Thorsten Gerke (rechts, im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Chefredakteur Alfred Vollmer): „Die Automated-Driving-System-Toolbox vereint den Bereich Perception mit der Planung des Fahrwegs und der Regelung in Form von Lenken, Bremsen und Beschleunigen.“

Thorsten Gerke (rechts, im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Chefredakteur Alfred Vollmer): „Die Automated-Driving-System-Toolbox vereint den Bereich Perception mit der Planung des Fahrwegs und der Regelung in Form von Lenken, Bremsen und Beschleunigen.“ Alfred Vollmer

Herr Gerke, wie läuft das Automotive-Geschäft?

Thorsten Gerke: Eines vorweg: Automotive ist das größte Marktsegment von Mathworks. Unser Geschäft läuft seit vielen Jahren gut, und der Trend ist weiterhin rundum positiv. Der Hauptgrund dafür ist, dass wir über viele Jahre hinweg eine enge Partnerschaft zu automotiven OEMs und Zulieferen aufgebaut haben, und unsere Kunden benötigen zuverlässige Tools, die es ihnen ermöglichen, qualitativ sehr gute und hochwertige Produkte in immer kürzeren Entwicklungszeiten zu entwickeln.

Was heißt das in Zahlen ausgedrückt?

Thorsten Gerke: Da wir ein Unternehmen mit Privateigentümern sind, veröffentlichen wir keine Geschäftszahlen. Diese Eigentümerstruktur kommt uns sehr zugute, denn weil wir keine Abhängigkeiten von Shareholdern haben, können wir viel langfristiger denken, planen und agieren. Wir analysieren sehr genau, in welche Richtungen sich die Industrie langfristig entwickeln kann und welche Prioritäten wir in den nächsten Jahren setzen wollen und definieren darauf basierend unsere Ziele und verfolgen diese dann ganz konsequent.

Welche Schwerpunkte setzen Sie im Automotive-Bereich?

Thorsten Gerke: Wir richten unsere Schwerpunkte immer an den wichtigen Trends und langfristigen Entwicklungen der Industrie aus. Hauptaktivitäten der Autoindustrie beziehen sich auf die Bereiche Elektrifizierung des Antriebs, ADAS & autonomes Fahren, Funktionale Sicherheit, Embedded Security; und auch der Bereich Big Data spielt mittlerweile eine große Rolle in der Autoindustrie. Mathworks unterstützt unsere Kunden bei der Bewältigung dieser Aufgaben domänenübergreifend. Zum einen durch die modellbasierte Entwicklung mit Simulink für regelungstechnische Systeme in Verbindung mit automatischer Codegenerierung für die Entwicklung von Embedded-Software. Die eigentliche Mehrwertfunktion im Auto steckt heute in der Embedded-Software, und somit ist es wichtig, hohe Softwarequalität bei immer kürzer werdenden Entwicklungszeiten und unter hohem Kostendruck modellbasiert zu entwickeln.

Über die verschiedenen Anwendungstrends hinweg sieht sich die Autoindustrie aber zunehmend auch mit großen Datenmengen konfrontiert. Diese stellen ein beträchtliches Potential für die Autofirmen dar, aus denen Informationen und Wissen extrahiert werden muss, um die Produktentwicklung zukünftig noch stärker an den Wünschen des Kunden zu orientieren. Hierzu entwicklen Autofirmen Algorithmen in Matlab, um diese Informationen aus den riesigen Datenmengen zu gewinnen. Ein gutes Beispiel ist der Bereich der Umfeldsensorik für ADAS und automatisiertes Fahren. Hier werden immense Datenmengen produziert, die analysiert werden müssen. Bei geschickter Nutzung beziehungsweise Auswertung dieser Daten können die Ingenieure diverse Modelle für die Vorhersage ableiten. Automatische Fahrzeugdetektierung und Fußgängererkennung mittels Deep Learning sind da nur einige Bereiche, bei denen es um sehr große Datenmengen geht.

Über welche Datenmengen sprechen wir hier?

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