Bild 4  Hauptplatine DSCF3506 mit Nummern

(Bild: S. W. Best)

Die grafische Impedanzanalyse des Vector-Network-Analyzers MFJ (Bild 1) deckt mit 1 Hz Auflösung den Frequenzbereich von 1 bis 230 MHz ab. Sein Frequenzsweep zeigt am Grafikdisplay LM6029ACW (128 × 64 Pixel) folgende Parameter an: SWR (Standing Wave Ratio), Impedanz, Resistanz, Reaktanz, Phasenwinkel, komplexen Returnloss und Smith-Diagramm. Durch die OSL-Kalibration (Open-Short-Load) erzielt das Gerät höchste Genauigkeit. Der MFJ-226 liefert echte Impedanz und alle anderen kritischen Lastparameter direkt, über die Speiseleitung oder ein Testkabel, korrigiert mit den Leitungsverlusten und dem Phasenwinkel.

Bild 3: Blick in das geöffnete Gerät, hier noch inklusive Display. S. W. Best

Bild 3: Blick in das geöffnete Gerät, hier noch inklusive Display. S. W. Best

Im Single-Frequency-Modus zeigt das Handheld-Gerät alle Informationen über die angeschlossene Last, einschließlich SWR, Frequenz, Impedanz (Serien- und Parallel-Impedanz R ±jX), S11-Kapazitanz (Rectangular und Polar) und Induktanz. Der Swept-Frequency-Modus erzeugt präzise Plots über die Frequenz von SWR, Impedanz (Z), Resistanz (R), Reaktanz (±X), Return-Loss (S11), Phasenwinkel und das zugehörige Smith-Diagramm. Dieses gibt Auskunft über S11-Parameter und Phasenwinkel über jeden eingestellten Frequenzbereich.

Messwerte speichern

Die Messergebnisse und die OSL-Kalibrationsdaten können Anwender in einem der 32 Speicherplätze ablegen und später verwenden sowie über Mini-USB am PC auslesen. Über diese Verbindung können auch spätere Upgrades erfolgen. Bild 2 zeigt das vereinfachte Blockschaltbild des MFJ-226, die Bilder 3 und 4 das Innenleben. Wie zu erwarten sind im Zeitalter der Hochintegration nur wenige Bausteine zu erkennen. Herz und Steuerzentrale sowie Speicher ist der 8-Bit-RISC-Mikrocontroller ATMega 644a von Atmel mit Flash, EEPROM und SRAM. Der µC liefert bei 20 MHz Takt bis zu 20 MIPS. Der DDS-Baustein 1346 wird vom µC gesteuert und erzeugt die Frequenzen von 1 bis 230 MHz in 1-Hz-Schritten. Der 10-dBm-Verstärker für die Messung mit dem Richtkoppler wird vom DDS-IC angesteuert.

Technische Daten

  • Frequenzbereich: 1…230 MHz kontinuierlich
  • Auflösung: 1 Hz
  • Ausgangsleistung: +10 dBmtyp
  • Harmonische: -15 dBctyp
  • LCD: 128 × 64 mit Backlight
  • Abmessungen: 165 × 80 × 32 mm3
  • Gewicht: rund 300 g
  • Stromversorgung: Zwei AA-Alkaline oder -NiMH
  • PC-Schnittstelle: Mini-USB

Der Richtkoppler selbst und der 10-dBm-Verstärker befinden sich auf einer getrennten Platine unterhalb der Hauptplatine in einem geschirmten Metallgehäuse, das wir lieber nicht geöffnet haben. Er ist über ein Mini-Koaxkabel mit der N-Buchse auf der Oberseite des Handheld-Geräts verbunden. Der MFJ-226 ist kompakt und in einem nahezu unzerstörbaren Kunststoffgehäuse untergebracht, das gut in der Hand liegt. Die beleuchtete erhabene Tastatur bietet ein gutes taktiles Gefühl und das hintergrundbeleuchtete Display (6,35 cm Diagonale) ist auch bei Sonnenlicht, wie es bei einem Fieldday ja leicht vorkommt, gut ablesbar. Die Auswertung der Smith-Diagramme macht man aber besser am Bildschirm des heimischen PCs. Versorgt wird der Analysator über zwei AA-Batterien, wobei der Hersteller Akkus empfiehlt.

Der MFJ-226 bietet die Leistung eines professionellen Serviceinstruments für den Feldeinsatz, kostet zum Beispiel bei Difona aber nur 399 €. Er vereint die neueste HF-Technik und liefert Messergebnisse zu einem Preis, dem der sparsamste Funkamateur nicht widerstehen kann.

Siegfried W. Best

DF5SBA; freier Journalist in Regensburg.

(lei)

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