Ab Januar übernimmt Frank Stührenberg, Geschäftsführer Vertrieb, zusätzlich die Unternehmensleitung von Klaus Eisert.

Ab Januar übernimmt Frank Stührenberg, Geschäftsführer Vertrieb, zusätzlich die Unternehmensleitung von Klaus Eisert. Phoenix Contact

Mit Frank Stührenberg, Geschäftsführer Vertrieb, steht ab 2015 erstmals ein Nicht-Gesellschafter an der Spitze von Phoenix Contact. Er folgt auf Klaus Eisert, der als geschäftsführender Gesellschafter nach vierzig Jahren abtritt und künftig als Vorsitzender des Unternehmens-Beirats agiert. „Nach der Gründungsphase von 1923 bis 1960, der Aufbauzeit von 61 bis 2000 und dem Schritt zum Global Player beginnt jetzt eine vierte Phase der Unternehmensentwicklung“, die Bent als Solution for the Future bezeichnet.

Die laut Bent epochale Neuordnung der Geschäftsführung erfolgt in einem Jahr mit guter Umsatzentwicklung: „Gut 8 % Euro-Wachstum zeigt deutlich die positiven Auswirkungen der Investitionen in Produkte und Strukturen der letzen Jahre.“ Derzeit geht das Unternehmen von einem Jahresabschluss 2014 mit sieben bis acht Prozent Zuwachs weltweit aus – in absoluten Zahlen ein Plus von rund 120 Millionen Euro auf etwa 1,75 Milliarden Euro. „Berücksichtigt man ein Wachstum von mehr als zehn Prozent in den lokalen Währungen, das die tatsächliche Marktentwicklungen wiederspiegelt, so haben wir erneut ein überdurchschnittliches Wachstum erzielt“, so Bent.

Roland Bent, Geschäftsführer Marketing und Entwicklung bei Phoenic Contact: 2015 beginnt für Phoenix Contact eine neue Epoche in der Firmengeschichte.“

Roland Bent, Geschäftsführer Marketing und Entwicklung bei Phoenic Contact: 2015 beginnt für Phoenix Contact eine neue Epoche in der Firmengeschichte.“ Redaktion IEE

Besonders erfreulich ist, dass sich das Wachstum über die Regionen weitgehend ausgeglichen verteilt. Deutschland als nach wie vor wichtigster Markt für Phoenix Contact liegt dabei mit acht Prozent Wachstum deutlich über den Markttrends, „ohne dass dem spezifische Einzeleffekte zugrunde liegen würden“, so Bent. Die Marktentwicklung in China war mit rund neun Prozent in regionaler Währung allenfalls zufriedenstellend. „Die Raten im signifikanten zweistelligen Bereich sind in China künftig nicht mehr zu erwarten“, zeigt Bent einen Trend auf. Dagegen entwickelte sich der US-amerikanische Markt wieder zu einem Wachstumsmotor und konnte seine Position als Nummer zwei im Länderranking von Phoenix Contact festigen. Insgesamt manifestiert sich die Entwicklung des Unternehmens in einer Verdreifachung des Umsatzes seit dem Jahr 2000.

Zur Person Frank Stührenberg

Frank Stührenberg, Jahrgang 1963, studierte Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn. 1992 kam er zu Phoenix Contact. 2001 wurde Stührenberg Mitglied der Geschäftsleitung und 2005 gemeinsam mit den vier weiteren Geschäftsführern, die auch heute noch diese Funktionen innehaben, in die Geschäftsführung berufen. Seine Verantwortung für das Geschäftsfeld Vertrieb wird er auch als Vorsitzender der Geschäftsleitung beibehalten.

Phase 4: Lösungen für die Zukunft

Erklärtes Ziel des Unternehmens ist, die Wachstumsstrategie der letzten Dekade fortzusetzen. Das bedeutet einerseits, das Produktgeschäft weiter auszubauen. Andererseits gilt es, den wachsenden Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden und ihnen Lösungen für immer komplexere Applikationen zu bieten. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft und auch der Industrie greift Bent einen globalen Megatrend auf, „den es zu antizipieren und in die Strategie- und Technologieentwicklung im Unternehmen zu integrieren gilt.“ Die unter ‚Industrie 4.0‘ subsummierte Digitalisierung der Industrie ist weit mehr als nur der Einsatz neuer Technologien in der Fertigung und der Verwaltung. Damit einher gehen auch disruptive Veränderungen von Technologien und Geschäftsmodellen, auch im industriellen Umfeld. „Die Frage ist nicht, ob die vierte industrielle Revolution kommt, sondern wie es Unternehmen gelingt, diesen Wandel zu gestalten und zu nutzen,“ so Bent, „und Phoenix Contact hat eine klare Agenda für die Entwicklung zu einem digitalen Unternehmen.“ Beleg dafür ist das Engagement in Forschungs-Netzwerken wie dem Spritzencluster it’s OWL und der Plattform Industrie 4.0 der Industrieverbände (ZVEI, VDMA, Bitkom). Das aktuelle Technologie-Portfolio umfasst bereits die wesentlichen Kompetenzen, die eine Umsetzung von Industrie 4.0 im Shopfloor-Bereich ermöglichen. Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Anwendung von Cloud-Technologien.

Wichtiger Baustein von Industrie 4.0: Proficloud

Live in Nürnberg zu sehen:Die Proficloud-Technologie als wichtiger Bestandteil von Industrie-4.0-Implementierungen.

Live in Nürnberg zu sehen:Die Proficloud-Technologie als wichtiger Bestandteil von Industrie-4.0-Implementierungen. Phoenix Contact

Dazu Bent: „Unsere für den Hermes-Award 2014 nominierte Proficloud-Technologie stellt einen großen Schritt zu einer einfachen Vernetzung der Automatisierungstechnik dar.“ Zentrale Idee ist die Verschmelzung von Profinet mit der Cloud-Technologie. Neben sicherheitstechnischen Anforderungen steht dabei eine einfache und effiziente Bedienung im Vordergrund. Der Anwender kann in der gewohnten Entwicklungsumgebung das Automatisierungs-Netzwerk so einstellen, als sei es ein herkömmliches Profinet-Netzwerk. Dabei ist es vom Engineering her unerheblich, ob es sich unter Umständen um ein weltweit verteiltes Netzwerk handelt, wofür bislang ein aufwendig zu parametrierendes VPN-Netzwerk aufgebaut werden musste.

Das einzige, was benötigt wird, ist eine Verbindung zum Internet und damit zur Proficloud. „Auf der SPS IPC Drives zeigen wir dazu eine funktionierende Applikation, die Prozessdaten über die Cloud transportiert.“ Dabei können diese Daten von herkömmlichen Profinet-Teilnehmern aus dem Automatisierungsumfeld stammen, aber auch von oder zu Geräten gesendet werden, wie einer Smart Watch oder virtuellen Geräten, etwa Internetdiensten. Diese Internetdienste werden dabei als virtuelle Profinet-Teilnehmer in das Automatisierungskonzept integriert. Dem Operator werden beispielsweise Fehler-Meldungen seiner Anlage direkt auf sein Handgerät aufgespielt. „Er könnte sogar via Spracheingabe sofort darauf reagieren“, begeistert sich Bent. Neben dieser zugegeben eher futuristischen Anwendung ist das klassische Monitoring von verteilten Anlagen ein ebenso interessantes Szenario wie Remote-Diagnose und Wartung von weltweit verteilten Produktionsanlagen.

SPS IPC Drives 2014
Halle 9, Stand 310