Ukraine

Endlich wieder Messen: durch den persönlichen Austausch geht es wieder aufwärts. Wo das in den letzten Tagen möglich war und wie die Veranstalter reagierten. (Bild: AdobeStock.com / 370524305)

Beispielsweise erreichte uns die Meldung, dass der neue Standort der all About Automation in Nordrhein-Westfalen erfolgreich gestartet ist. Am 11. und 12. Mai 2022 fand die zweite Fachmesse des Veranstalters Easyfair dieses Jahres statt. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Friedrichshafen Anfang April konnte auch die Messe in NRW am neuen Standort im Düsseldorfer Areal Böhler überzeugen. 128 Aussteller waren bei der diesjährigen all About Automation in Düsseldorf vertreten und durften sich über 1.234 Fachbesucher freuen. Das Wachstum bei Ausstellern und Besuchern ist ein klares Signal dafür, dass Interesse und Freude an Begegnungen in der Messehalle wieder vorhanden sind. Ab 2023 wechselt die Messe am Standort Düsseldorf in den Herbst. Grund hierfür ist eine dadurch mögliche bessere Verteilung innerhalb des Messe-Terminkalenders.

Auch aus Nürnberg kam zum Neustart der Sensor+Test, einer Fachmesse für Sensorik und Messtechnik, positive Kunde. 371 Aussteller und rund 4.500 Besucher und Teilnehmer der beiden Kongresse haben den Weg nach Nürnberg gefunden und zum Erfolg eines intensiven Innovationsdialogs beigetragen. Die Internationalität lag dabei mit 37,5 Prozent wieder in gewohnter Höhe. „Auch, wenn eine Vorhersage der Besucherzahlen im Vorfeld kaum möglich war, so konnten wir bei den Voranmeldungen bereits in den vergangenen Wochen ein großes Interesse verzeichnen,“ freute sich Holger Bödeker, Geschäftsführer der AMA Service, über die positive Bilanz. „Die Messe hat sich aufgrund der Rahmenbedingungen natürlich kleiner als zur Vorveranstaltung präsentiert, sie konnte aber durch den wieder hohen Anteil an hochqualifizieren Fachbesuchern und konkretem und intensivem Austausch von Ideen überzeugen. Mit der Veranstaltung ist es uns gelungen, ein wichtiges Signal an die Branche zu senden.“, so Holger Bödeker.

Die überwiegende Zufriedenheit der Aussteller bestätigt auch Christoph Paliot, Vertriebsleiter Deutschland der Eletta Messtechnik, Berlin: „Die Anzahl der Besucher an unserem Stand lag leicht unter 2019, aber insgesamt hatten wir viele gute Gespräche, von denen wir uns die Umsetzung konkreter Projekte erhoffen.“

Die begleitende 21. ITG/GMA-Fachtagung Sensoren und Messsysteme 2022 fiel zwar mit ihren vier parallelen Sitzungen und 123 Vorträgen und Postern in diesem Jahr etwas kleiner aus, trotzdem zeigt sich die wissenschaftliche Kongressleitung mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mit der ettc2022 European Test and Telemetry Conference in Halle 2 fand die wichtigste internationale Plattform für Telemetrie, Telecontrol, Test-Instrumentierung und Datenverarbeitung bereits zum fünften Mal in Nürnberg statt und das auf nahezu Vorkrisenniveau. Besucher und Teilnehmer konnten erleben, welche wichtige Rolle Telemetrie-Technologien heute und morgen spielen.

Fachmesse
128 Aussteller waren bei der diesjährigen all About Automation in Düsseldorf vertreten und durften sich über 1.234 Fachbesucher freuen. (Bild: Easyfair)

Persönlichen Austausch vermisst

Auch die 34. Control hat vom 03. bis 06. Mai 2022 mit großem Erfolg stattgefunden. 18.531 Fachbesucher erlebten in Stuttgart endlich wieder QS-Weiterentwicklungen aus den Bereichen Visiontechnologie, Bildverarbeitung, Sensortechnik sowie Mess- und Prüftechnik live und präsent. 617 Aussteller zeigten auf knapp 23.000 qm Fläche in sechs Hallen Lösungsneuheiten und effiziente QS-Spitzentechnologien. Gerhard Mohr, Geschäftsführer der Kapp Niles Metrology, Großostheim, „Es ist erfreulich zu erleben, dass die Fachbesucher wieder anreisen, dass die Präsenzmessen wieder Fahrt aufnehmen und dass wir uns ein Stück der alten Realität nähern.“ Auch Hubert Meintrup, Matrix Automations, Ostfildern, äußerte sich erleichtert darüber, für Interessenten und Anwender in der Branche endlich wieder sichtbar zu sein. „Wir freuen uns, dass wir wieder hier sein können.“

Zur internationalen Fachmesse für Qualitätssicherung waren 31 Prozent der Aussteller aus dem Ausland angereist; sechs Prozent der Aussteller kamen aus der Schweiz, vier Prozent aus Italien, drei Prozent aus den USA, und gut zwei Prozent der Aussteller kamen aus UK. Bettina Schall, Geschäftsführerin des Messeveranstalters P. E. Schall, äußerte sich erfreut und zufrieden: „Diese Messe wurde mit großer Vorfreude, mit Spannung und mit bester Stimmung im Vorfeld erwartet. Denn wir alle haben den persönlichen Austausch vermisst, das Fachgespräch auf Augenhöhe, das echte Erleben der Anlagen mit allen Sinnen.“ Die Fachmesse Control gilt als Tempomacher in Sachen Qualitätssicherung und gibt Fachbesuchern alles Erforderliche an die Hand, um im internationalen Wettbewerb mit exzellenter QS in der Fertigung zu punkten. In den vergangenen Jahren haben die Qualitätsüberprüfung und Qualitätssicherung aufgrund der wachsenden Automatisierung und Digitalisierung, der kontaktlosen Abläufe und Remote-Services, der kleinen Losgrößen, der Null-Fehler-Fertigung und Datenanalysen eine neue Bedeutung erlangt. Deshalb waren Neuigkeiten rund um Mess- und Prüftechnik, Werkstoffprüfung, Analysegeräte, Visionstechnologie, Bildverarbeitung, Sensortechnik sowie Wäge- und Zähltechnik mit Spannung erwartet worden. Vor allem auch der Einsatz von Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) stieß auf großes Interesse.

Kongress
371 Aussteller und rund 4.500 Besucher und Teilnehmer der beiden Kongresse haben den Weg nach Nürnberg gefunden und zum Erfolg eines intensiven Innovationsdialogs beigetragen. (Bild: AMA Service)

Ukraine-Krieg bremst Maschinenexporte aus

Da brauchte es kein Expertenwissen um vorherzusagen, dass der Krieg in der Ukraine dem exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau einen spürbaren Dämpfer versetzen und für zusätzlichen Druck in den Lieferkettensorgen würde. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres erreichten die Maschinenexporte aus Deutschland noch ein Wachstum von 4,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Im März gingen sie dagegen um 6,2 Prozent zurück. Im gesamten ersten Quartal betrug der Exportwert von Maschinen und Anlagen somit 43,6 Mrd. EUR - lediglich 0,4 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen meldete. Preisbereinigt sind die Maschinenexporte in den ersten drei Monaten sogar um 4,7 Prozent gesunken. Die Maschineneinfuhr entwickelte sich mit einem Wachstum von 6,4 Prozent (preisbereinigt minus 0,1 Prozent) hingegen deutlich positiver.

"Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sind im Vertrauen auf eine gute weltweite Nachfrage mit Zuversicht ins neue Jahr gestartet. Doch die Geschäftserwartungen haben sich in Folge des Ukraine-Kriegs stark eingetrübt", sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers." Zusätzlich haben sich dadurch sowie in Folge des Lockdowns in China die Probleme in den Lieferketten verschärft, sei es durch Lieferengpässe oder verlängerte Lieferzeiten."

Die Maschinenausfuhren nach China gingen im ersten Quartal - und damit bereits vor dem Lockdown in Shanghai - um 6,9 Prozent auf 4,5 Mrd. EUR zurück. Und die Hoffnungen auf baldige Belebung des chinesischen Marktes haben vor dem Hintergrund weitreichender Corona-Einschränkungen seit April einen deutlichen Dämpfer erhalten. "In unserer kürzlich unter Geschäftsführern chinesischer Tochtergesellschaften deutscher Maschinen- und Anlagenbauer durchgeführten VDMA-Konjunkturumfrage haben diese ihre Umsatzerwartungen deutlich heruntergeschraubt. In Summe gehen unsere Mitglieder vor Ort von einem preisbereinigten Nullwachstum für 2022 aus", erläutert Wiechers.

Geschäftsklima gibt im April nach

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie legten im März 2022, dem ersten vollen Berichtsmonat unter Einfluss des Russland-Ukraine-Kriegs, nochmals um 13,9 Prozent gegenüber Vorjahr zu. „Dieses Plus ist dabei nicht zuletzt Großaufträgen zuzuschreiben“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Die Inlandsorders erhöhten sich um 6,0 Prozent, die Auslandsorders stiegen mehr als dreimal so stark (+ 20,3 Prozent). Dabei gingen aus dem Euroraum 40,0 Prozent mehr Aufträge ein als noch ein Jahr zuvor, und Kunden aus Drittländern steigerten ihre Bestellungen um 10,5 Prozent. Für das gesamte erste Quartal 2022 steht damit ein Bestellplus von 14,6 Prozent gegenüber Vorjahr in den Büchern. Hier wuchsen die Auftragseingänge aus dem Inland um 13,3 Prozent und die aus dem Ausland um + 15,6 Prozent. Während Kunden aus der Eurozone ihre Orders in den ersten drei Monaten 2022 um 24,8 Prozent erhöhten, legten die Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums um 10,6 Prozent zu.

Der Umsatz der deutschen Elektro- und Digitalindustrie kam im März 2022 auf 19,7 Mrd. EUR, womit er um 6,9 Prozent höher ausfiel als im Jahr davor. Dabei kamen Inlands- und Auslandsumsatz mit plus 7,0 Prozent auf 8,9 Mrd. EUR bzw. plus 6,9 Prozent auf 10,8 Mrd. EUR gleich schnell voran. Die Geschäfte mit Partnern aus dem Euroraum nahmen im März etwas kräftiger zu als der Umsatz mit Drittländern. Im gesamten ersten Quartal 2022 erhöhten sich die Branchenerlöse um 9,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 52,5 Mrd. EUR. Mit der Eurozone wurden zwischen Januar und März 10,6 Mrd. EUR erlöst – ein Plus von 8,4 Prozent.

Fazit

Schön das man sich wieder live treffen kann und dass auch die so gebeutelte Messewirtschaft wieder einen Aufschwung erfährt. Vielleicht findet zudem ein Wandel mit den Besuchen auf Messen statt. Es scheint als gibt es jetzt weniger Messetouristen als früher. Laut den Ausstellern kommen die Besucher heute mit konkreten Anfragen und weniger Personen die sich nur mal informieren wollen, was es Neues gibt. Vielleicht sollte man deshalb den Erfolg einer Messe nicht mehr nach der Vielzahl der Besucher messen. Qualität geht doch vor Quantität.

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