert Stefan Koch. Wer bereits im Shop von Lapp registriert ist, braucht jetzt nur noch auf den Button ‚Bestellen‘ zu klicken. Die Mindestbestellmenge beträgt vier Stück und für die Herstellung dieser individuellen Steckergehäuse sind fünf Arbeitstage nötig.

Technik im Detail

Die individuelle Steckerproduktion

Um auch kleine Stückzahlen  schnell fertigen und liefern zu können, hat Lapp am Standort in Stuttgart ein vollautomatisches Metallbearbeitungszentrum aufgebaut. Vier Handling-Roboter, zwei autarke Metallbearbeitungszentren, eine Waschstraße sowie eine vollautomatische Nietstation mit Lade- und Entladestation sind rund um die Uhr im Einsatz, um aus fast 100 verschiedenen Rohgehäusen die gewünschten Rechtecksteckverbinder zu fertigen. Stefan Koch erklärt: „Bereits jetzt werden im Metallbearbeitungszentrum speziell auf Kundenwunsch tausende Industrievarianten gefertigt. Tatsächlich sind 138 Millionen Varianten möglich. Das heißt, wir können auch die ausgefallensten Wünsche erfüllen.“ Die neue Produktionsanlage erreicht nicht nur höhere Stückzahlen, sie ist auch in der Lage, sämtliche Varianten der Produktpalette flexibel und ohne nennenswerte Vorlaufzeiten herzustellen. Lieferant und Hersteller dieser Anlage ist die Firma Chiron Werke  aus Tuttlingen.

Eine Besonderheit der Anlage ist die Gewindeherstellung mithilfe von Bohrgewindefräsen – ein System, das bei Lapp entwickelt wurde. Diese Fräsen erreichen Spindeldrehzahlen von bis zu 20.000 min-1. Das Gewinde ist dadurch nach der Bearbeitung wie poliert und gratfrei. Zudem können mit nur einem Werkzeug verschiedene Kernloch- und Gewindedurchmesser mit gleicher Steigung hergestellt werden. Auch die Qualitätskontrolle erfolgt vollautomatisch.

Hannover Messe 2015
Halle 11, Stand C03