Vom 12. bis 14. März 2014 fand im Kloster Banz in Bad Staffelstein das 29. Symposium Photovoltaische Solarenergie.

Vom 12. bis 14. März 2014 fand im Kloster Banz in Bad Staffelstein das 29. Symposium Photovoltaische Solarenergie. Siegfried W. Best

Der deutschen PV-Industrie ist ein Großteil des so wichtigen Heimatmarktes weggebrochen. Nach vielen Jahren des Wachstums war der Zubau von Photovoltaikanlagen in Deutschland 2013 erstmals deutlich rückläufig. Mit 3,3 GWp wurden weniger als halb so viele Anlagen wie im Jahr 2012 (7,6 GWp) in Betrieb genommen. Und der Rückgang schreitet fort, das Ziel von 200 GW in 2020 ist vom heutigen Stand aus (37 GW) nicht zu erreichen.

Die Überarbeitung des Energie-Einspeise-Gesetzes (EEG) durch die neue Bundesregierung und die damit verbundene geplante Beteiligung des Eigenverbrauchs an der EEG-Umlage könnte Investoren davon abhalten, weiter in PV-Anlagen zu investieren und dämpft den Markt weiter. Diese Beteiligung wird als Strafsteuer angesehen, sie war das Reizthema der Veranstaltung. Übertragen auf die Wasserversorgung würde dies bedeuten, dass man auf Wasser, das man in einer Regentonne auffängt, auch eine Abgabe zahlen müsste.

Deutschland konnte bislang stolz sein auf seine Pionierrolle in der Photovoltaik, leider ist die Politik derzeit kontraproduktiv wozu auch die Deckelung auf 52 GW beiträgt. Die Politik macht alles RWE-gerecht, so Aussagen von Teilnehmern des Symposiums, die auch eine Abwrackprämie für Kohlekraftwerke ins Spiel brachten.

Zumindest im privaten Bereich wird es weitere Investitionen geben und dezentrale Anlagen werden ihre Vorteile ausspielen. Auch muss die Speicherung im Großen und im Kleinen weiter forciert und mehr gefördert werden.

Weltweit schreibt die Photovoltaik jedoch nach wie vor Erfolgsgeschichte. Der internationale Markt ist 2013 wieder deutlich gewachsen und die stark fallenden Preise machen die photovoltaische Stromerzeugung gegenüber den konventionellen Methoden wettbewerbsfähig.

Es sind vor allem Länder wie China, Japan und die USA, die Deutschland als Zugpferd abgelöst haben. Durch diesen schnellen Wandel der Märkte und den sich verändernden Rahmenbedingungen steht die gesamte deutsche PV-Branche vor einer riesigen Herausforderung, die es zukünftig zu meistern gilt.

Doch wie viel Photovoltaik verträgt Deutschland überhaupt und welche versteckten Potenziale, insbesondere bei der Energiespeicherung und den technischen Lösungen für die bessere Netzintegration, gilt es noch zu nutzen. Antworten auf die Frage gaben sechs Referenten von Netzwerkbetreibern, Infrastrukturanbietern und Hochschulen. Es wurde festgestellt, dass wir jetzt und nicht erst morgen vor großen technischen und eng verbunden damit auch wirtschaftlichen Herausforderungen in der Region stehen. Knackpunkte sind der Ausbau der Übertragungsnetze (hier müssen aber auch die Verteilernetze ins Spiel gebracht werden, passive Ausspeisenetze müssen zu intelligenten Einspeisenetzen für PV und Wind werden), fehlende Speicherkapazitäten, die negative Auswirkung staatlicher Subventionierungen auf den Strompreis, die Belastung der Haushalte und die mangelnde Wirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke. Durch die Verengung des Förderkorridors schafft sich der Staat eine Hintertür, um eventuell die Laufzeit der Kernkraftwerke zu verlängern. Alles hängt vom Gesamtkonzept der Energiewende ab, dieser Masterplan, der auch Speicherung und Gaskraftwerke umfassen sollte, muss die vordringliche Aufgabe sein. Technologie-, Kosten- und Übergangsfragen sind gelöst beziehungsweise bald lösbar. Deshalb macht eine Begrenzung der PV keinen Sinn, es stellt sich die Frage, so einer der Referenten: „Wie viel PV-Verhinderer verträgt Deutschland noch?“

Vertreter aus Politik und eine interdisziplinäre Expertengruppe gaben den 751 Teilnehmern des Symposiums mit ihren Vorträgen sowohl Einblick in die sich verändernden Marktstrukturen und deren Chancen, als auch in technische Neuerungen und Entwicklungen.

Exemplarisch für den technischen Fortschritt in der PV-Branche stand die Verleihung des Innovationspreises, für den so viele Einreichungen eingegangen waren wie nie zuvor.

Neben den Vorträgen und der Verleihung des Innovationspreises fand eine Posterausstellung mit 86 Postern statt. Die besten Poster wurden am letzten Tag durch den Tagungsbeirat prämiert.

Die Gewinner der Posterpreise sind:

  • 1. Platz: David Derix, Fraunhofer ISE, Freiburg (Agrophotovoltaik),
  • 2. Platz: Prof. Dr. Martin Kesting, ISFH, Hameln-Emmerthal (Gesamtenergieversorgung im Einfamilienhaus),
  • 3. Platz: Dr. Armin Schmiegel, Bosch Power Tec GmbH, Hamburg (Ertragsobergrenzen von PV-Speichern zur Optimierung der Eigenverbrauchsquote am Beispiel von Klein- und Mittelbetrieben).

Die Gewinner des Innovationspreises sind 1. Steca (Regelung und Steuerung der Sonnenenergie), 2. Solar Multiboard (Alu-Arbeitshilfe für sichere Wartung von Panels) und 3. Smart Exergy (Intelligente und wartungsfreie Funksensorik für PV-Anlagen).

Mit 94 ausstellenden Firmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, China, Israel und Korea waren die begleitende Fachausstellung der Industrie und das Anbieterforum ein wichtiges Element des Symposiums. Sie gaben einen umfassenden Überblick über die neuesten Systemkomponenten, Komplettanlagen, Geräte und Anwendungsbereiche der Photovoltaik, sowie über das vielfältige Spektrum an begleitenden Dienstleistungen. Eine Sonderstellung bei den Ausstellern nahm die Eurocomp GmbH ein, die als einziger Halbleiterhersteller vertreten war und das besondere Interesse der Wechselrichterhersteller fand. Eurocomp war neben der Adler Solar Service GmbH und der Phoenix Contact GmbH & Co.KG einer der Platinsponsoren des Symposiums.

Reges Interesse am Stand von Eurocomp fanden die modernen High-Bandgap-Halbleiter von RFMD (GaN) und Microsemi (SiC). Sie ermöglichen effiziente und durch großen SOA zuverlässige Wechselrichter.

Reges Interesse am Stand von Eurocomp fanden die modernen High-Bandgap-Halbleiter von RFMD (GaN) und Microsemi (SiC). Sie ermöglichen effiziente und durch großen SOA zuverlässige Wechselrichter.Siegfried W. Best

Während der gesamten Veranstaltung standen den Teilnehmern zudem die Testcenter verschiedener Firmen im Außenbereich des Klosters zur Verfügung. Nach einer ausführlichen Erklärung durch die Experten konnten selbst mitgebrachte Module getestet werden.