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(Bild: Siemens)

| von Redaktion

Fast die Hälfte der Gesamtkosten im Schaltschrankbau entfällt heute auf Engineering, Design und Dokumentation. Während das mechanische Design und die Automatisierung von Maschinen bereits weitgehend softwaregestützt erfolgen, finden insbesondere in der Elektroplanung viele Tätigkeiten noch manuell statt, etwa die Komponentenauswahl sowie die Berechnung von Leitungsquerschnitten und Kurzschlussströmen. Dies beansprucht viel Zeit und führt nicht selten zu Fehlern. Entsprechend hoch ist das Optimierungspotenzial.

Mit der neuen Software „Control Panel Design“ von Siemens kann die elektrische Vorplanung nun erstmals durchgängig digital erfolgen. Die innovative Funktion wurde in die Konfigurations- und Bestellsoftware TIA Selection Tool integriert – und so lassen sich damit nicht mehr nur sämtliche Komponenten für den industriellen Steuerschrank, auswählen und dimensionieren. Neben Mechanik und Automatisierungstechnik kann jetzt auch die Elektrik im TIA Selection Tool ausgelegt werden, und das auf einer gemeinsamen Plattform und einer konsistenten Datenbasis.

Intuitive und normenkonforme Elektroplanung mit Control Panel Design

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Siemens

Häufig stehen Elektroplaner vor der Herausforderung, nicht nur passende Komponenten für eine Motorstartanwendung auswählen zu müssen, sondern auch sämtliche zum Motorabzweig gehörenden Parameter – beispielsweise passende Leitungen sowie Berechnungen zu Kurzschluss- und Überlastfall. Besonders schwierig ist die Auslegung der Leitungen. Denn dazu müssen sämtliche relevante Vorschriften und Normen für den IEC- beziehungsweise für den UL-Markt berücksichtigt werden.

Mit dem Control Panel Design-Assistent im TIA Selection Tool ist es nun möglich, die Hauptelektrik einer Maschine softwaregestützt auszulegen und zu dimensionieren. Alle erforderlichen Normen sind bereits im Tool hinterlegt. Der Elektroplaner muss lediglich die Motordaten sowie die gewünschten Parameter der Leitung, wie Verlegeart, Häufung oder Umgebungstemperaturen, angeben. Auf Knopfdruck werden ihm automatisch für den Motor passende Schutz- und Schaltkomponenten inklusive Zubehör, Leitungsquerschnitte sowie Kurzschlusswerte von Motorabzweigen angezeigt. Ob sicherungslose und sicherungsbehaftete Abzweige nach IEC bis 250 kW oder sicherungslose Abzweige nach UL bis 500 hp – Control Panel Design eignet sich sowohl für den IEC-Raum geplante Projekte als auch für den nordamerikanischen Markt vorgesehene Anlagen, in dem die Normen UL 508A und NFPA79 sowie der NEC gelten. Die toolbasierte Planung erfolgt dabei so einfach und schnell, dass sich der Einfluss unterschiedlicher Parameter problemlos virtuell testen lässt, zum Beispiel die Auswirkung der Schaltschrank-Klimatisierung auf die notwendigen Kabelquerschnitte.

Der Control-Panel-Design-Assistent liefert dem Anwender aber nicht nur normenkonforme Berechnungswerte sowie die passenden Schaltgeräte, die sich im nachgelagerten Schritt komfortabel in einer Bestellliste zusammenführen lassen. Auch der Hauptstrom lässt sich visuell planen. Darüber hinaus wird das komplette System grafisch in einem detaillierten Singleline-Diagramm dargestellt.

Nach Fertigstellung lassen sich alle, unter anderem für den normativ vorgeschriebenen Kurzschlussnachweis notwendigen technischen Daten und Berechnungsergebnisse in Form einer kompletten PDF-Dokumentation ausgeben – und das gesamte Projekt kann nach EPLAN exportiert werden. Das vereinfacht die Arbeit des Planers erheblich: Er spart Zeit und kann sich zugleich darauf verlassen, dass sämtliche Leitungen und Kurzschlusswerte normenkonform ermittelt wurden. Alles was der Elektroplaner zu Beginn seiner Konfiguration benötigt, ist die aktuelle Offline-Version des kostenfreien TIA Selection Tools sowie einige Angaben zur mechanischen Last, also des Motors.

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Quelle: Siemens

Digitalisierung als Wettbewerbsfaktor

Mit Control Panel Design im TIA Selection Tool werden die Aufgaben in der Elektroplanung deutlich vereinfacht und beschleunigt. Elektroplaner profitieren von einer einfachen Dimensionierung, einem durchgängigen Workflow sowie einem umfänglichen, erstmals vollständig digital verfügbaren Normen-Know-how. Der Aufwand im elektrischen Engineering reduziert sich dadurch erheblich – zudem werden mögliche Fehlerquellen umgangen.

Das Tool schafft damit die Grundlage für deutlich effizientere Entwicklungsprozesse, schnellere Durchlaufzeiten und intelligente Elektrifizierungslösungen in der Industrie. Maschinen- und Schaltschrankbauer können ihren eigenen Wertschöpfungsprozess mittels Digitalisierung deutlich wirtschaftlicher gestalten und so ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Weitere Informationen und Download unter: www.siemens.com/cpd

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