Vernetzung bei Fahrzeugen bedeutet auch, dass mehr Funktionen zwischen den Modell-Upgrades oder sogar während des Lebenszyklus eines Fahrzeuges zur Verfügung stehen. Um die Sicherheit der Menschen in stark automatisierten Verkehrsszenarien zu gewährleisten, dränge laut Wolfgang Bernhart von der Unternehmensberatung Roland Berger die Zeit: nach mobilen Geräten seien vernetzte Fahrzeuge das nächste große Ziel für Cyber-Attacken. Cybersecurity muss Teil der Hardware- und Software-Plattformen und -Architekturen werden: von der Bedrohungsanalyse über die Festlegung von Sicherheitszielen bis hin zur sicheren Plattform inklusive Maintenance und Upgrades (Bild 1).

Bild 1: Von der Bedrohungsanalyse bis zur sicheren Plattform: Cybersecurity muss ein Teil der Hardware- und Software-Architekturen im vernetzten Fahrzeug sein.

Bild 1: Von der Bedrohungsanalyse bis zur sicheren Plattform: Cybersecurity muss ein Teil der Hardware- und Software-Architekturen im vernetzten Fahrzeug sein. Unternehmensberatung Roland Berger

Dass bisher noch keine sogenannten Black-Hat-Angriffe bekannt wurden, läge vor allem auch daran, dass ein Hacker zwischen einem und zwei Jahren benötigt, um in ein Fahrzeug einzudringen. Aber auch Szenarien, in denen jeder, der über ein Smartphone verfügt auch einen Angriff auf ein vernetztes Auto unternehmen könne, seien illusorisch, denn – anders als bei mobilen Geräten und PCs – gäbe es noch keine große Hacker-Community für Fahrzeugangriffe.

Cybersecurity-Lösungen vorinstalliert

Bild 2: Mit V2X, Telematik und W-LAN sind Attacken auf Millionen von Fahrzeugen von überall her zur gleichen Zeit möglich.

Bild 2: Mit V2X, Telematik und W-LAN sind Attacken auf Millionen von Fahrzeugen von überall her zur gleichen Zeit möglich. Continental

Schon das nicht vernetzte Fahrzeug bietet über USB-Schnittstellen, RFID-Technologie oder sogar über die Datenübermittlung der Reifendrucksensoren viele Angriffsmöglichkeiten. Hier muss sich ein Angreifer jedoch in unmittelbarer Nähe des Autos aufhalten, um den Angriff zu starten. Mit WLAN, V2X und Telematik sind Attacken von überall her möglich und erreichen Millionen von Fahrzeugen zur gleichen Zeit (Bild 2).

Ende-zu-Ende-Sicherheitslösungen sowie die Lösungen für drahtlose Updates Over-the-Air (OTA) von Argus und Elektrobit sind unter anderem in Telematikeinheiten, Infotainmentsystemen oder Gateways vorintegriert und werden als eigenständige Lösungen für Produkte von Drittanbietern zur Verfügung gestellt. Die Cybersecurity-Philosophie von Continental, Elektrobit und Argus basiert auf drei Säulen: Fahrzeughersteller sollen in der Lage sein, Cyber-Bedrohungen zu verhindern, zu verstehen und darauf zu reagieren (Bild 3). Um mögliche Angriffe zu verhindern, bietet Elektrobit neben Beratungsdienstleistungen auch Sicherheitskomponenten für die Anwendungsebene, hardwarespezifische Sicherheitsprodukte, die Autosar-Basissoftware sowie Sicherheitslösungen für Bootloader.

 

OTA-Updates über die gesamte Lebenszeit und zukunftssichere Flotten betrachtet der Beitrag auf der nächsten Seite.

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