Für den AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. als Träger und die AMA Service GmbH als Veranstalter der Messe Sensor + Test gibt es „in Europa keine vergleichbare Plattform, auf der Anwender auf so viele innovative Anbieter von Sensorik, Mess- und Prüftechnik aus aller Welt treffen können“. Da ist es kaum verwunderlich, dass in diesem Jahr wohl rund 600 Aussteller und über 9000 Besucher nach Nürnberg fahren werden.

Drucksensoren

Der Besucherantrag auf die Sensoren und Messgeräte war auf der letztjährigen Sensor + Test bereits groß.

Der Besucherandrang auf die Sensoren und Messgeräte war auf der letztjährigen Sensor + Test bereits groß. Sensor + Test

Zwar können die Besucher auf der Sensor + Test viele verschiedene Standardaufnehmer mechanischer Messgrößen finden, aber wer genau hinschaut, wird auch Spezialitäten und das nicht Alltägliche entdecken. Die zur Messung von Druck und Differenzdruck eingesetzten Technologien reichen von piezoresistiven Siliziumsensoren für Druckmessung in flüssigen und gasförmigen Medien bis zu Dünnschicht-Dehnungsmessstreifen, wobei manchen Sensoren zusätzlich Temperatursensoren enthalten.

So zeigt der amerikanische Hersteller Pressure-Sensor Bluetooth-fähige MEMS-Drucksensoren sowie vorgefertigte Sensormodule und Keramiksensoren für Automobil-, Industrie- und Consumer-Anwendungen, aber auch Sensoren für Luftverdichter- und Wasseraufbereitungsanwendungen. Sensoren für Absolutdruckmessungen mit Kantenlängen von einem Millimeter wird das CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik ausstellen. Die eingebetteten Piezowiderstände haben eine Empfindlichkeit von 20 μV/hPa bei Messgenauigkeiten von bis zu 0,001 hPa. Durch die hohe Auflösung eignen sie sich für die Navigation in Innenräumen oder für Überwachungsaufgaben wie etwa die Sturzerkennung von Patienten.

Drucksensoren von Analog Microelectronics.

Drucksensoren von Analog Microelectronics. Analog Microelectronics

Miniaturisierte Drucktransmitter im kompakten Metallgehäuse messen verschiedene Druckarten wie Absolut-, Relativ- und Differenzdruck im Druckbereich von 50 mbar bis 10 bar. Im robusten Metallgehäuse können die Sensoren des Mainzer Unternehmens Analog Microelectronics in pneumatischen Systemen geringe differenzielle Druckänderungen bei hohem Systemdruck messen. Zum Einsatz kommen die 35 x 25 x 25 mm3 großen Sensoren in der Medizintechnik zur Gasstromüberwachung oder als Füllstandanzeiger in Flüssigkeitstanks oder zur Druckmessung in Reinräumen.

„Der weltweit kleinste digitale Differenzdrucksensor“, den Sensirion fertigt, misst lediglich 5 x 8 x 5 mm3 und erlaubt damit neue Anwendungsmöglichkeiten wie die Messung des Massendurchflusses in der Medizintechnik oder in der Konsumgüterindustrie.  Keller Gesellschaft für Druckmesstechnik zeigt den  „kleinsten Drucktransmitter, der sich mit der I2C­-Schnittstelle zur einfachen Integration in mikrocontroller­basierte Systeme eignet“. Mit einem „besonders niedrigen Stromverbrauch“ und RFID-Schnittstelle bietet er sich auch für batteriebetriebene Geräte an. ACS-Control-System aus Eggenfelden wiederum will „den kleinsten programmierbaren 2-Draht-Drucksensor mit HART-Schnittstelle“ in Nürnberg ausstellen. Er ist vollverschweißt und eignet sich zur Überwachung des Relativdrucks in Gasen, Dämpfen, Flüssigkeiten und Stäuben.

Ratiometrischer Druckaufnehmer von Sensaggio.

Ratiometrischer Druckaufnehmer von Sensaggio. Sensaggio

Der italienische Sensorhersteller Sensaggio entwickelte ursprünglich für den Automobilsektor einen ratiometrischen Druckaufnehmer, bei dem es auf besonders unverfälschte Ergebnisse ankommt. Jetzt gibt es den gleichen Sensor auch für den industriellen und biomedizinischen Sektor. Der Druckaufnehmer nutzt eine piezoresistive, chemisch geätzte Keramikmembran und misst die Änderung des spezifischen Widerstandes mit einer Wheatstone-Brücke. Am Stand des rumänischen Herstellers Sitex gibt es Differenzfeindrucksensoren mit piezoresistiven Siliziummembranen zu sehen, wobei sich auf dem 3 x 3 mm2 großen Gesamtchip eine 1 mm2 Si-Membran befindet. Die Druckbeaufschlagung erfolgt dabei auf beiden Seiten der Membran. Damit lässt sich der Sensor sowohl als Messfühler als auch als Differenzdruckmesser verwenden.

Bei seinen leiterplattenbasierten Drucksensoren hebt Pewatron besonders das „extrem rauscharme analoge Ausgangssignal, eine hohe Auflösung und eine schnelle Abtastrate“ hervor. Möglich wird dies durch ein Zwei-Chip-System, bestehend aus einem MEMS-Sensorchip und einem Chip zur Signalkonditionierung. Anwendungsgebiet sind Highend-Messgeräte für die nicht-invasive Blutdruckmessung. Der Standardmessbereich der Sensoren liegt zwischen 0 und 250 mbar beziehungsweise 0 und 12 bar. Mit der Einpunkt-Druckschwellwerterkennung lässt sich ein kleiner Druckschalter realisieren.

Einen Überblick zu Drehmoment- und Gewichtssensoren auf der Sensor + Test gibt es auf der nächsten Seite.

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