| von Dr. Bodo Dahl, Helmut Krautwurm

Goodbye Stillstandszeiten: Integrale Maschinenkopplung und Traceability für die Elektronik mit Bay-2 ERP/MES.

Goodbye Stillstandszeiten: Integrale Maschinenkopplung und Traceability für die Elektronik mit Bay-2 ERP/MES.Kirron/Fuji

Klar, jeder Elektronikfertiger wünscht sich einen attraktiven Auftragsbestand und eine optimale Abarbeitung dieses Auftragsbestands. Das Kalkulationswerkzeug Bay-2 Quote hilft dabei, Angebote schnell und qualitativ hochwertig zu erstellen, um den Auftragsbestand zu erhöhen. Beim Abarbeiten dieses Bestands setzt das neue Werkzeug an: Innovative Module des Bay-2 ERP/MES-Systems schaffen mehr Transparenz, vermeiden Fehler im Prozess und steigern die Effizienz. In allen Prozessstufen der Auftragsabwicklung sind die Stillstandszeiten (waste time) reduzierbar.

Technologiedatenbank

Das System Bay-2 ERP/MES bietet dem Anwender für alle Prozessschritte ein voll integriertes System (Bild 1), in dem er sich weder an verschiedenen Systemen anmelden noch mit unterschiedlichen Benutzeroberflächen und Nummernsystemen zurechtkommen muss. Das System verfügt zudem über eine Technologiedatenbank, aktuell mit zirka 120.000 Bauteilen: Sie speichert Angaben zu den technischen Merkmalen wie Bauform oder Leistung sowie Zuordnungen zu Herstellerangaben, etwa EOL. Diese Datenbank wächst kontinuierlich und dynamisch, wenn der Anwender neue Bauteile hinzufügt entsprechend den Anforderungen aus dem Auftragsabwicklungsprozess.

Bild 1: Systemarchitektur der Branchenlösung Bay-2.

Bild 1: Systemarchitektur der Branchenlösung Bay-2.Bay-Soft

Alle Informationen zu den Bauteilen sind eindeutig strukturiert und systematisiert zentral gespeichert. Dadurch lassen sie sich durchgängig in allen einzelnen Prozessstufen nutzen. Somit ist es auch möglich, alternative Bauteile mit gleichen Sachmerkmalen verschiedener Hersteller oder Bauteile mit ähnlichen Sachmerkmalen zu verlinken. Bei der Materialverfügbarkeitsprüfung sind alternative Bauteile leicht zu finden. Pick-and-Place-Daten können von der Anfragestückliste in die Fertigungsstückliste übernommen werden, das bedeutet unter anderem eine erhebliche Vereinfachung bei der Kalkulation sowie beim Erstellen der Rüstprogramme. Damit reduzieren sich auch die Fehlerquellen.

Auftrags- und Materialmanagement

Die Software gibt stets einen Überblick über den Auftragsbestand in der Fertigung mit den benötigten Komponenten. Die integrierte Mengenüberwachung prüft, ob ein oder mehrere Aufträge mit dem bestehenden Bestand produziert werden können. Auf Wunsch berücksichtigt das Programm gleiche Bauteile unterschiedlicher Hersteller oder Bauteile mit ähnlichen Sachmerkmalen. Das System unterstützt vielfältige  Kommissionierstrategien, zum Beispiel Sammelentnahme, auftragsbezogene Kommissionierung, Nachschubsteuerung oder Kommissionierung in Auftragslagerplätze, um nur einige zu nennen.

Bauteile können sowohl direkt der Maschine wie auch einem definierbaren Lagerplatz in der Fertigung zugeordnet werden. Die Bestandsverwaltung erfolgt pro Lagerplatz (Zentrallager, Bereitstellungslager, SMD-Linie) und pro Fertigungsauftrag und Feeder-Wagen. Dies bedeutet eine wesentlich höhere Transparenz in den Beständen. Der Ist-Verbrauch der Bauteile wird an den Maschinen erfasst und ins Bay-2 ERP/MES zurückgemeldet. Das bedeutet eine hohe Bestandsgenauigkeit im System.

Um Stillstandszeiten im Prozess zu vermeiden, warnt eine Mindestbestandsangabe den Bediener frühzeitig vor einem kritischen Lagerbestand. Durch eine Nachschubversorgung werden nur die benötigten Komponenten (Gurte) angefordert, was den Materialbestand in der Fertigung reduziert. Zudem beschränken sich die Rückrufaktionen auf die wirklich betroffenen Komponenten.

Bild 2: Integrale Maschinenkopplung des Bay-2 ERP/MES.

Bild 2: Integrale Maschinenkopplung des Bay-2 ERP/MES.Bay-Soft

Direkte integrale Maschinenkopplung

Die direkte Maschinenkopplung des Bay-2 ERP/MES-Systems mit SMD-Bestückungsanlagen wie Mydata oder Fuji ermöglicht eine genaue Bestandsführung in der Fertigung (Bild 2). Zudem können die Pick-and-Place-Daten aus der Fertigungsstückliste direkt der jeweiligen SMD-Anlage (derzeit Fuji und Mydata) übergeben werden.

Das Bay-2 Rüstmodul ist ein Software-Tool zur zuverlässigen Rüstverifizierung und Datenspeicherung. Beim Rüstvorgang selbst wird das Material gescannt und per System kontrolliert, ob es den geforderten Spezifikationen entspricht. Nach dem Scannen der Bauelemente-Rollen werden die Daten an die Maschinensoftware übermittelt. Die Rüstkontrolle bei Stücklistenänderungen oder RoHs-Artikeln unterbindet die Produktion von fehlerhaften Baugruppen.

Auf einen Blick

Die Erfahrungen von Anwendern des Bay-2 ERP/MES zeigen, dass mit diesem System die komplexen Prozesse in der Auftragsabwicklung transparenter, effizienter und schneller gestaltet werden können. Im Ergebnis konnte in vielen Anwendungen im Vergleich zu früher eingesetzten Systemen eine steigende Qualität in Produkt und Prozess bei gleichzeitig nennenswerten Reduzierungen im Materialverbrauch, im Personalaufwand sowie bei Prozess-Stillständen festgestellt werden.

Rüstfehler und die daraus resultierenden Serienfehler zu vermeiden ist ein elementarer Faktor für die Qualität in der Elektronikfertigung. Durch die direkte Kopplung wird der Ist-Verbrauch der Bauteile automatisch auftragsbezogen in das Bestandsmanagement zurückgemeldet, was die Bestandsgenauigkeit deutlich erhöht.

Traceability

Dank der integralen Systemarchitektur, dem transparenten Auftrags- und Materialmanagement über den gesamten Prozess und der direkten integralen Maschinenkopplung schafft Bay-2 Traceability die Voraussetzung für eine Rückverfolgung auf Baugruppenebene. Das bedeutet, dass die Aufzeichnung der Material- und Prozessdaten entlang der gesamten Logistikkette auf Chargen- oder Seriennummernebene (Komponenten-Charge, Prozessschritt, Name des Ausführenden, Testergebnisse) mit minimalem Mehraufwand ermöglicht wird.

Mit dem Modul Bay-2 Traceability kann man zum Beispiel ermitteln, in welche Baugruppenchargen oder -serien eine fehlerhafte Komponentencharge verbaut wurde. Dies kann entscheidend sein, um sich gegen etwaige Haftungsansprüche abzusichern. Bay-2 Traceability sammelt und speichert Trace-Protokolle zentral in einer SQL-Datenbank. Das Modul kann entsprechend den Anforderungen des Kunden unterschiedlich konfiguriert werden.

Der Einsatz des Bay-2 ERP/MES bringt dem Anwender in der Elektronikbranche einen Wettbewerbsvorteil. Dieser Vorteil kann durch eine integrierte Lösung Bay-2 Quote und Bay-2 ERP/MES sicherlich noch weiter ausgebaut werden.

Dr. Bodo Dahl

ist Geschäftsführer der Firma BD Consulting und Vertrieb.

Helmut Krautwurm

ist Geschäftsführer der Firma Bay-Soft.

(lei)

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