Cloud mit Web-basierten Funktionen der smartWare Scada

Jumo kombiniert die klassischen Dienste einer Cloud mit Web-basierten Funktionen ihres smartWare Scada. (Bild: Adobe Stock, Jumo)

Auf die Schnelle

Das Wesentliche in 20 Sek.

  • Messkette bis in die Cloud ­geschlossen
  • klassische Dashboard optional mit Web-Scada kombinierbar
  • Automatische Anbindung hauseigener Sensor- und Steuerungsfamilien
  • Variable Nutzungsmodelle
  • diverse Cloud-Funktionen konfigurierbar

In 2021 werden weltweit voraussichtlich erstmals mehr Daten in Clouds als lokal gespeichert. Ein weiteres Indiz dafür ist die Umsatzentwicklung beim Cloud Computing. Dessen Volumen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verfünffacht und beträgt aktuell über 200 Milliarden Euro. Nach Angaben der Bitkom-Studie „Cloud Monitor 2020“ nutzen in Deutschland bereits drei Viertel aller Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern Cloud-Lösungen.

Als wesentlicher Treiber des enormen Datenwachstums gilt die Digitalisierung: So produziert ein selbstfahrender PKW geschätzte 3 Terrabyte pro Stunde. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Experten davon ausgehen, dass sich die weltweit produzierte Datenmenge allein in den nächsten fünf Jahren mehr als verdreifachen wird – und zwar auf 175 Zetta-Bytes (die Zahl 175 mit 21 Nullen). Wollte man diese Datenmenge auf DVDs speichern, würde der entstehende Stapel von der Erde bis zum Mond reichen.

Industrie im Digitalisierungsfieber

Die Industrie tut ein Übriges mit ihren zahllosen, immer umfangreicher automatisierten Prozessen, die geregelt, überwacht und analysiert werden. Die Grundlage dafür bilden Heerscharen von Sensoren und deren Messdaten, die es zu sammeln und in der Regel auch zu archivieren gilt. Hier kommt die Firma Jumo ins Spiel. Das Unternehmen entwickelt sich bereits seit Jahren weg vom klassischen Hersteller von verschiedenster Sensoren und MSR-Komponenten hin zu einem Anbieter von branchenspezifischen Komplettlösungen. Das beginnt mit Sensoren für verschiedene physikalische Größen, führt über Regler und Bildschirmschreiber bis hin zu leistungsfähigen Automatisierungssystemen.

Die Cloud ist der nächste logische Schritt in dieser Entwicklung. Jumo gehört damit zwar nicht zu den Vorreitern dieser Technologie, hat sich aber bewusst die Zeit genommen, um ein ausgereiftes, kundenfreundliches Produkt aufzusetzen. Grundsätzlich gibt es bei Cloud-Lösungen drei Ausprägungen:

  • IaaS
  • PaaS
  • SaaS

Anbieter von Infrastructure as a Service (IaaS) stellen Datenspeicher und Rechenleistung auf ihren eigenen Servern parat. Bei Platform as a Service (PaaS) können Unternehmen vordefinierte Plattformen zur Softwareentwicklung mieten. Die Jumo Cloud gehört zur dritten Kategorie: Software as a Service – eine Cloudbasierte Anwendungssoftware mit einer vordefinierten Benutzeroberflache.

Die IoT-Plattform zur Prozessvisualisierung, Datenerfassung, -auswertung sowie -archivierung ermöglicht den weltweiten Zugriff auf Messdaten. Sie unterstützt alle gängigen Browser und zeichnet sich eine hohe Sicherheit sowie ausgereifte Visualisierungs- und Alarmfunktionen aus, beispielsweise per SMS, Mail oder Sprachanruf. Kunden können mithilfe der Cloud mehrere verteilte Anlagen, Prozesse oder Standorte in einem Dashboard überwachen. Ausgereifte Report- und Exportfunktionen reduzieren den Aufwand für nachweispflichtige Datenerfassungen. Zusammen mit der Datenspeicherung in einer redundanten Infrastruktur resultiert daraus in Summe eine signifikante Zeitersparnis. Das Rechenzentrum, in dem Jumo die Cloud betreibt, ist nach aktuellen Sicherheitsstandards zertifiziert (ISO/IEC 27001), DSGVO-konform und ist in Deutschland lokalisiert.

Software as a Service für die Industrie
Das versteht Jumo unter Software as a Service für die Industrie. (Bild: Jumo)

Jumo geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt der Cloud die Scada-Software smartWare bei. Der Unterschied zur bisherigen Scada-Lösung liegt weniger in der Funktionalität als in dessen Architektur: Im Zuge der Cloud-Entwicklung wurde das Fundament der Scada-Software auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.

Scada-Software ermöglicht Zugriff auf Messdaten über Webbrowser

Die Scada-Software ermöglicht komfortablen Zugriff auf Messdaten über gängige Webbrowser und erweiterte Funktionen zur Prozessvisualisierung sowie zur Auswertung und Archivierung der erfassten Daten. Die Visualisierung erfolgt über einen Editor mit einem integrierten Animations- und Test-Tool sowie vektorbasierten, selbstskalierenden Prozessbildern. Die Software übernimmt die Rolle einer hoch skalierbaren und leistungsstarken Digitalisierungsplattform, die Herstellungs- und Arbeitsprozesse mit effizienten Visualisierungs-, Alarm- und Planungsfunktionen unterstützt. Dank der verwendeten Web-Technologien ist ein Zugriff auf die Visualisierung ohne irgendwelche Installationen auf den Clients wie Laptop, Tablet oder Smartphone möglich. Als Mandanten-fähiges System verfügt die Software darüber hinaus über individuell einstellbare Nutzerrechte und -profile. Für die notwendige Security sorgt eine durchgängige Verschlüsselung der von Kommunikation und Daten mit optionaler Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Login.

Die Kosten lassen sich über zwei Nutzungsmodelle gestalten: per Flatrate oder Pay-per-Use. Der Cloud-Speicher kann dabei flexibel erweitert und an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Hier sorgt eine extrem kompakte Speicherung der Rohdaten für geringe Kosten. Auch die Funktionen und Mengengerüste sind individuell konfigurierbar. Der Funktionsumfang reicht von einfachen Alarmmeldungen über ein Condition-Monitoring bis hin zur kompletten Anlagenüberwachung und -steuerung. Für die Realisierung von branchen- und projektspezifischen Cloud- und Scada-Applikationen steht ein erfahrenes Engineering-Team zur Verfügung. Das Leistungsspektrum der Ingenieure und Techniker reicht von grundlegenden Machbarkeitsanalysen über die Durchführung von Workshops sowie die Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften bis hin zur Konfiguration, Programmierung und Überprüfung von Automatisierungslösungen. Zusätzlich zur Inbetriebnahme und der Projektdokumentation werden auch individuelle Schulungen angeboten. Aktuell werden erste Projekte für Kunden in den Bereichen Kraftwerks- und Thermoprozesstechnik geprüft. Auch Hersteller von Kühltechnik und Aquakulturanlagen haben Interesse signalisiert.

Autor

Nico Müller

ist Produktmanager Software bei der Firma Jumo in Fulda.

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