Dr. Axel Zein, Wscad: „Schaltschrankbauer können jetzt mit Wscad arbeiten, egal aus welchem System und in welchem E-CAD-Datenformat sie Daten geliefert bekommen.“

Dr. Axel Zein, Wscad: „Schaltschrankbauer können jetzt mit Wscad arbeiten, egal aus welchem System und in welchem E-CAD-Datenformat sie Daten geliefert bekommen.“ Redaktion IEE

Eine der wesentlichen Aspekte beim Engineering sind die Datenwelten. „Ohne saubere Produktdaten geht die Effizienz ruck zuck in den Keller“, weiß Dr.Axel Zein, Geschäftsführer von Wscad. Deshalb hat er mit Wscad Universe eine für Anbieter und Anwender offene und kostenlose Datenbank für Bauteildaten aufgebaut. „Mit aktuell einer Million Artikeldaten die wohl weltweit größte Datenbibliothek am Markt“, betont Zein und stellt heraus, dass Wscad und Eplan-Anwender auf Artikeldaten verschiedener Hersteller im jeweiligen Format zugreifen können.

Offenheit als Philosophie

Eine auf der SPS IPC Drives vorgestellte Funktion in der Disziplin Schaltschrankplanung der Wscad Suite ist der Aufbau von Schaltschränken mit Daten aus anderen E-CAD-Systemen. Dazu Dr. Zein: „Dieser neue Freiheitsgrad macht Entwickler und Konstrukteure unabhängig vom E-CAD-System ihrer Zulieferer.“

Über die Schaltfläche ‚Import E-CAD Material‘ öffnet sich ein Dialog für den Import von Klemmenplänen, Material- und Verbindungslisten, die zuvor aus anderen E-CAD-Systemen exportiert wurden. Abhängig vom Fremd-System erfolgt der Export beispielsweise in Form einer oder mehrerer Excel-Listen. Ein Import-Wizard liest die Eingabelisten individuell ein und führt diese in das von Wscad benötigte Format zusammen.

Abhängig von der Datenquelle liest ein Wizard die Quelldaten aus anderen E-CAD-Systemen individuell ein und bereitet sie für die Weiterverarbeitung in der Wscad Suite auf.

Abhängig von der Datenquelle liest ein Wizard die Quelldaten aus anderen E-CAD-Systemen individuell ein und bereitet sie für die Weiterverarbeitung in der Wscad Suite auf. Wscad

Beim Import werden Informationen wie Hersteller- und Funktionstexte, BMKs, Artikeldaten, Werte aus Motoren-Listen oder Zusatztexte übernommen. Um Redundanzen innerhalb der Wscad-Anwendung zu vermeiden, erfolgt ein Abgleich mit den bereits vorhandenen Wscad-Datensätzen. Danach kann der bekannte Konstruktionsvorgang mit maßstäblichem Zeichnen für Autorouting, automatisches und zehntelmillimeter genaues Aufschnappen der Bauteile (mittig oder lichte Weite), die Kollisionsprüfung und die Anzeige des Füllgrads beginnen. Dazu Zein: „Für eine bessere räumliche Vorstellung haben wir zudem eine 3D-Darstellung des Schaltschranks implementiert.“ Die eingelesenen Verdrahtungsinformationen in Form von Verbindungslisten und Klemmenplänen werden für das Autorouting verwendet.

Im Ergebnis unterscheidet sich der geplante Schaltschrank nicht von der bisher üblichen Vorgehensweise auf Basis eines Stromlaufplans. Die Planung umfasst das Draht-Routing sowie die Bereitstellung der Daten für eventuell eingesetzte Bohrautomaten. Ist der Schaltschrank fertig, stehen alle Daten für die Fertigung zur Verfügung. Zum Beispiel die Einzel- oder Serienfertigung von Drähten auf mobilen Drahtablängautomaten, Kabelbeschriftungen und Label-Druck oder die Herstellung einbaufertiger Kabelbündel. Auf NC-Fertigungszentren lassen sich mit den Daten Schalttafeln und Schranktüren produzieren. Wer möchte, kann aus den fertigen Schaltschrankdaten auch den Stromlaufplan erstellen.