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Die Entwicklung von Fahrzeugelektrik und -elektronik wird immer anspruchsvoller: Unternehmen müssen klassische Zuliefererketten durchbrechen und Software in übergreifenden Teams kollaborativ entwerfen. (Bild: Adobe Stock_Gorodenkoff)

Das Panorama-Konsortium mit 23 europäischen Partnern hat offene De-facto-Standards, Tools und Best Practices für den Austausch formaler Systemmodelle entwickelt und als Open-Source-Ökosystem bereitgestellt. So können Entwickler von Fahrzeugsoftware klassische Zuliefererketten durchbrechen und in Teams zusammen arbeiten.

So ermöglicht die Entwicklungsplattform Eclipse APP4MC mithilfe des offenen Austauschformats Amalthea das unternehmensübergreifende Konzipieren und Verwalten komplexer Werkzeugketten für die Fahrzeugelektronik und -software. Das Fraunhofer IEM erforschte organisatorische Herausforderungen und Gefahren für die Datensicherheit und den Schutz geistigen Eigentums. Besonderer Schwerpunkt lag dabei auf detaillierten Amalthea-Systemmodellen. Die Wissenschaftler formulierten Handlungsempfehlungen, mit denen Unternehmen Sicherheitsrisiken minimieren und einen vertrauensvollen Informationsaustausch untereinander pflegen können. Entwickler sollten Systemmodelle zum Beispiel ausschließlich zweckgebunden, etwa für eine bestimmte Simulation, und nur mit den dafür erforderlichen Informationen (Datensparsamkeit) teilen. So können künftig auch direkte Wettbewerber sensible Informationen in der Softwareentwicklung austauschen und bearbeiten.

Modelle automatisch vervollständigen

Das gemeinsame Nachverfolgen von Softwareanforderungen entlang des Entwicklungsprozesses ist ein wichtiger Baustein für die funktionale Sicherheit eingebetteter Systeme. Das aufwendige und bisher manuelle Aktualisieren der sogenannten Traceability-Modelle birgt die Gefahr von Unstimmigkeiten in den Anforderungen. Das Fraunhofer IEM entwickelt mit Memo (Multi-objective Evolution of Models) ein Framework für das offene Traceability-Management-Werkzeug Eclipse Capra, das diese Arbeit automatisiert. Mit Techniken des Search-based Software Engineerings berechnet Memo Lösungsalternativen für unvollständige oder widersprüchliche Anforderungen und schlägt sie zur Auswahl vor. Memo lässt sich für weitere Modellierungssprachen erweitern und an individuelle Anwendungsfälle anpassen.

Neben Memo stehen Eclipse APP4MC und Eclipse Capra exemplarisch für eine Reihe von Open-Source-Projekten von Panorama. Eclipse APP4MC ist eine Plattform für die Entwicklung der Fahrzeugelektronik komplexer eingebetteter Multi- und Many-Core-Systeme. Über das offene Austauschformat Amalthea konzipieren und managen Unternehmen komplexe Werkzeugketten insbesondere für die Systemsimulation und -validierung. Die Projektpartner erarbeiteten Cloud-fähige Methoden und Visualisierungen für die Simulation und Validierung dieser Architekturen. Unternehmen können so Modelle von Entwicklungspartnern leichter in eigene Werkzeugketten integrieren. Eclipse Capra ist ein offenes Traceability-Management-Werkzeug für das Nachverfolgen von Softwareanforderungen entlang des Entwicklungsprozesses. Zusätzlich zu Amalthea integrierten die Projektpartner weitere Datenaustauschformate.

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Kollaborative Softwareentwicklung: Die Entwicklung künftiger Mobilitätssysteme findet zwischen mehreren Partnern entlang der Wertschöpfungskette und auf Basis offener Integrationsplattformen statt. (Bild: PANORAMA-Projektpartner)

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