Das Konzeptfahrzeug „Vision Zero Vehicle“ verfügt über intelligente Systeme, die dabei helfen könnten, viele Unfälle zu vermeiden. So kann der „Driver Distraction Assist“ erkennen, wenn der Fahrer abelenkt ist – die mittlerweile zweithäufigste Unfallursache nach überhöhter Geschwindigkeit – und bei Bedarf das Fahrzeug soweit sicher steuern, bis keine größere Gefahr mehr besteht.

Bild 1: Das Vision Zero Vehicle ist ein rein elektrisch angetriebener Versuchsträger mit diversen ADAS-Funktionalitäten.

Bild 1: Das Vision Zero Vehicle ist ein rein elektrisch angetriebener Versuchsträger mit diversen ADAS-Funktionalitäten. Alfred Vollmer

Mit „Wrong-way Inhibit“ schafft ZF außerdem das Potenzial, Geisterfahrten und deren oft fatale Folgen aktiv zu verhindern. Derartige Sicherheitsfunktionen sind entscheidende Wegbereiter für die Übergangsphase zwischen assistiertem und autonomem Fahren. Mit seinem integrierten elektrischen Achsantrieb fährt das Vision Zero Vehicle zudem lokal emissionsfrei. „Null Verkehrsunfälle und null Emissionen werden erst möglich, wenn alle Transportmittel elektrisch, autonom und vernetzt fahren; daran arbeiten wir mit Hochdruck“, erklärt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG..

Blickrichtung OK?

Rund jeder zehnte Verkehrstote geht laut einer Verkehrssicherheitsstudie des Allianz Zentrums für Technik mittlerweile auf den Faktor Ablenkung zurück. In Deutschland verloren dadurch im Jahr 2016 rund 350 Personen ihr Leben, 94 mehr als durch Alkohol am Steuer. In den USA, wo im Jahr 2015 alleine durch Ablenkung am Steuer 3477 Menschen starben, ist die Situation ähnlich.

Bild 2: Das Fahrzeug von morgen ist datentechnisch eng an seine Umwelt angebunden; ZF arbeitet an derartigen Connectivity-Lösungen.

Bild 2: Das Fahrzeug von morgen ist datentechnisch eng an seine Umwelt angebunden; ZF arbeitet an derartigen Connectivity-Lösungen. ZF Friedrichshafen

Exakt hier setzt der Driver Distraction Assist an, denn er kann dazu beitragen, Ablenkung am Steuer zu erkennen. „Die Funktion warnt den Fahrer entsprechend und unterstützt ihn im Notfall so lange, bis eine potenziell gefährliche Situation überwunden ist“, erklärt Dr. Harald Naunheimer, Leiter der zentralen Forschung und Entwicklung bei ZF.

Bild 3: Diese 48-V-Antriebseinheit von ZF enthält bereits den Wechselrichter mit Rotorlagesensor.

Bild 3: Diese 48-V-Antriebseinheit von ZF enthält bereits den Wechselrichter mit Rotorlagesensor. Alfred Vollmer

Technische Basis des Anti-Ablenkungsassistenten ist eine lernfähige laserbasierte ToF-Innenraumkamera (ToF: Time-of-Flight), welche die Position des Fahrerkopfs dreidimensional erfasst – bei Tag und bei Nacht, selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen. Infolgedessen kann sie erkennen, sobald der Blick des Fahrers vom Verkehrsgeschehen abgewandt ist. Droht dadurch Gefahr, schlägt das System in der ersten Stufe optisch durch Warnung im Zentraldisplay, akustisch sowie haptisch durch aktives Straffen des Sicherheitsgurts Alarm. Parallel dazu unterstützt der Anti-Ablenkungsassistent den Fahrer bei der Längs- und Spurführung des Fahrzeugs, auch in Kurven. Reagiert der Fahrer weiterhin nicht – ein Fall, der bei Übergabeszenarien vom automatisierten zum assistierten Fahrmodus ebenfalls eintreten kann – nimmt das System das Antriebsmoment kontinuierlich zurück. Im letzten Schritt kann es bei weiterhin bestehender Ablenkung sogar die Gasannahme zurücknehmen und den Wagen an sicherer Stelle anhalten.

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