Patrick Schmidbauer, Leiter Steuerungstechnik Trebbin, zeigt, was der Sondermaschinenbauer u.a. für Komponenten verbaut: Ein 24-V-Netzteil, elektronische Sicherungen und Schutzschalter der Epsitron-Familie.

Patrick Schmidbauer, Leiter Steuerungstechnik Trebbin, zeigt, was der Sondermaschinenbauer u.a. für Komponenten verbaut: Ein 24-V-Netzteil, elektronische Sicherungen und Schutzschalter der Epsitron-Familie. (Bild: Trebbin)

Bei einem Rundgang durch die Fertigung von Trebbin in Oberbayern fällt ins Auge: Die Maschinen und zugehörigen Schaltschränke, an denen die Mitarbeiter arbeiten, sind Einzelstücke. Die zweistöckige Werkshalle gleicht eher einer Manufaktur, denn einer Produktion. Hier entstehen keine Massenprodukte, sondern Prototypen und Sondermaschinen. Dafür ist neben Maschinenbau- und Automatisierungs-Know-how vor allem Verständnis für die Anwendung gefragt, in der die Maschinen ihren Dienst tun sollen. In einer Glasvitrine inmitten der Werkshalle liegen Lampen, Kabel, Ampullen, Glasfilter, Kunststoffkästen und vieles mehr. All das produzieren und handhaben Maschinen von Trebbin so, wie es die Auftraggeber brauchen. Die Anlagen des Unternehmens montieren, schweißen, schleifen, quetschen, biegen und beschriften – vollautomatisiert. Auch Gasmischanlagen, Brenner oder robotergestützte Palettier- und Abstapelmaschinen hat der Maschinenbauer bereits umgesetzt.

„Losgröße 1 ist bei Trebbin der Normalfall“, bestätigt Patrick Schmidbauer, Leiter Steuerungstechnik. Eine Bestellung von sechs Maschinen der gleichen Art fühlt sich für ihn bereits nach Großserie an. Sehr selten komme es vor, dass eine der hochspezialisierten Maschinen und Anlagen dupliziert werde. „Doch gerade haben wir diesen Ausnahmefall“, berichtet Schmidbauer. „Robu Glasfilter-Geräte hat sich entschieden, eine Anlage, die wir 2013 konzipiert und gebaut haben, ein zweites Mal zu bestellen.“ Bei der Glasfilter-Produktionsanlage stehen zwei Roboter und ein Laser im Mittelpunkt, die ein Rohr aus Borosilicatglas mit einer Sinter-Glasfilterscheibe zu einem Filtertiegel verschmelzen. Daneben produziert Trebbin Maschinen für Automobilzulieferer, Lampenproduzenten und Medizintechnik-Hersteller. Kaum eine Maschine gleicht der anderen, selbst die Außenmaße variieren stark. „Wir packen die Technik, die zur Steuerung der Anlage erforderlich ist, auf dem Platz zusammen, der uns zur Verfügung steht“, erläutert Schmidbauer. Auch ein System, das beispielsweise einen Platz von 3 x 3 m benötigen würde, bringen die Konstrukteure auf 9 x 1 m unter, wenn es die Maschinenhalle des Kunden erfordert.

Im Schaltschrank kompakt verbaut: Epsitron-Stromversorgung mit USV-Lade- und Kontrolleinheit

Im Schaltschrank kompakt verbaut: Epsitron-Stromversorgung mit USV-Lade- und Kontrolleinheit Trebbin

Für die Automatisierung der Anlagen nutzt Schmidbauer wenn möglich Produkte von Wago. Das Unternehmen stellt ein skalierbares und modulares Produktspektrum zur Verfügung. Damit könne er mit seinem Team jede Automatisierungsanforderung einer Anlage lösen, sagt Schmidbauer. Außerdem ist das Wago-System erweiterbar: Eine Klemme mit einer zusätzlichen Funktion lässt sich jederzeit nachrüsten. Viele Kunden von Trebbin – insbesondere Automobilzulieferer – wünschen die Integration von Sicherheitstechnik in das Steuerungskonzept und fordern häufig Sonderfunktionen und Profisafe-Module. Andere setzen nach wie vor auf den alten Standard, etwa mit separaten Sicherheitssteuerungen. „Die Sicherheit direkt in der Steuerung bietet viele Vorteile, nicht nur platztechnisch“, meint auch Schmidbauer. Man könne alles über den Feldbus verbinden, inklusive der fehlersicheren Ein- und Ausgänge, „eine feine Sache“.

Automatisierungstechnik modular und skalierbar

Der Sondermaschinenbauer Trebbin geht beim Anlagenbau auf jede Anforderung ein. Unterstützt werden die Systeme von der passenden Automatisierungstechnik. Im Bild ist eine Laserschmelzmaschine des Unternehmens zu sehen.

Der Sondermaschinenbauer Trebbin geht beim Anlagenbau auf jede Anforderung ein. Unterstützt werden die Systeme von der passenden Automatisierungstechnik. Im Bild ist eine Laserschmelzmaschine des Unternehmens zu sehen. Trebbin

Laut Schmidbauer wird der Platzbedarf in der Automatisierungstechnik immer wichtiger. Die Komponenten von Wago sind daher sehr kompakt. „Bei vielen unserer Anlagen wären die Schaltschränke proppenvoll, wenn die Bauteile größer wären.“ Auch die Verbindungstechnik ist für Schmidbauer entscheidend: Klemmen mit Federklemmtechnik seien im Rahmen des Schaltschrankbaus nicht nur schnell und einfach installiert, sondern im Betrieb der Anlage auch rüttelfest und wartungsfrei. Schmidbauer erinnert sich: „Früher mussten unsere Leute nach der Lieferung erst einmal jede einzelne Klemme kontrollieren und nachziehen.“ Bei einem großen Schaltschrank kann dies schnell eine Stunde dauern, die nun eingespart wird.

Neben dem I/O-System 750 nutzt Trebbin elektronische Sicherungen, mit denen die Konstrukteure ebenfalls Platz im Schaltschrank einsparen. Die 2-, 4- oder 8-kanaligen Epsitron-Schutzschalter schützen dabei vor Überlast und Kurzschluss, sind kommunikationsfähig und lassen sich aus der Ferne überwachen. Auch 24-V-Netzteile verbaut Trebbin regelmäßig. Die Netzteile der Epsitron-Familie haben niedrige Anschaffungskosten, einen geringen Wartungsbedarf und sind schnell montiert. Damit sind sie für den sparsamen Betrieb einer Anlage über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg geeignet. Aufgrund ihres weiten Eingangsbereiches lassen sich die Netzteile in unterschiedlichen Versorgungsnetzen in Europa, Amerika oder Asien betreiben. Der Sondermaschinenbauer hätte sie im Rahmen seiner Standardisierungsstrategie ohnehin gewählt, weil die Ansprüche an eine flexible und wirtschaftliche Stromversorgung für Basisanwendungen steigen. Doch auch Kunden sahen dies ähnlich und schrieben Wago-Netzteile in ihr Pflichtenheft. „Wago ist schon sehr verbreitet, trotzdem werden mitunter Komponenten anderer Hersteller gewünscht. Nur bei den Klemmen haben wir so gut wie nichts Anderes mehr im Einsatz“, erzählt Schmidbauer.

Effizientes Energiemanagement

Auch im Bereich Energiemanagement ist Trebbin von Wago überzeugt. Immer mehr Käufer energieintensiver Anlagen fordern in diesem Segment effiziente Lösungen von dem Sondermaschinenbauer. Das Unternehmen setzt beispielsweise 3-Phasen-Leistungsmessklemmen ein, die sich mit verschiedenen Feldbustechniken kombinieren lassen: von Devicenet über Profibus bis hin zu Profinet. Die Energiedaten können mit Strom-Messumformern und Rogowskispulen in Normsignale umgewandelt werden. Mit Energiemessmodulen und weiterem Zubehör von Wago findet Trebbin bei jedem Auftrag eine einfache Lösung für die Energiemessung. „Viele unserer Maschinen werden wir wohl mit derartigen Lösungen nachrüsten“, erläutert Schmidbauer. „Daneben rechnen wir damit, dass uns bald das Thema Industrie 4.0 einholen wird.“ Er geht davon aus, dass Wago auch hier die passenden Komponenten zur Verfügung stellt.

Einkanalige elektronische Schutzschalter

Einkanalige elektronische Schutzschalter aus der Reihe Epsitron.

Einkanalige elektronische Schutzschalter aus der Reihe Epsitron. Wago

Die einkanaligen elektronischen Schutzschalter der Serie Epsitron schützen Verbraucher gegen Überstrom und Kurzschluss und sind mit einer Spannung von 24 V DC und Nennströmen von 1/2/4/6 und 8 A vielseitig einsetzbar: Sie eignen sich für die sekundärseitige Absicherung bei großen Leitungslängen, aber auch für kleine Leitungsquerschnitte, bei denen Schmelzsicherungen und Leitungsschutzschalter nicht auslösen können. Die sekundärseitige Absicherung löst bei geringem Überstrom innerhalb der Vorgaben der EN 60204 aus und ermöglicht den Einsatz eines kostengünstigen Basisnetzgerätes – bei einem harten Kurzschluss etwa erfolgt die Auslösung nach 4 ms. Auch das Einschalten von Lasten mit einer Kapazität von mehr als 50.000 Mikrofarad ist möglich.

Durch einen digitalen Eingang eignen sich die Schutzschalter ebenso als elektronische Relais. Damit verfügen Anwender über die Möglichkeit zum Zurücksetzen sowie Ein- und Ausschalten direkt am Gerät oder per digitalem Eingangssignal aus der Ferne. Die  Schutzschalter sind modular einsetzbar und ermöglichen die direkte Brückung der Eingangsspannung. So stellen sie auch das einfache Verbinden der Ausgangsspannung mit Jumpflex-Geräten der Serien 857 und 2857 sicher. Signalein- und -ausgänge lassen sich ebenfalls über Brücker zu Summensignalen zusammenschließen. Mit 6 mm bauen die Schutzschalter äußerst schmal. Sie sind laut Hersteller  rund 66 % kleiner als ein Leitungsschutzschalter. Geeignet sind die Schutzschalter für Umgebungstemperaturen von -25 bis 70 °C.

Embedded World 2017: Halle 1, Stand 560

Jürgen Pfeifer

Account Manager Automation bei Wago Kontakttechnik in Minden

(mns)

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