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Stephan Pietzko – Fotolia

Wie viel Zeit bleibt einem Entwickler in der Regel, um sich für eine neuen Applikation den optimalen Mikrocontroller auszusuchen? Vermutlich weniger als er gerne hätte! ? Dieses Problem betrifft eine zunehmende Zahl an Entwicklern, wie die in den letzten Jahren stark gestiegene Nachfrage nach Evalution- und Referenz-Design-Kits es belegt.

Langjährige Erfahrung mit Evalution- und Referenz-Design-Kits

Das erste ModSDK-Evaluation-Kit wurde 2007 von MSC eigentlich entwickelt, um Entwicklern nach dem Joint Venture von Hitachi und Mitsubishi eine herstellerübergreifende modulare Entwicklerplattform zur Verfügung stellen zu können. Doch die Idee, über unterschiedliche MCU-Familien hinweg eine identische Tool-Umgebung mit zahlreichen Applikationsbeispielen in Source Code anzubieten, kam so gut an, dass daraus inzwischen eine ganze Produktfamilie mit bislang 23 verschiedenen MSC-Renesas Kits entstanden ist.
Die Grundfiguration ist prinzipiell immer die gleiche: ein mit zahlreichen Standard-Schnittstellen ausgestattetes Mikrocontroller-Steckmodul, dass auf ein universelles Basisboard aufgesteckt werden kann, ein universeller Debugger sowie eine Vielzahl vorkonfigurierter, auf drei unterschiedlichen Compiler-Plattformen (Renesas, IAR und GNU) testbare Anwendungsbeispiele. Dieses modulare Konzept ermöglicht es auch, auf MCU-Neuvorstellungen seitens Renesas innerhalb weniger Wochen mit eigenen Tool-Kits zu reagieren. Für H8- oder M16C-Anwender wiederum bedeutet dies, dass sie künftige Projekte schon frühzeitig mit geringstmöglichen Zeit- und Kostenaufwand auf die RX-Architektur portieren können.

Aktuelle Entwicklungstools

Bild 1: Tools wie das ModSKD-RX62T-Evaluation Kit vereinfachen den  Umstieg von älteren Mikrocontroller-Modellen auf die aktuelle RX-Familie von Renesas.

Bild 1: Tools wie das ModSKD-RX62T-Evaluation Kit vereinfachen den Umstieg von älteren Mikrocontroller-Modellen auf die aktuelle RX-Familie von Renesas.Bilder 1+2: MSC

Neu auf dem Markt erhältlich ist unter anderem das auf einer R5F562TAANFP-MCU basierende ModSKD-RX62T-Evaluation Kit. Der für 100-MHz-Taktfrequenz ausgelegte 32-Bit-Mikrocontroller erreicht eine Rechenleistung von bis zu 165 MIPS und bietet neben 256 kByte Flash, 8 kByte Data-Flash und 16 kByte RAM zahlreiche Peripheriefunktionen wie zum Beispiel zwei Timer für Motorsteuerungen, 8-Kanal-12-Bit-AD-Wandler, 12-Kanal-10-Bit-AD-Wandler, sechs programmierbare Operationsverstärker, sechs Komperatoren und ein CAN-Interface.
Der mitgelieferte E1-Debugger von Renesas kann über USB-Port direkt an den PC angeschlossen werden, ebenso lässt sich der USB-Port auch für die Spannungsversorgung von wahlweise 3,3 V oder 5 V nutzen. Die auf Stiftleisten geführten Pins des R5F562TAANFP erleichtern zudem das Testen und den Aufbau eigener Prototypen.

Das umfangreiche Zubehör des Kits beinhaltet unter anderem Testlizenzen von Renesas Embedded Workshop HEW4 und IARs Embedded Workbench EW32, Software für die Flash-Programmierung, Programmbeispiele mit Quelltext für UART, I²C, LCD und In-Application Flash- Programmierung, AD-Wandler, Inkrementalgeber sowie zahlreiche, weitere Applikationsbeispielen samt ausführlicher Dokumentation. Für Anwender, die bereits im Besitz einer registrierten HEW-Lizenz sind, bietet MSC zudem für eine begrenzte Zeit attraktive Upgrade-Konditionen an.

Referenz-Design sparen Zeit

Noch mehr Zeit und Kosten sparen helfen komplette Referenz-Designs wie das topaktuelle VISURDK-RX62N-WQVGA-Kit, in denen nicht nur das Mikrocontroller-Know-How, sondern auch MSCs langjährige Design-In- und Entwicklungserfahrung im Displaybereich zum Tragen kommen. Bei der Migration eines Mikrocontroller-basierenden Systems vom LCD- zum TFT-Display ist es für in diesem Bereich unerfahrene Entwickler erfahrungsgemäß oft schwer, die für die die permanente Übertragung deutlich größeren Datenmengen erforderliche Systemleistung korrekt einzuschätzen. Als Folge davon kommen gar nicht so selten deutlich überdimensionierte Mikrocontroller oder sogar kleine Embedded-PCs zum Einsatz, was die Systemkosten völlig unnötig nach oben treibt.

Bild 2: Preiswerter Single-Chip-Lösungsansatz für die direkte Ansteuerung von TFT-Displays mit bis zu 480 x 272 Pixel Auflösung – das VISURDK-RX62N-WQVGA Referenz-Design-Kit.

Bild 2: Preiswerter Single-Chip-Lösungsansatz für die direkte Ansteuerung von TFT-Displays mit bis zu 480 x 272 Pixel Auflösung – das VISURDK-RX62N-WQVGA Referenz-Design-Kit.

Dass es auch anders geht, beweist MSCs kostensparender Single-Chip-Lösungsansatz, mit dem sich TFT-Displays bis zu einer Auflösung von 480 x 272 Pixel (WQVGA) direkt ansteuern lassen. Als Anzeigeelement kommt ein industrietaugliches 10,9-cm- (4,3-Zoll-) TFT-Displays mit integriertem kapazitiven Touch-Controller zum Einsatz. Den Kern des Referenz-Design-Kits bildet ein RX62N-32-Bit-Mikrocontroller mit bis zu 165 DMIPs Rechenleistung, 512 kByte Flash, 96 kByte RAM und einer Vielzahl unterschiedlichster Kommunikationsschnittstellen, darunter sechs UARTs, ein Ethernet-, ein CAN- und zwei USB 2.0 Full-Speed- (Host, Function, OTG) Interfaces.
Bei der Auswahl der MCU wurde darauf geachtet, dass für die Ansteuerung des TFT-Displays lediglich fünf Prozent der Rechenleistung benötigt werden. Dank der leistungsfähigen On-Chip-Peripherieeinheiten kann zudem auf die meisten bisher für eine TFT-Ansteuerung zusätzlich benötigten externen Bausteine verzichtet werden. Damit eignet sich der RX62N-basierte Single-Chip-Lösungsansatz optimal für kostensensitiven Industrie- und Konsumerapplikationen, in denen ein leistungsstarker, aber preiswerter Mikrocontroller zu Einsatz kommen muss, die aber aufgrund ihrer Komplexität gleichzeitig eine moderne, grafische Bedienoberfläche erfordern. Beispielsweise High-End-Kaffemaschinen, Haushaltsgeräte aller Art oder auch intelligente Preisschilder.

Auch die Grafikprogrammierung wird einfacher

Einen schnellen und problemlosen Einstieg in die schnelle Grafikprogrammierung ermöglicht die mitgelieferte umfangreiche Grafikbibliothek mit vielen unterschiedlichen und hilfreichen Programmbeispielen, die sich auch von noch unerfahrenen Entwicklern innerhalb kürzester Zeit an eigene Anforderungen anpassen lassen.

Die zugehörigen Softwaretreiber werden teilweise im Quellcode mitgeliefert und auch die notwendige Treibersoftware für das praktische Touchpanel ist bereits vorhanden. Außerdem beinhaltet das hilfreiche Entwicklungs-Kit eine komplette Mikrocontroller-Entwicklungsumgebung inklusive integrierter Entwicklungsumgebung IDE, eine Renesas HEW4 Embedded Workbench, eine Testlizenz für C-Compiler, einen E1 Universal-Serial-Bus-Debugger, einen kompletten Kabelsatz zum PC-Anschluss, ein Netzteil und umfangreiche Dokumentation. (sb)