Hinter der Lackierung eines Autos in einem chinesischen Paintshop steckt ein ausgeklügeltes Netzwerk mit 500 Teilnehmern. Ein System überwacht die Ethernet-/Profinet-Topologie und macht so die Diagnose effizienter und transparenter. (Symbolbild)

Hinter der Lackierung eines Autos in einem chinesischen Paintshop steckt ein ausgeklügeltes Netzwerk mit 500 Teilnehmern. Ein System überwacht die Ethernet-/Profinet-Topologie und macht so die Diagnose effizienter und transparenter. (Symbolbild)

BMW / yewkeo – adobe stock

In der Lackiererei eines chinesischen Automobilwerks stehen sechs Linien, jeweils zwei für die Teilprozesse Versiegelung/Unterbodenschutz (Sealing), Grundierung (Primer) und Lackierung (Base/Clear Coat). Der dortige deutsche Automobilausrüster hat für die Vernetzung der Anlagen vorwiegend Automatisierungs- und industrielle Netzwerkkomponenten von Siemens eingesetzt, aber auch Geräte von Drittanbietern. In Summe nahezu 500 Netzwerkteilnehmer, wie Simatic-Steuerungen und Kommunikationsprozessoren, Scalance-Switches, Gateways und Kameras.

Der Paint Shop ist ein zentraler, hoch automatisierter und umfassend vernetzter Prozessteil jeder Automobilproduktion. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Verfügbarkeit der industriellen Netzwerkkomponenten, die maßgeblichen Anteil am zuverlässigen Betrieb und Zusammenspiel aller Anlagenteile haben. Jeder Ausfall – mitunter auch nur ein Fehler einer einzigen Netzwerkkomponente – kann den Produktionsfluss massiv beeinträchtigen und muss daher schnell erkannt, lokalisiert und behoben werden.

Software erkennt Geräte und Netzwerktopologien

Die von Sinema Server automatisch generierte Anlagen-Topologie dient im laufenden Betrieb bei jeder zyklischen Abfrage als Soll-Referenz, anhand derer das System jede Veränderung erkennt und anzeigt.

Die von Sinema Server automatisch generierte Anlagen-Topologie dient im laufenden Betrieb bei jeder zyklischen Abfrage als Soll-Referenz, anhand derer das System jede Veränderung erkennt und anzeigt. Siemens

Um die Verfügbarkeit der Produktion zu erhöhen, wandte sich der Lackieranlagenbauer an den Siemens-Vertrieb, wodurch die Idee einer zentralen, kontinuierlichen Netzwerk-Überwachungs-Lösung entstand. Anschließend wurden die Siemens Experten des Professional Services-Teams involviert, die Anforderungen diskutiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt – auch praxisnah, mit einer Live-Demonstration der Möglichkeiten der Software Sinema Server.

Besonders gefallen hat dem Anlagenbauer die automatische Geräteerkennung und Generierung der aktuellen Netzwerktopologie, sowie deren grafische Darstellung ohne Programmieraufwand. Die Visualisierung ist via Zugriff auf den Sinema-Webserver möglich – dadurch lässt sich die Netzwerktopologie komfortabel ins kundeneigene HMI-System integrieren und folglich auf jeder autorisierten Bedienstation im Netzwerk darstellen. Damit erübrigt sich die bislang aufwändige manuelle Zeichnung von Netzwerk­topologien und deren Pflege nach Veränderungen.

Zwei Server für 500 Netzwerkteilnehmer

Die Netzwerk-Überwachung für den Paint Shop läuft auf zwei Sinema Server-PCs in der Produktionsleitwarte: einer wacht über die Versiegelung mit rund 120 Teilnehmern, der andere über die Lackierung mit rund 350 Teilnehmern. Zum zentralen Bedienen und Beobachten gibt es in der Leitwarte ebenfalls zwei HMI-PCs. Der in Sinemas integrierte Webserver ermöglicht außerdem den HTTPS-Zugriff auf beide Server von ­mehreren dezentralen Stationen in der Anlage.

Zur Inbetriebnahme und Individualisierung der Applikation während der Produktionsanlaufphase war ein Netzwerk-Spezialist des Professional Services-Teams von Siemens vor Ort. In nur fünf Tagen erfolgte die komplette Inbetriebnahme inklusiver einer individuellen Schulung für das Betreiberpersonal.

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