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Die Achema findet im Dreijahres-Turnus in Frankfurt am Main statt und ist globaler Treffpunkt für Technologieentwickler, Anbieter und Anwender. Die übergeordneten Themen in diesem Jahr waren Energie und Rohstoffe. Neue Energiespeichertechnologien, aber auch besonders sparsame Anlagen sind für die energieintensive chemische Industrie von großem Interesse. Die zunehmende Nutzung nachwachsender Rohstoffe und der Einsatz biotechnologischer Verfahren führen ebenfalls zu neuen Anforderungen an Ausrüstung und Technologie. Ein begleitendes Kongressprogramm mit 900 Vorträgen rundete die Veranstaltung ab. Dabei wurden Lösungen, die an der Schwelle zur Marktreife stehen, ebenso besprochen wie neue Erkenntnisse aus Forschung und Anwendung

Energie und seine Kosten

Getrieben wird das Wachstum durch Megatrends wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, steigende Mobilität und stark wachsender Energiebedarf, die sich in zweifacher Hinsicht positiv auswirken: Durch steigende Nachfrage nach Konsumgütern und damit nach Chemieprodukten zu ihrer Herstellung und durch ein Verstärken der Schlüsselrolle der chemischen Industrie als Innovationstreiber für die Abnehmerbranchen. In Europa aber führen hohe Energiekosten zu signifikanten Nachteilen. Einen Teil dieser Kosten machen die unmittelbaren Strom-, Gas- und Ölkosten aus, ein weiterer Teil rührt aus dem CO2-Zertifikatesystem her, das die lokalen Hersteller mit zusätzlichen Kosten belastet und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen chemischen Industrie beeinträchtigt. Eine wichtige Maßnahme ist deshalb das Optimieren des Energieverbunds in den Produktionsstrukturen. Dies führt nicht nur über einen verringerten Energieverbrauch zu Kosteneinsparungen, sondern auch zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes und damit letztlich zu einer nachhaltigeren Produktion. Ein Thema welches die Automatisierungstechnik schon lange umtreibt. So ist es auch selbstverständlich, dass unter den Achema-Ausstellungsgruppen insbesondere die Automatisierungstechnik verstärkt zu finden sind.

Den Stempel aufgedrückt

Immer wieder taucht die Frage auf, welche technologische Neuerungen denn einer Messe, oder jetzt der Achema, ihren Stempel aufdrückt. Gerade weil die Prozesstechnik derart komplex ist, dass sie auf dem möglichst effizienten Zusammenspiel zahlreicher Komponenten beruht, ist dies schwierig zu sagen. Zu Beginn der Messe konnte man immer wieder die griffige Überschrift ‚Im Zeichen der Energieintelligenz‘ lesen. Das beschreibt genau, wohin es bei den Komponenten, die geschätzt rund 20 % des weltweit erzeugten Stroms verbrauchen, hingeht. So geht der Trend in Richtung schnellerer und effizienterer Abläufe: ­Flexibilisierung, Miniaturisierung, Automatisierung, Parallelisierung und Sequenzierung. Und damit ist man wider bei den Ausstellern der Mess- und Regeltechnik sowie Automatisierungstechnik, die konzentriert in der Halle 11 zu finden waren.

Automatisierungstechnik macht flexibel

Um bei den Anforderungen mitzuhalten, muss besonders das produzierende Gewerbe flexibel sein und die Produktion als intelligentes Produktionsmanagement mit Werkzeugen wie Lean Production, Production on Demand, Mass Customization, globalem Produktionsmanagement oder auch Supply-Chain mit intelligenter, angepasster Automatisierungstechnik umsetzen. Dabei wird die zunehmende Bedeutung der vernetzten Automatisierungstechnik deutlich. So sind zum Beispiel intelligente Stromversorgungen in Automatisierungsnetzwerke eingebunden und liefern Informationen zur vorbeugenden Wartung an Steuerungen und Scada-Systemen (Supervisory Control and Data Acquisition). Der Begriff Benutzerfreundlichkeit drängt sich auch auf der Achema in den Vordergrund. Zudem sollte auf einen konsequenten Einsatz von energieeffizienter Automatisierungstechnik gesetzt werden.

Ein neues Mess-, Regel- und Automatisierungssystem für eine sichere und störungsresistente Messwerterfassung

Ein neues Mess-, Regel- und Automatisierungssystem für eine sichere und störungsresistente MesswerterfassungJumo

Ein neues Mess-, Regel- und Automatisierungssystem stellt Jumo auf der Messe aus. Das modular aufgebaute System ­Mtron T kann mit seinen universellen I/O-Modulen, der flexiblen Anschlusstechnik und der umfangreichen Kommunikations-, Auswerte- und Automatisierungssoftware in den unterschiedlichen Branchen eingesetzt werden. Alle Eingänge des Mehrkanal-Reglermoduls sowie des Analogeingangmoduls Vier-Kanal sind galvanisch getrennt. Dies bedeutet für den Anwender eine sichere und störungsresistente Messwerterfassung. Die erfassten Messdaten können komfortabel mittels einer Software visualisiert und anschließend für weitere Zwecke manipulationssicher archiviert werden. Der Anwender hat von der Messdaten-Erfassung bis zur Archivierung keine Sicherheitslücken im Aufzeichnungs- und Automatisierungsprozess. Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist die autarke Regelung. Das System kann mit bis zu 30 modularen Mehrkanal-Reglermodulen pro CPU 120 autarke Regelkreise gleichzeitig steuern. Das bedeutet, dass im Fall eines CPU-Stopps die Regelkreise weiterhin zuverlässig ihre Regelaufgabe erfüllen können.

Mobile Computer für den Einsatz im Ex-­Bereich in der Zone 1

Mobile Computer für den Einsatz im Ex-­Bereich in der Zone 1Bartec

Eine ordentlich geplante, durchgeführte und dokumentierte Inspektionen mithilfe von computergestützen Betriebs-Datenerfassungssystemen tragen nicht nur zum schnellen Erfassen und Verarbeiten von Anlageninformationen bei, sondern leisten einen erheblichen Teil zum Werterhalt der Anlage und sind ein wichtiges Standbein der Qualitätssicherung. Als mobile Hardware eignen sich Mobile Computer der Serie MC 9090 von Bartec. Die Geräte sind robust und eignen zum Einsatz im Ex-Bereich in der Zone 1. Durch die integrierten Kommunikationstechnologien, wie Wlan 802.11 a/b/g oder Bluetooth Klasse II, ist ein Real-Time-Datenaustausch bei vorhandener Infrastruktur möglich. Auch offline kann das Gerät problemlos in einer Dockingstation mit den vorhandenen Datenbanken synchronisiert werden.

Auf der Achema 2009 hat Rockwell Automation das Prozess-Automatisierungssystem Plantpax vorgestellt. In diesem Jahr präsentiert man zahlreiche Erweiterungen des Systems. Nicht nur Prozess- sondern auch alle anderen Automatisierungsdisziplinen lassen sich damit in eine einzige Lösung integrieren, was dazu beiträgt, Geschäftsziele wie Kostenreduzierung, Emissionsverringerung, Qualitäts- und Produktionssteigerung zu realisieren. Seit kurzem können Anwender auch intelligente Motorgeräte, wie Motor Control Centers, Antriebe, Kompressoren, Pumpen, Lüfter und Messaus­rüstung,in die gemeinsame Automatisierungsarchitektur einbinden, mit unmittelbar messbarem Einfluss auf die Asset-Verfügbarkeit, die betriebliche Effizienz und das Energiemanagement. Dazu wurde die Plantpax-Prozessbibliothek erweitert. Die Version 2.0 umfasst neue Visualisierungsfunktionen gemäß internationalen Normen wie Namur und ISA. Die Prozessbibliothek stellt eine objektorientierte Programmiermethode bereit, die Steuerungscode (Logix) und Visualisierungsobjekte kombiniert. Gleichzeitig bietet die Bibliothek zusätzliche Objektfunktionalität wie Wartungs-, Betriebs- und Konfigurations-Faceplates. Da die Bibliothek nun über Panelview-Plus-Terminals zugänglich ist, haben Anwender über eine Konsole stets Zugriff auf dieselben Informationen, unabhängig davon, ob sie in einer zentralen Steuerwarte oder im Fertigungsbereich tätig sein.

Harald Wollstadt

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Chefredakteur der IEE

(hw)

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