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Freecon-Steckverinder von Weidmüller
Har-Speed-Steckverbinder von Harting
Hybrid-Motor-Connector von Phoenix Contact
Hochstrom-Leiterplattenklemme von Wago.
Die Solid Body IP67 Serie von Conec.jpg
Es werde Chip - Elektronische Komponenten made in NRW sind keine Seltenheit.
Ist fest von überzeugt, dass Nordrhein-Westfalen einer der zentralen Wirtschafts-  und Wissenschaftsstandorte  in Europa ist: Harry K. Voigtsberger, Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

Operation Marriage“ nannte die britische Besatzungsmacht den 1946 durchgeführten Zusammenschluss der preußischen Provinz Westfalen mit dem Nordteil der preußischen Rheinprovinz. 1947 kam dann das Land Lippe dazu und 1949 wurde NRW ein Bundesland der BRD. Seit damals hat sich einiges getan. Das bevölkerungsreichste Bundesland gilt als Land mit der höchsten Wirtschaftsleistung – es nimmt einen Anteil von zirka 22 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt ein. „Nordhein-Westfalen ist einer der zentralen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte in Europa“, betont Harry K. Voigtsberger, Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und unterstreicht: „Wir konzentrieren unsere Wirtschaftspolitik auf Leitmärkte, in denen die nordrhein-westfälische Wirtschaft besondere Stärken aufweist oder die eindeutig auf das Ziel des umweltgerechten Handelns gerichtet sind.“ Dazu gehören vor allem die Märkte für neue Werkstoffe, für Maschinen- und Anlagenbau, für Gesundheit, Informations- und Telekommunikationswirtschaft, für Mobilität und Logistik, für Energie- und Umweltwirtschaft, für Life-Science sowie Medien und Kreativwirtschaft.

Elektroindustrie im Fokus

Insbesondere die Elektroindustrie spielt in Nordrhein-Westfalen eine wichtige Rolle. „Ohne die technologischen Fähigkeiten, Ideen und Produkte der Elektroindustrie wird es keine effektive Klimaschutz- und Ressourcenpolitik geben“, erklärt Harry K. Voigtsberger. Das belegen auch die Zahlen: Der Gesamtumsatz belief sich 2010 in der Elektroindustrie auf 29 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 8,5 Prozent. Der Export nahm einen Anteil von 46 Prozent ein, was einem Auslandsumsatz von 13,4 Milliarden Euro und einem Plus von 27,5 Prozent entspricht. Im Elektrobereich waren 145.000 Mitarbeiter beschäftigt, was im Vergleich zu 2010 ein leichtes Minus von drei Prozent ausmachte. Die Zahl der Unternehmen belief sich im vergangenen Jahr innerhalb der Branche in NRW auf einen Wert von 1100.

Auf einen Blick

Das viertgrößte und bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands hat mehr zu bieten als nur Stahl, Kohle und Maloche des Ruhrgebiets. So ist beispielsweise die Region Ostwestfalen-Lippe top im Bereich Maschinenbau und Automatisierungstechnik oder das Sauerland bekannt für den Bereich Beleuchtungstechnik. Ein Pluspunkt insgesamt ist die vorteilhafte Mischung aus Großkonzernen, Mittelstand und KMUs. Für entsprechend östliches Flair und einen hohen Entwicklungsschub sorgen asiatische Unternehmen, wie Mitsubishi Electric, Renesas Electronics oder Toshiba. Darüber hinaus punktet Nordrhein-Westfalen mit einer exzellenten Forschungs- und Bildungslandschaft.

Die Elektrobranche ist auch deshalb von Bedeutung, weil hier Ideen und Produkte entstehen, die beispielsweise in den zukunftsträchtigen Bereichen Elektromobilität, Energieerzeugung oder Gebäudesystemtechnik zum Einsatz kommen. Durch eine enge Zusammenarbeit von Forschung, Hochschulen, Entwicklung und Produktion aller Akteure in der Wertschöpfungskette lassen sich wie überall auch bestmögliche Materialien und optimale Verfahren finden, um zukünftige Herausforderungen zu meistern.

Optimale Mischung aus Großunternehmen und Mittelstand

Der Erfolg des Bundeslandes wird nicht nur von Großunternehmen, sondern auch vom Mittelstand getragen. Vor allem die Elektroindustrie in NRW ist von vielen mittelständischen (Familien-)Unternehmen, wie Harting oder Phoenix Contact, geprägt: „Insbesondere der Mittelstand ist hier Träger und Treiber von Innovation und Garant für Arbeitsplätze – über 90 Prozent der rund 1100 Firmen der Elektrobranche in NRW sind kleine und mittlere Unternehmen“, so der Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr. Seiner Ansicht nach wuchs in den vergangenen Jahren die Einsicht, dass die Wirtschaft Innovationen braucht, um sich im härter werdenden globalen Wettbewerb durchsetzen zu können. Das setzt gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus und Unternehmen, die langfristig planen und innerbetriebliche Innovationsstrukturen fördern.

Perspektiven aufzeigen – forschen und studieren in NRW

Hervorragende Forschungen und kluge Köpfe, sprich die entsprechenden Fachkräfte stellen die Grundlage für gewinnbringende Unternehmen und damit eine erfolgreich Wirtschaft im Bundesland. Kein Wunder, dass sich neben renommierten Forschungseinrichtungen, wie dem Forschungszentrum Jülich mit Nobelpreisträger Peter Grünberg, verschiedenen Fraunhofer-, Max-Planck- und Leipnitz-Instituten oder Helmholtz-Forschungszentren, auch viele angesehene Hochschulen, wie die RWTH Aachen, die Hochschule Ostwestfalen-Lippe oder die Universität zu Köln in Nordrhein-Westfalen befinden. Denn kluge Köpfe sind unabdingbar, wenn es darum geht, Trendthemen, etwa Elektromobilität, zu pushen.

Trendthema Elektromobilität forcieren

Elektromobilität ist im Kommen und das Bundesland schiebt kräftig zentrale  Projekte an

Elektromobilität ist im Kommen und das Bundesland schiebt kräftig zentrale Projekte anVDE

Das Thema Elektromobilität steht wie in ganz Deutschland auch in NRW ganz oben auf der To-Do-Liste. In enger Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und Landesregierung werden zentrale Projekte in der Modellregion Rhein-Ruhr systematisch vorangetrieben und umgesetzt. Die Vorteile von Elektromobilität liegen beim Einsatz von umweltfreundlichem Strom klar auf der Hand: Die weitgehende lokale Freiheit von schädlichen CO2-Emissionen und Lärm machen Elektroautos insbesondere für den innerstädtischen Verkehr attraktiv. Weil sich der Strom für die Elektroautos praktisch mit allen Primärenergieträgern, vorzugsweise natürlich mit erneuerbaren Energien, erzeugen lässt, kann die Abhängigkeit vom Öl minimiert werden. Zudem punktet der Elektromotor im Vergleich zum Verbrennungsmotor mit einer erheblich höheren Energieeffizienz. Welche Ziele hat sich nun Nordrhein-Westfalen im Bereich E-Mobility gesteckt? Bis 2020 sollen hier mindestens 250.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antriebsstrang fahren. Darüber hinaus will das Bundesland den Marktanteil der NRW-Zulieferer am gesamtdeutschen Markt auf dem Weg vom Verbrennungs- zum elektrischen Motor deutlich ausbauen. Dazu wird insbesondere in die Forschung investiert.

Nordrhein-Westfälisches Chinatown

Das wirtschaftlich starke Bundesland ist insbesondere ein Magnet für asiatische Unternehmen. Auffällig ist die Liebe der Japaner für den Düsseldorfer Raum. Erste Halbleiterfirma war 1969 NEC (Nippon Electric Company), heute Renesas Electronics. In den Folgejahren hat das Interesse japanischer Firmen, in NRW eigene Niederlassungen und Kapitalgesellschaften zu gründen, nicht nachgelassen. Alleine im ersten Halbjahr 1981 wurden zum Beispiel 27 Elektro- und Elektronikfirmen gegründet, die sich bis heute nicht nur gehalten, sondern auch etabliert haben. Die Firmen erhielten dabei die Unterstützung des MITI (Ministerium für Internationalen Handel und Industrie) und später durch den EIAJ (Electronic Association of Japan). Beispiele für ansässige Unternehmen: Alps, Epson, Futaba, Mitsubishi, Mitsumi, Sony oder Toshiba. Insgesamt arbeiten 2011 in NRW rund 7000 Japaner.

Darüber hinaus haben auch die Chinesen NRW für sich entdeckt. Nach Aussagen der dpa sind deutsche Fachkräfte bei chinesischen Unternehmen äußerst gefragt. Dazu berichtet auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW Invest, dass insbesondere qualifizierte Arbeitnehmer in Düsseldorf heiß umworben werden. Kommen bei den chinesischen Firmen in Nordrhein-Westfalen heute noch 50 Prozent Chinesen zum Einsatz, sind diese bemüht, vermehrt deutsches Personal einzustellen. Nach Erhebungen von NRW Invest sind mittlerweile 700 chinesische Unternehmen im Bundesland zu Hause. Alleine 2010 unterstützte NRW Invest die Ansiedlung von 45 Firmen aus China.

Für Gerhard Eschenbaum von der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf ist das Werben chinesischer Unternehmen um deutsche Fachkräfte, so wie damals und heute noch bei den Japanern, verständlich: Nachdem die Chinesen ihre Niederlassung eröffnet hätten, würden sie sich nun auf dem Markt etablieren. Und dazu gehörten auch mehr deutsche Angestellte. Weit über 1000 chinesische Unternehmen hatten 2010 nach einer Statistik der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Niederlassungen in Deutschland. Mit 700 sind die meisten Firmen in NRW ansässig, wo sie bereits etwa 3000 Mitarbeiter beschäftigen