Von der Unterhaltungselektronik zur Automobilelektronik

Von der Unterhaltungselektronik zur Automobilelektronik

Im März 2009 ist die Preh GmbH 90 Jahre alt geworden. Trotz einer ereignisreichen Historie mit kriegs- und branchenbedingten Neupositionierungen zieht sich nach Angaben von Dr. Michel Roesnick, Vorsitzender der Preh-Geschäftsführung, eine Konstante wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte: „In allen Phasen der Unternehmensentwicklung hat sich Preh durch ein hohes Maß an Innovationskraft ausgezeichnet.“

Begonnen hatte alles auf dem Gelände einer ehemaligen Gastwirtschaft in Bad Neustadt an der Saale: Am 11. März 1919 eröffnete Jakob Preh dort einen kleinen Betrieb für Elektroinstallationsmaterialien und Zubehörteile für die noch in den Kinderschuhen steckende Rundfunkindustrie.

Heute, 90 Jahre später, gehört Preh mit weltweit 2.000 Mitarbeitern zu den führenden Automotive-Spezialisten für Bediensysteme, Sensoren und Steuergeräte. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstandorte in Deutschland, Portugal, Rumänien und Mexiko sowie über Niederlassungen in den USA und neuerdings auch in China.

Ihre seit Ende 2008 im Zuge der Weltwirtschaftskrise eingeleiteten drastischen Kostensenkungsmaßnahmen führt die Preh Gruppe in 2009 fort. „Unser ausgewogenes Kundenportfolio im Automobilgeschäft sowie die anstehenden Neuanläufe von bedeutenden Großaufträgen lassen uns trotz der weltweiten Rezession weiter optimistisch in die Zukunft blicken“, erläutert Roesnick.

Bereits 1924, fünf Jahre nach der Unternehmensgründung, stellte Preh sein erstes eigenes Rundfunkgerät „Preh-Funk“ vor und gehörte damit zu den Pionieren der gerade aufstrebenden Rundfunkindustrie. 1932 stieg Preh zudem vorübergehend in die Produktion von elektrischem Autozubehör ein. Mit der Produktion von Autowinkern und Rückleuchten engagierte sich die Firma damit erstmals in dem Markt, der seit Ende der 80er Jahre zum Hauptstandbein des Unternehmens werden sollte.
Nach dem kriegsbedingten Neuanfang spielte jedoch vor allem in den 60er und 70er Jahren die Zulieferung für die Unterhaltungselektronik zunächst noch die maßgebliche Rolle bei Preh. Allerdings zwang der Niedergang der deutschen Branchengrößen Preh zu einer erneuten Neupositionierung.

Seit Anfang der 80er Jahre entwickelte sich das Automotive-Geschäft immer stärker zur Kernkompetenz von Preh. Einer der ersten bedeutenden Aufträge war 1987 ein Heizungsbediengerät für den VW Passat. In den folgenden zwei Jahrzehnten konnte Preh prestigeträchtige Großaufträge für Bediensysteme gewinnen, wie zum Beispiel für die BMW 5er- und 7er-Reihe, den Maybach, die Mercedes E-Klasse und S-Klasse, sowie für den Audi A4, A5, A6, A8, Q5 und Q7. Auch Porsche gehört zum Kreis der Preh-Kunden.
Preh wurde als Lieferant und Innovator vielfach ausgezeichnet. Beispiele sind die Ehrungen als „GM Global Supplier of the Year“ für die Jahre 2005, 2006 und 2007 sowie der im Jahr 2006 von der Fachzeitschrift „Automotive News“ verliehene PACE Award für die Produktinnovation „Anti-Beschlagsensor“.

2007 durchbrach Preh erstmals die Umsatzschwelle von 300 Millionen Euro. Im selben Jahr feierte das innovative Mittelkonsolenkonzept „PrehCon“ Weltpremiere. Trotz des dramatischen Einbruchs der globalen Automobilkonjunktur in 2008 hat sich die Preh GmbH vergleichsweise stabil entwickelt. Unter Berücksichtigung der Veräußerung der PrehTronics GmbH in 2008 lag die Preh-Gruppe mit einem Umsatz von rund 305 Millionen Euro nur leicht unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Zu den Produkt-Highlights des Jahres 2008 gehörten Steuergeräte für die Integral-Aktivlenkung, das integrierte Radio- und Klimabediensystem sowie der iDrive Controller für den BMW 7er, aber auch das Klimabediensystem für den Pickup-Truck Ford F-150. Im Februar 2009 vermeldete Preh einen weiteren Auftrag für Ford: ein integriertes Radio- und Klimabediensystem für den neuen Lincoln MKZ. (av)