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In dem 2011 neu errichteten Logistikzentrum werden in Hochregallagern Photovoltaikmodule, Flachbaugruppen, Halbfabrikate und allerlei Endprodukte gelagert.
Die Qualität der Fertigung wird in jedem Prozessschritt geprüft und garantiert, mit Systemen wie AOI, AXI, ICT und Flying Probe sowie Funktionstests.
Nichts wird dem Zufall überlassen: Wenn erforderlich, bekommen die elektronischen Baugruppen auch eine Schutzbeschichtung.
Shelter sind schwergewichtige Schränke, die bei ml & s mit allen nötigen Einheiten konfiguriert werden und finden ihren Einsatz in der Telekommunikation oder Strom- und Energieverteilung.
Roboter setzen Solarmodule zusammen. Heute nimmt das Solargeschäft einen eher geringen Anteil am Umsatz ein.
Besondere Anforderungen werden heute an die Prozesskontrolle und Maßnahmen zur Qualitätssicherung gestellt.

Manufacturing, logistics and services – so einfach erklärt sich die zunächst kryptisch anmutende Bezeichnung Unternehmensbezeichnung ml&s. Das Unternehmen fertigt elektronische Produkte für verschiedene Branchen wie Automotive, Telekommunikation, Maschinenbau und andere. Insbesondere in den Bereichen Automotive und Telekommunikation hat das Unternehmen den Umsatz in den letzten Jahren gesteigert. Dazu tragen die Zertifizierungen nach ISO 9001, ISO 14001, ISO/TS 16949, BS OHSAS 18001 und TL 9000 bei.

Überdies hat der Elektronikfertigungs-Dienstleister die Insolvenz seines einst größten Kunden, dem Solarmodulhersteller Solon, gut überstanden. Nachdem Solon im Jahr 2012 ins Straucheln geriet und Anfang Mai 2014 nun gänzlich aufgab, erschloss sich ml&s schrittweise neue Märkte. So konnte das Unternehmen gerade in jüngster Vergangenheit große Aufträge von amerikanischen Firmen an Land ziehen, die teils in Übersee, teils in Deutschland ihren Sitz haben. Im Werk des ehemaligen NEG Nachrichtenelektronik Greifswald entstehen daher elektronische Baugruppen und auch komplette Geräte. Bereits von Beginn der Zusammenarbeit wird konsequent am Projekt der Kunden mitgearbeitet. Jeder Auftraggeber hat einen bestimmten Ansprechpartner, der ihm vom Zeitpunkt der Auftragserteilung bis zur Fertigstellung des Auftrages zur Seite steht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten den Weg des Produkts in und durch die Fertigung bis zur finalen Prüfung und Auslieferung.

Elektronische Flachbaugruppen

Das Spektrum der durch ml&s verarbeiteten Formate an Leiterplatten und Bauelemente-Bauformen deckt viele der üblichen Markterfordernisse ab – von Einzelstücken bis zur Massenfertigung. Egal, ob Muster, Prototypen oder Serien gefertigt werden, die Prozesse sind definiert und verbindlich. Die Losgrößen reichen dabei von 1 bis 10.000 Stück. Im Bereich SMD werden alle gängigen Bauformen von 0201 bis QFP mit Raster 0,4 mm und BGA verarbeitet. Im Bereich THT können ebenfalls alle bedrahteten Bauelemente, -formen und -typen vorbereitet und verarbeitet werden.

Die Qualität der Fertigung wird in jedem Prozessschritt geprüft, mit Ausrüstungen, die AOI, AXI, ICT und Flying Probe bis hin zu Funktionstests umfassen. Gemeinsam mit dem Kunden werden spezielle Prüfkonzepte erarbeitet und umgesetzt. Die Ergebnisse stehen den Auftraggebern ohne Einschränkung zur Verfügung. Teilweise geht die Transparenz soweit, dass die Kunden online direkten Zugriff auf die Prüfplätze haben und damit jederzeit Einblick in die Testdaten nehmen können. Ein eigener Prüfmittelbau stellt die Verfügbarkeit der Testplätze rund um die Uhr sicher. Achtzehn Schichten pro Woche erfordern eine stete Einsatzbereitschaft der Prüf- und Testsysteme. Durch den firmeneigenen Wartungs- und Reparaturservice wird gewährleistet, dass die Geräte stets funktionstüchtig sind.

IoT und Industrie 4.0

Geschäftsführer Udo Possin ist sich sicher: „Industrie 4.0, die vierte industrielle Revolution, kommt. Nicht auf einen Schlag, aber Zug um Zug. Die Grundlage haben wir bereits mit der Auftragsverfolgung und -überwachung installiert. Und alle Details greifen lückenlos ineinander. Das sind zwar erst einmal nur kleine Teile, aber nach und nach ergibt sich aus diesem Puzzle ein zusammenhängendes Bild.“ Die Grundlage für Industrie 4.0 stellt die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung all der Instanzen dar, die mit an der Wertschöpfung beteiligt sind. Dazu zählt auch die Fähigkeit aus diesen Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsprozess abzuleiten. Am Ende steht ein Szenario für eine quasi sich selbst organisierende Fertigung. Ziel ist die „intelligente“ Fabrik, auch smart factory genannt, die sich durch ihre Wandlungsfähigkeit, effizienten Einsatz der Ressourcen und Ergonomie sowie die Integration von Kunden- und Geschäftspartnern in Geschäftsprozesse und Wertschöpfungsprozesse auszeichnet. Die Voraussetzungen dafür sind kybernetisch-physische Systeme und das IoT (Internet of Things/Internet der Dinge).

Die Themen Ausbildung und Fortbildung nehmen einen besonderen Platz auf der Agenda ein. Udo Possin sagt deutlich: „Wer Qualität produzieren will, und das ist unser Anspruch, der muss auch in die Qualität der Mitarbeiter investieren. Wir können uns keinerlei Ausrutscher leisten.“ Wie wichtig den Greifswaldern die Ausbildung und damit der Nachwuchs an Fachkräften sind, zeigt die Lehrlingsausbildung. Derzeit absolvieren rund 20 Azubis ihre Ausbildung. Seit Gründung von ml&s wurden jedes Jahr junge Leute zum Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet, die nach erfolgreichem Abschluss der Lehrzeit in das Team integriert werden sollen.

Technologiepark

Auf Initiative von ml&s wurde der „Technologiepark Siemensallee“ gegründet. Auf dem 100.000 m2 großen Gelände haben sich zahlreiche Unternehmen aus den verschiedensten Branchen angesiedelt, deren Dienste von allen genutzt werden können. Als Komplettdienstleister für die Elektronikbranche, so die offizielle Firmencharakterisierung, ist ml&s naturgemäß auf enge Kooperation mit Zulieferfirmen ausgerichtet. Außerdem sind auf dem Betriebsgelände Schulungsräume sowohl für interne als auch externe Schulungen eingerichtet.

Neues Logistikzentrum

Seit 2011 betreibt ml&s ein Logistikzentrum direkt gegenüber dem Werksgelände. Auf einer Hallengrundfläche von rund 5.000 m2 werden in Hochregallagern Photovoltaikmodule, Flachbaugruppen, Halbfabrikate und viele Endprodukte für die verschiedenen Kunden gelagert. In der Automobilindustrie aber auch bei anderen Industrien sind die Lieferanten nach unterschiedlichen Lieferrängen qualifiziert. Diese sogenannte Zulieferpyramide kennzeichnet die Struktur der Lieferanten zum OEM, dem eigentlichen Hersteller des Endprodukts.

Liefer- und Termintreue sind unerlässliche Voraussetzungen für die Erhaltung des erreichten Standards. Von hier aus werden die Produkte auf unterschiedlichen Wegen in alle Welt verschickt. Heute werden Kunden an zahllosen Standorten weltweit betreut. Dazu trägt auch der elektronische Datenaustausch mit den Kunden bei, die exakt verfolgen können welche Bestände im Lager vorhanden sind. Die kundenspezifischen Konzepte sind individuell auf die Anforderungen des jeweiligen Auftraggebers abgestimmt.

Rundum-Service

Vom Layout, der Bestückung und Konfiguration kompletter Systeme, der Qualitätssicherung bis hin zum Versand des Produktes an seine Zieladresse und den After-Sales-Service bietet ml&s alles aus einer Hand. Außerdem bietet das Unternehmen allerlei Dienstleistungen im Bereich Kabelfertigung, Schaltschrankbau, Gerätefertigung, Musterbau und Herstellung von Photovoltaikmodulen.