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Alles steht auf Wachstum, und Messeveranstalter Dechema geht mit gutem Beispiel voran: Mit Halle 11 erhält der Technologiegipfel für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie mehr Raum für neue Innovationen und Anwendungen. Auf einer Netto-Ausstellungsfläche von 140.000 m² zeigen in diesem Jahr rund 4.000 Aussteller aus insgesamt 56 Ländern ihre Produkte. Darüber freut sich Dr. Thomas Scheuring, Geschäftsführer der Dechema: „Die Achema 2012 wird mit einem Auslandsanteil von rund 50 % noch einmal internationaler als jede ihrer Vorgängerinnen.“ Noch bunter das Publikum: Mit 175.000 Besuchern aus 90 verschiedenen Nationen rechnet der Veranstalter. Sie ­rekrutieren sich aus Ingenieuren, Chemikern, Physikern, aber auch aus Technikern, Laboranten und Vertretern kaufmännischer Berufe. Insgesamt 30 000 ­davon sind Führungskräfte, also Entscheidungsträger bei Neuanschaffungen. Hierdurch, und auch die verschiedenen Veranstaltungen für Schüler und Studenten, ist die Achema nicht nur reine Technik-Show, sondern auch Marktplatz und Kommunikationsplattform zwischen Kunde, Unternehmen und dem Nachwuchs des naturwissenschaftlichen Bereichs.

Effizienz und Nachhaltigkeit bleiben Topthemen

Mit der Biobased World widmet die Achema in diesem Jahr dem Thema Nachhaltigkeit einen eigenen Schwerpunkt. Hier dreht sich alles um die Veränderungen, die das Umstellen von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe für Verfahren und Produkte mit sich bringt. Gedacht ist die Ausstellung als Plattform, die einen interdisziplinären Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern ermöglichen soll. Dass es sich hierbei um ein Querschnittsthema handelt, dem sich kaum ein Unternehmen entziehen kann, zeigen schon die nackten Zahlen: Rund 700 Aussteller sind der Thematik zuzuordnen. Daneben steht auch die Sonderschau ‚Innovative Energieträger und -speicher‘ klar im Zeichen anstehender Veränderungen.

Wie keine andere ist die energieintensive Chemiebranche von der Energiewende verunsichert. Steigende Strompreise sind hier ein Sorgenkind, viel wichtiger ist aber die Frage nach Versorgungssicherheit. Denn kontinuierliche Prozesse brauchen eine kontinuierliche Energiezuführung. Das effiziente Speichern und Transportieren von Elektrizität spielen hier eine Schlüsselrolle. Technologiefelder der Sonderschau sind unter anderem chemische Energiespeicherung, Batteriekonzepte und Superkondensatoren sowie die Nutzung industrieller Abwärme.

Messe im Detail

Achema 2012

Veranstaltungsort:
Messe Frankfurt

Adresse fürs Navi:
Messe Frankfurt
Ludwig-Erhard-Anlage 1
60327 Frankfurt am Main

Termin:
18. bis 22. Juni 2012

Öffnungszeiten:
9:00 bis 18:00 Uhr

Eintrittspreise:
Tageskarte 30 Euro
Ermäßigte Tageskarte 6 Euro
Dauerkarte 80 Euro
Ermäßigte Dauerkarte 60 bzw. 30 Euro

Als Gegenstück zum teils hektischen Treiben zwischen den Ständen der Aussteller findet auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Kongressprogramm statt. Teilnehmer haben die Wahl zwischen über 900 Vorträgen in englischer Sprache. Die Themen sind zumeist übergreifender Natur und legen ihren Schwerpunkt auf Safety oder auch Mixing and Separation Technology. Aber auch sogenannte Special Sessions mit Themenblöcken wie Bio-Economy sind im Angebot.

Synergien zwischen Produktionen nutzen

Durch die verstärkte strategische Ausrichtung der Chemieproduzenten hin zu nachhaltigen und energieeffizienten Prozessen nimmt die Bedeutung von Synergien zwischen Produktionsbetrieben an den Standorten zu. Nach Meinung von Dr. Claas-Jürgen Klasen, Chef des Evonik-Bereichs ‚Process Technology & Engineering‘, werden Standort-Synergien im Projektgeschäft immer wichtiger: „Chemieparks mit ihren zentralen Infrastruktureinrichtungen ermöglichen intensivere Energie- und Stoffverbünde, ihre Bedeutung nimmt zu.“

Die hauseigenen Ingenieure sehen sich heute nicht mehr nur als interne Serviceabteilungen der Chemieunternehmen, sondern wollen mit ihren Leistungen dazu beitragen, den Unternehmenswert zu steigern. Was nach Marketingslogans klingt, wird in der Praxis der Anlagenplanung mit Leben gefüllt: Ein Investitionsprojekt wird nicht isoliert betrachtet abgewickelt, sondern für das Gesamtsystem optimiert. Und unter Umständen werden höhere Investitionskosten für eine Neuanlage in Kauf genommen, wenn beispielsweise im Wärmeverbund mit anderen Betrieben am Standort der Gesamt-Energiebedarf gesenkt werden kann. „Die optimale technische Lösung ist nur in Verbindung mit der detaillierten Kenntnis der Märkte, den spezifischen Produktanforderungen, den Rohstoffmärkten und den gesamten Herstellkosten zu ermitteln und umzusetzen“, verdeutlicht Klasen den Unterschied zwischen klassischen Generalunternehmern und betreibereigenem Engineering. Dr. Jürgen Hinderer, Engineering-Chef bei Bayer Technology Services, pflichtet bei: „Gerade durch das Zusammenspiel mit den Betreibern, unseren international erfahrenen Engineering-Kompetenzen sowie den Lieferanten in allen Phasen des Projektes werden die Anlagen termingerecht, im Budget und vor allen Dingen sicher und qualitätsgerecht fertiggestellt und angefahren. Das unterscheidet die Owners Engineers von anderen Anlagenbaufirmen.“

Chemieanlagen der Zukunft – Unikate und Module

Ein in der Vergangenheit mehrfach prognostizierter Trend hat sich bislang im Chemieanlagenbau nicht durchgesetzt: Die aus Standard-Modulen aufgebaute Anlage im World-Scale-Format. Denn bei Großanlagen schöpfen die Betreiber ihre Wettbewerbsvorteile aus der technologischen Lösung, die durch individuelle Anpassung entsteht. Viel wichtiger wird dabei in Zukunft der oben beschriebene Stoffverbund – auch über die Grenzen der an einem Chemiestandort existierenden Lokaleinheiten hinaus. Verbundstrukturen unterschiedlicher Chemieunternehmen werden in den Chemieparks der Zukunft die Synergien für den wirtschaftlichen Erfolg der Einzelunternehmen liefern.

In der jüngeren Vergangenheit führte die Neuentwicklung einer ganzen Reihe klassischer großtechnischer Verfahren – darunter die Chlorelektrolyse, die Ethylenoxid-Erzeugung oder das Chlorrecycling – zu deutlichen Verbesserungen hinsichtlich Rohstoff- und Energieeinsatz sowie Selektivität und Ausbeute. „Es wird immer Innovationssprünge geben, ob in World-Scale-Anlagen der Kunststoff- und Kautschuk-Industrie oder sogar bei der althergebrachten Schwefelsäure-Herstellung. Aber auch bei Verfahren, die heute im Batch-Betrieb – wie in der pharmazeutischen Branche sehr verbreitet – funktionieren, gibt es noch eine Menge Innovationspotenzial, das noch nicht ausgereizt ist“, erklärt Dr. Jürgen Hinderer.

Philip Bittermann

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: Volontär der Zeitschrift CHEMIE TECHNIK

Armin Scheuermann

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: Chefredakteur der Zeitschrift CHEMIE TECHNIK

(mf)

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