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Der Trend geht eindeutig in Richtung Zusammenführung aller im Unternehmen am Prozess beteiligten IT-Systeme.
Roger Scholtes ist Leiter M-Solutions bei Eplan Software & Service in Monheim am Rhein.
Wolfgang Lynen ist als Manufacturing Manager, EMEA Marketing Campaign, bei Autodesk tätig.
Arnd Paulfeuerborn leitet die PDM Solutions bei der ISD Group in Dortmund.
Wolfgang Heinrichs ist Direktor für das E-PLM Business Europe & Americas bei Zuken in Hallbergmoos.
Jürgen Hasselbeck ist Vice President Marketing D/A/CH bei Siemens Industry Software in Köln.

Wie erleben Sie, als Anbieter von IT-Tools im Umfeld des Produkt-
Lebenszyklus-Management (PLM), die Entwicklung von PLM-Strategien bei Ihren Kunden?

Roger Scholtes, Eplan: Wir stellen fest, dass unsere Kunden ihre Prozesse der Produktentstehung durchgängiger gestalten wollen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig ist auch die Kopplung zur kaufmännischen Welt – Stichwort ERP – im Fokus.

Wolfgang Lynen, Autodesk: Große Unternehmen, speziell in der Automobil- und Zulieferindustrie, verfolgen schon lange eine PLM-Strategie. Jetzt steht das Thema auch bei kleineren Unternehmen verstärkt auf der Tagesordnung; das zeigt sich auch in wachsendem Interesse und zunehmender Nachfrage nach unseren Digital-Prototyping-Lösungen und nach unserer Datenmanagement/PDM-Lösung. PDM ist für kleinere Unternehmen der Einstieg in eine PLM-Lösung. Diese Unternehmen können sich allerdings keine aufwendigen PLM-Implementierungen leisten, die sich über Jahre hinziehen, sondern sie benötigen skalierbare Lösungen, bei denen bereits die ersten Ausbaustufen messbare Zeit- und Kostenvorteile bringen.

Arnd Paulfeuerborn, ISD: Der Trend geht eindeutig in Richtung Zusammenführung aller im Unternehmen am Prozess beteiligten IT-Systeme, wie PDM, ERP und CRM. Die bisher vorhandene Abgrenzung der einzelnen Systeme wird zunehmend in Frage gestellt. Der Anwender will idealerweise in einem auf ihn zugeschnittenem System seine Daten eingeben und recherchieren, unabhängig davon in welchen System oder Datentöpfen die Informationen letztlich physikalisch landen.

Wolfgang Heinrichs, Zuken: Heutzutage ist man mehr oder minder gezwungen sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, da der Druck aus dem eigenen Marktsegment, von seinem eigenen Kunden und den heutigen internationalen Regulatorien gar keine andere Vorgehensweise mehr erlaubt. Transparenz, Nachverfolgbarkeit, Verwendungsnachweise, Konformität, digitale Freigabeprozesse, Produktkomplexität und vieles mehr ist im Unternehmen in der notwendigen Tiefe nur noch über einen PLM-Ansatz realisierbar und nachvollziehbar. Ein besonderes Thema ist die steigende Komplexität durch Produktvarianten. Historisch vorhandene Unternehmenssteuerungssysteme verfügen kaum über Anreize einen Mitarbeiter zur Vermeidung von Komplexität zu motivieren. Im Produktvertrieb etwa sind die Mitarbeiter ausschließlich an jeder Verkaufseinheit interessiert. In der Folge steigt die Variantenzahl, weil möglichst alle Kundenwünsche erfüllt werden sollen. Im Einkauf wiederum werden die Mitarbeiter an Materialkosten-Senkung, Globalisierung und Beschaffungssicherheit gemessen. Besonders stark wirken sich fehlende Anreize zur Komplexitätsvermeidung im Bereich der Produktentwicklung aus, wo die Entwicklungsleistung an den Herstellkosten, der Funktion und dem Termin gemessen wird.

Weil nun diese verschiedenen Komplexitätstreiber auch noch in unterschiedlicher Stärke auf alle Unternehmensbereiche wirken, ist der Komplexität mit punktuellen Maßnahmen definitiv nicht beizukommen. Erst ein durchgängiges Konzept zur Vermeidung von Komplexität kann zum Erfolg führen. Um den Kreis von der steigenden Komplexität wieder zum Thema PLM zu schließen kann aufgezeigt werden, dass die Einführung von PLM im Unternehmen, durch die Transparenz und Nachverfolgbarkeit, signifikant dazu beitragen kann, dieses Thema zu lösen.

Jürgen Hasselbeck, Siemens: Ich denke es ist eher eine Diskussion der Kundengröße und der Branchen, denn es hängt sehr stark davon ab, welche Durchdringung die Systeme haben. Der Trend wird dahin gehen, dass gerade KMUs und Mittelständler zu mindestens über eine PDM-Strategie nachdenken. Während bei Großunternehmen die Diskussion dahin geht, die Menge der Daten aller Unternehmenbereiche, also auch die des Marketings, des Vertriebs, die der global verteilten Produktionsstandorte, aber auch die der Zulieferer in den Gesamtprozess zu integrieren. Aber grundsätzlich unterscheiden sich die Schwerpunkte bei den PLM-Strategien sich nicht von denen vor drei oder vier Jahren. Einige Strategien gehen dahin, dass man komplett neue Geschäftsfelder mit einbezieht, wie zum Beispiel der immer größer werdende Anteil an mechatronischen Systemen, die neue Anforderungen an die IT-Landschaft stellen. Simulation in den unterschiedlichsten Ausprägungen sind ebenso ein großes Thema, denn es gibt erste Ansätze, diese im Produktionsumfeld zu nutzen.

PLM, das immer noch häufig mit Produkt-Datenmanagement (PDM) verwechselt wird, hat die Industrie heute auf der technischen Seite in ähnlichem Ausmaß verändert, wie in den vergangenen 20 Jahren die Einführung kaufmännischer Systeme. Was erwarten Sie für die nächsten zehn Jahre an IT-Evolutionen?

Roger Scholtes, Eplan: Aus unserer Sicht ist das Thema PLM zwar in Großunternehmen weitestgehend umgesetzt, aber im Mittelstand weiterhin aktuell. Für beide gilt: PLM ist die Basis für neue Methoden im Produktentstehungsprozess. Von Standardisierung, Automatisierung über Variantenmanagement bis hin zum funktionalen Engineering sind hier Potenziale erkennbar.

Wolfgang Lynen, Autodesk: Es ist schwierig in diesen Zeiten eine Zehn-Jahres-Prognose abzugeben. Wir konzentrieren uns darauf, unseren Kunden zu helfen, die vorhandenen Technologien umzusetzen; da gibt es noch viel zu tun. Ein wichtiger Zukunfts-Trend ist sicher das Thema ‚Cloud Computing‘. Cloud ermöglicht Zugriff auf Daten und deren Bearbeitung, egal wo man sich gerade befindet. Ein zweites Beispiel für die Vorteile von ‚Cloud Computing‘ sind Simulationen oder FEM-Analysen. Konstrukteure möchten möglichst viele Varianten durchspielen und hier bietet die Cloud Vorteile, weil man dort zahlreiche Varianten parallel und gleichzeitig berechnen kann. Für Subscriptions-Kunden, die unsere neuen Suiten verwenden, sind verschiedenene Web-Services in der Zukunft geplant.

Arnd Paulfeuerborn, ISD: Der Zugriff auf die Produktdaten und die begleitenden Informationen wird transparenter und entfernt sich von den zugrunde liegenden Applikationen. Heute schon erhält der Anwender Datenzugriff über portable Geräte wie etwa Smartphones und diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Das Produktdaten-Browsing wird gestützt durch die realitätsnahe 3D-Darstellung, in der der Anwender durch alle Informationen einfach durchblättern kann. Das dahinter liegende PLM-System, beziehungsweise die kombinierten Einzelsysteme, erscheinen dem Anwender wie ein Portal oder eine Wolke (Stichwort: Cloud Computing), die die Anfrage losgelöst von der Datenherkunft beantwortet.

Wolfgang Heinrichs, Zuken: Ich weiß nicht, ob es richtig ist, von IT-Evolution zu sprechen oder lediglich von der Weiterentwicklung oder Optimierung vorhandener Lösungen. Derzeit kursiert in der IT das Schlagwort Cloud. Es wird mittlerweile für alle Belange benutzt und wird sich daher ebenso schnell abnutzen. Schauen wir lieber auf das, was unsere Kunden heute benötigen, um die Komplexität der sich immer wieder ändernden Unternehmensorganisationen und -strukturen sowie die permanenten Anpassungen an Unternehmensprozesse, Design Tools und Infrastrukturen zu bewältigen. Hier stellen wir fest, dass die am Markt schon verfügbaren IT-Lösungen und Ansätze bis heute nicht in aller Gänze beim Kunden zum Einsatz kommen können.

Eine Evolution sehen wir in der Autorentoolwelt als dringend notwendig an, denn hier liegen die Potenziale in der Verkürzung der Entwicklungsschritte über den etablierten System-Design- Ansatz und weiterhin der Entwicklung des elektrischen beziehungsweise elektronischen Produktes direkt an der Geometrie des zu entwickelnden Endproduktes – 3D-Verkabelung und 3D-Leiterplattenentflechtung. Somit sehen wir eher die Aufgabe darin, innerhalb der nächsten zehn Jahre den Kunden zu helfen, die zur Verfügung stehenden IT-Lösungen zu implementieren, integrieren, etablieren und die Evolutionen im Bereich der ‚mechatronischen 3D‘ E-CAD-Entwicklung aufzubauen.

Jürgen Hasselbeck, Siemens: Ich tue mich da etwas schwer, einen zeitlich so weiten Ausblick zu geben. Wir sind ja in einer Branche, die sich sehr schnell dreht, und damit meine ich, dass wir nicht wie ein Maschinenbauer lange Produktlebenszyklen haben. Was man aber vielleicht sagen kann ist, dass die Unternehmen ihre PLM-Strategien langfristig anlegen müssen und die IT-Anbieter mit dem Blick auf die Datenkonsistenz neue Evolutionen, also Weiterentwicklungen und Optimierungen ihrer Lösungen bringen werden.

Die weltweit verteilte Entwicklung und Fertigung industrieller Produkte, Maschinen und Anlagen zwingt die Industrie dazu, ihre Prozesse und die Abstimmung aller Beteiligten mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Nur mit einer effektiven, möglichst perfekten Abarbeitung von Einzelaufgaben ist es nicht mehr getan. Was raten sie den Unternehmen?

Roger Scholtes, Eplan: Wenn wir Unternehmen beraten, betrachten wir immer den Gesamtprozess – und zwar von der Produktidee bis in die Fertigung. Dabei sind die zu hebenden Potenziale einer interdisziplinären Durchgängigkeit weit höher als die optimierter Einzelprozesse.

Wolfgang Lynen, Autodesk: Ein Teilaspekt der Abstimmung ist der Austausch von Produktdaten. Obwohl die globale Zusammenarbeit stark zugenommen hat, verwenden viele Unternehmen nach wie vor traditionelle Verfahren wie Zeichnungen für die Kommunikation in der technischen Entwicklung. Neue Verfahren wie die ‚direkte Modellierung‘ bieten hier eine Lösung, denn sie gestatten den Austausch und die Bearbeitung von 3D-Modellen ohne Rücksicht auf das erzeugende System. Ein weiterer Teilaspekt ist die Datenverwaltung. Hier raten wir den Unternehmen, skalierbare Lösungen einzusetzen. Man beginnt mit einer Lösung für das Konstruktions-Team, erweitert das mit eventuell vorhandenen weiteren Standorten, und bezieht dann wichtige Zulieferer mit ein.

Arnd Paulfeuerborn, ISD: Komplexe Prozesse einfach und überschaubar darstellen zu wollen, ist immer das oberste Ziel einer Optimierung. Dafür muss ich den Fokus verändern, je weiter ich mich vom Detail entferne. Um dies zu erreichen, hilft es den Gesamtprozess in kleinere Teilprozesse zu untergliedern, die parallel ablaufen. Somit können wie bei einer Pyramide die Informationen verdichtet werden, ohne die Relevanz der Information zu verlieren. Damit kann ich von oben auf den Gesamtprozess schauen, um den Überblick zu erhalten, sehe aber auch auf Basis von Kenngrößen oder Merkern, an welchen Stellen Probleme aufgetreten sind. Generell gilt es dabei, sich vom Groben zum Feinen zu bewegen.

Wolfgang Heinrichs, Zuken: Wir versuchen dem Kunden dabei zu helfen, den Einstieg in den Systemdesignansatz so leicht wie eben möglich zu gestalten. Dies bedeutet einen Produktentstehungsprozess zu unterstützen, der zum einen die verschiedenen disziplinspezifischen Aspekte berücksichtigt und zum anderen die notwendigen disziplinübergreifenden Prozessschritte so einfach gestaltet, dass keine direkte organisatorische Änderung beim Kunden notwendig ist. Dies ist nur machbar wenn die Autorentool-Lösungen prozessorientiert aufgestellt sind und nahtlos in einander übergehen und integriert sind.

Jürgen Hasselbeck, Siemens: Aus der IT-Sicht heraus, kann ich nur raten, auf Systeme zu setzen, die skalierbar sind, eine hohe Flexibilität, eine stabile Architektur und eine größtmögliche Offenheit bieten. Gerade die Offenheit ist ein nicht unwesentlicher Punkt für die Zukunft, denn der Anwender weiß nicht, was noch auf ihn zukommt. Deshalb benötigen sie eine offene Architektur und ein System, das ihnen erlaubt neue Tools und Systeme zu integrieren.

In der Folge der Wirtschaftskrise, kommt es in der Automobilindustrie zu Sparmaßnahmen, Insourcing und Kurzarbeit, was dazu führt, dass PLM-Investitionen gestreckt oder gestoppt werden. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Wolfgang Lynen, Autodesk: Von der Wirtschaftskrise war ja nahezu der gesamte Maschinenbau und die Fertigungsindustrie betroffen, nicht nur die Automobil-Industrie und deren Zulieferer. Aber was PLM-Investitionen betrifft, so investieren die Unternehmen jetzt nicht nur in zusätzliche Lizenzen, sondern wir sehen auch einen qualitativen Wandel: Es wird mehr in PLM und Digital-Prototyping-Lösungen investiert, ganz konkret in PDM, in anspruchsvolle Visualisierungs-Software und auch deutlich mehr in Lösungen für Simulation und Berechnung.

Arnd Paulfeuerborn, ISD: Im Rahmen der Wirtschaftskrise wurden sicherlich die Investitionen und die Projektumsetzungen stark zurückgefahren, was den fehlenden finanziellen und genauso den personellen Mitteln geschuldet war. Dass mit der Beendigung der Krise so schnell Fahrt aufgenommen werden konnte, lag im Wesentlichen daran, dass das personelle Know-How erhalten blieb. Damit zeigt sich, dass Wissenskonservierung langfristig ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. IT-spezifische Wissenskonservierung erfolgt zu einem wesentlichen Faktor in PLM-Systemen. Das haben auch die Unternehmen erkannt und versuchen sich nun auch auf diesem Feld zu verbessern, was wir als Anbieter deutlich an der Nachfrage ablesen können.

Jürgen Hasselbeck, Siemens: All diese Maßnahmen wurden im Zuge der Kriese getroffen, besonders das Incourcing ist hier zu nennen. Bei den PLM-Investitionen sind die großen Implementierungs-Projekte meist so weiter gelaufen wie sie geplant waren. Manchmal sind natürlich auch Projekte überdacht und deshalb auch erst etwas später angestossen worden. Aber nie wurden Projekte storniert.

Wie ist die Sättigung des PDM- und des MCAD- und ECAD-Marktes in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Wolfgang Lynen, Autodesk: Fast jedes Unternehmen im deutschsprachigen Raum, das Produkte entwickelt, setzt heute ein CAD-System ein, also könnte man von einem nahezu gesättigten Markt sprechen. Aber es findet auch eine Marktbereinigung statt: Noch vor wenigen Jahren gab es deutlich mehr CAD-Anbieter als heute; global spielen nur noch etwa eine Handvoll Anbieter jeweils im MCAD- und im ECAD-Markt eine Rolle. Weil einige der alten CAD-Systeme nicht mehr weiterentwickelt werden oder weil ihre Zukunft unsicher erscheint, richten manche Unternehmen ihre CAD- und PLM-Strategie neu aus. Oft nimmt man diese Gelegenheit zum Anlass, eine längst fällige Umorientierung durchzusetzen, hin zu einer durchgängig digitalen Produktentwicklung.

Arnd Paulfeuerborn, ISD: Der Sättigungsgrad der einzelnen Märkte ist sicherlich schwer zu beurteilen. Die einzelnen Systeme sind bei dem Großteil der Unternehmen bereits im Einsatz. Der Markt für die Anbieter ergibt sich jedoch aus der Suche der Unternehmen nach einer optimalen Gesamtlösung, die durchaus den Austausch einzelner Komponenten einschließt.

Wolfgang Heinrichs, Zuken: Zur Sättigung im PDM und Mechanik-Markt kann Zuken nicht viel sagen, da wir ausschließlich im Nischensegment der E-CAD und E-PLM-Lösungen tätig sind. Zum allgemeinen Thema Marktsättigung kann man jedoch sagen, dass es heutzutage keinen Kunden mehr auf der ‚grünen Wiese‘ gibt und somit ein Geschäft in diesem Umfeld immer ein Verdrängungsgeschäft ist.

Jürgen Hasselbeck, Siemens: Ich denke, dass wir in diesen drei Ländern in einem Verdrängungswettbewerb stehen. Wir finden heute kein Unternehmen mehr, Ausnahme vielleicht einzelne Startups, die über kein PLM/CAx-Systeme verfügen. Die Erweiterung des Marktes hängt heute davon ab, dass wir neue Disziplinen, wie die mechatronischen Systeme pushen.

Wie wird sich die Nutzung von Internet Communities für die Zusammenarbeit in der verteilter Entwicklung und Prozessstandardisierung auswirken?

Roger Scholtes, Eplan: Neue Technologien wie Web-Services, Mobile Kommunikation und Cloud Computing werden sich auch in der professionellen Anwendung etablieren und die ortsunabhängige Zusammenarbeit künftig prägen.

Wolfgang Lynen, Autodesk: Bei der Nutzung des Internets in der Produktentwicklung sahen wir bisher bei vielen Unternehmen Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit. Aber viele Firmen sehen auch die Vorteile, die das Internet bietet: etwa die Verfügbarkeit von Katalogteilen, den Zugriff auf Zeichnungen über mobile Geräte oder den vereinfachten Datenaustausch mit Partnern und Zulieferern. Eine mögliche Lösung des Konflikts zwischen Sicherheitsbedürfnis und Datenaustausch stellen unternehmenseigene Clouds dar.

Wolfgang Heinrichs, Zuken: Die sozialen Netze sind Instrumente,
welche gerade erst den Einzug in die technische Welt erfahren. Man muss diese Netze sehr aufmerksam verfolgen und unterstützen. Es bleibt jedoch abzuwarten, in wie weit die IT Vorschriften der Unternehmen die Nutzung solcher Internet Communities und sozialen Netze erlaubt. Damit steht und fällt der Erfolg der Netze.

Jürgen Hasselbeck, Siemens: Wenn wir das Internet in seiner Definition als Netzwerk sehen, dann spielt das eine immer größere Rolle. In dem Moment wo ich meine Servicemitarbeiter zum Beispiel häufiger vor Ort oder meine Manager auf verteilte Standorten einsetze, muss ich dieser Mobilität Rechnung tragen. Dies sind Themen, welche ich mit dem Internet abdecken kann. Cloud Computing ist ein Thema, welches in aller Munde ist, aber bei welchem der Sicherheitsaspekt eine wichtige Rolle spielt. Für Entwicklungsdaten glaube ich, ist es nicht das Richtige. Im privaten Bereich gehe ich da vielleicht etwas laxer heran, aber nicht mit Unternehmensdaten.