Sigfox-World-IoT-Expo

Die Sigfox-World-IoT-Expo in Prag war die erste repräsentative Kongressausstellung rund um das „Low Power Wide-Area-Netzwerk Sigfox“. (Bild: Sigfox)

Man ist beeindruckt von der Bandbreite der vielen neuen Geschäftsideen, die die Aussteller auf der World-IoT-Expo von Sigfox präsentierten. Vom IoT-Sensor für Gullideckel bis hin zum vernetzten Briefumschlag mit Einmalverbindung reichen die vollkommen neuen Applikationen. Sie zeigen, dass durch diese LPWAN-Technik ganz neue Applikationsfelder entstehen. Angebunden wird quasi alles, was sich nicht wehren kann. Damit werden auch erstmals die prognostizierten zig Milliarden IoT-Devices erklärbar, da mit Sigfox nun IoT-Verbindungen für Devices möglich werden, die bisher nicht angebunden werden konnten. Das geht natürlich nur, wenn der Preis stimmt.

IoT-Device-Logik für 20 Cent

Beifall erhielt Ludowic Le Moan, CEO von Sigfox, deshalb auch für die Ankündigung des Sigfox Konnektivitätsservices Admiral Ivory. Hierdurch lässt sich jedes Gerät mit Kurzstreckenfunk für weniger als 20 Cent in ein IoT-Device mit großer Reichweite verwandeln. Die Hardwarekomponente ist dabei so simpel wie eine Fernbedienung für Garagentore. Im Gegensatz zu anderen derzeit verfügbaren Services öffnet Admiral Ivory damit den Markt für vernetzte Einwegartikel und einmalige IoT-Applikationen. So können selbst kleine Päckchen und Briefe vernetzt werden, um ihren Sendungsverlauf zu verfolgen.

Eckdaten

Das weltweit im Aufbau befindliche Low Power Wide-Area-Netzwerk Sigfox hat das Potenzial, zig Milliarden prognostizierter neuer IoT-Devices zu vernetzen. Die Sigfox World-IoT-Expo in Prag präsentierte bereits viele neue Geschäftsideen und Applikationsfelder. Firmenpartnerschaften vereinen ihre Kompetenzen und ermöglichen einen schnellen Start kostengünstiger Großserien. Hybridlösung verschiedener Netze, verfügbare LTE-Chips wie auch Entwicklung-Kits eröffnen Entwicklern mit einem flächendeckenden LPWAN bis Ende 2018 auch in Deutschland  neuartige IoT-Anwendungen.

Mit Admiral Ivory wird das nun sowohl technisch als auch ökonomisch machbar – mit bedeutenden Entwicklungsmöglichkeiten für die industrielle Verpackungs-, Logistik- und Retail-Industrie. Dieser Service ergänzt die bislang bekannte Ultra-Low-Cost-Konnektivitätslösung von Sigfox, die jetzt die Bezeichnung Sigfox Admiral Blue trägt. Kostengünstige Module können mit ihr ab nur zwei Euro kleine Datenpakete über lange Distanzen bei geringem Strombedarf übermitteln. Beide Dienste sind dafür prädestiniert, Millionen von Entry-Level-Geräten eine Internetverbindung zu ermöglichen.

IoT-Verbindung überall per Cognition-Service

Neu vorgestellt wurde zudem auch der Cognition-Service Sigfox Monarch, der weltweit eine nahtlose Konnektivität bietet, indem IoT-Devices automatisch die lokalen Kommunikationsstandards erkennen und sich darauf anpassen. Die Sigfox-Technologie nutzt die weltweit lizenzfreien Frequenzbänder zwischen 862 und 928 MHz. Dadurch können Geräte ihre Daten mit sehr geringer Leistung und zu sehr geringen Kosten in die Cloud übermitteln.

IoT-Einmalverbindung für vernetzte Einwegartikel und einmalige IoT-Applikationen

Auf der IoT-World-Expo wurde die erste IoT-Einmalverbindung für vernetzte Einwegartikel und einmalige IoT-Applikationen live hergestellt. Sigfox

Sigfox Monarch bietet einen Funkfrequenz-Erkennungsdienst, mit dem IoT-Devices die erforderliche Frequenzwechsel ganz ohne zusätzliche Hardware wie GPS- oder Wi-Fi-Chips bewältigen können. Durch die Möglichkeit solcher Globetrotter-Devices, die sich bei einem Regionswechsel automatisch anpassen, könnte Monarch zu einem Game-Changer für die Logistik-, Fracht- und Consumgüterbranchen werden. So werden mit Sigfox Monarch zukünftig beispielsweise verlorene Koffer nur noch eine Erinnerung aus ferner Vergangenheit sein, da Gepäckstücke nun weltweit getrackt werden können. Und das mit einfachen Batterien, die gefahrlos in den Frachtraum von Flugzeugen dürfen. Mit Sigfox Monarch brauchen Hersteller von Consumer-Elektronik und Weißwaren zudem nur noch ein einziges Hardwaredesign, um ihre Sigfox-befähigten Produkte weltweit vertreiben zu können.

Wie Sigfox bei der Geo-Lokalisierung oder dem Diebstahlschutz helfen kann, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Geo-Lokalisierungs-Service

Diese neuen Services bringen auch dem bestehenden Sigfox Geolokalisierungsservice einen neuen Funktions- und Wertgewinn. Der Service Atlas, der bisher als Sigfox Geo-Lokalisierung bekannt war, ist die weltweit kostengünstigste integrierte Lokalisierungsfunktion. Er nutzt eine Funksignalanalyse, um die Position von IoT-Geräten zu bestimmen. Anders als bei Lösungen mit GPS erhöht dieser Service nicht die Stromaufnahme. Er benötigt neben dem bereits integrierten Chip von Sigfox auch keine zusätzliche Hardware.

Jeder dieser Services reduziert die Kosten und Einstiegsbarrieren für Hersteller, die auf den IoT-Markt drängen wollen. Sie profitieren von einer kürzeren Time-To-Market-Dauer, geringeren Produktionskosten und erweiterten Möglichkeiten, ihre Devices kundenspezifisch anzupassen.

Bekanntgabe der Kooperation von Sigfox und BFO Mobility auf der IoT-Expo

Sigfox und die Brake-Force-One-Tochter BFO Mobility gaben auf der IoT-Expo offiziell ihre Kooperation bekannt. Personen von links: Alexander Buddrick (Product Manager Brake-Force-One), Christophe Fourtet (CSO und Gründer Sigfox), Stefan Schwarzkopf (Geschäftsführer BFO Mobility), Vincent Sabot (VP Europe O&O Sigfox). Sigfox

Cloudbasierter Diebstahlschutz

Inspiriert zeigten sich von diesen Neuerungen auch Unternehmen wie die Brake-Force-One-Tochter BFO Mobility, die zusammen mit Sigfox (e-)Bikes in die Cloud bringen, damit Anwender ihre Bewegungsdaten live tracken und vorausschauende Wartungsempfehlungen erhalten oder Notfallalarme bei Unfällen absetzen und Diebstahlsicherungsfunktionen integrieren können. Kunden von BFO Mobility nutzen sie zur Entwicklung ganz neuer Nutzungserlebnisse, Servicewelten und Flottenlösungen und erschließen sich so neue Umsatzpotenziale.

Erste Serienprodukte für Endkunden mit Sigfox basierter Sensor-to-Cloud-Kommunikation von BFO Mobility sind bereits für Frühjahr 2018 angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt wird beispielsweise der neue Flynn E-Kick-Scooter von Brake-Force-One Premiere feiern. Hier trägt Sigfox unter anderem zum cloudbasierten Diebstahlschutz mit Remote-Stilllegung des Systems sowie zur präzisen Ortbarkeit bei. Aufgrund der hohen Reichweite von Sigfox lässt sich der Flynn E-Kick-Scooter auch in Kellern von Gebäuden genau lokalisieren.

Zellulare Mobilfunkanbindung und Sigfox-Konnektivität

Dass Sigfox nicht den Anspruch hat, alles zu können, beweist die Vorstellung der weltweit ersten Hybridlösung für zellulare und Sigfox-IoT-Konnektivität von GCT Semiconductor. Der LTE-Chip GDM7243I von GCT ist für IoT-Anwendungen optimiert, indem er zwei komplementäre Konnektivitätsmodi unterstützt, die zellulare LTE-Kategorie M1 / NB1 / EC-GSM und Sigfox. Der Hybrid-Betrieb von zellularer Mobilfunkanbindung und Sigfox-Konnektivität ermöglicht mehrere Anwendungsfälle, die sowohl die traditionellen zellularen, als auch die jungen IoT-Märkte verändern werden.

Der GDM7243I-SoC ermöglicht es beispielswiese, Tracking-Geräte mit langer Batterielaufzeit zu entwickeln und für mehrere Jahre mit dem Sigfox-Wireless-IoT-Netzwerk zu verbinden, ohne dass dabei eine häufige Wiederaufladung erforderlich ist. Die LTE-Verbindung wird dann nur aufgebaut, wenn beispielsweise neue Konfigurationen übertragen werden müssen. Das Sigfox-Netzwerk kann aber auch als Backup-Konnektivität für Hybrid-Geräte genutzt werden.

Einsatzbereiche der Sigfox-Konnektivität sind in diesem Fall unter anderem Mobilfunkübertragungsbeschränkungen, Überlastungen, Zusammenbrüche oder beabsichtigte Störungen von Sicherheits- und/oder Alarmsystemen. Hybrid-Geräte verbessern zudem die Gerätesicherheit, indem sie die Möglichkeit bieten, gestohlene Telefone und andere Devices global zu lokalisieren und zu deaktivieren sowie Notfallalarm- und Beacon-Funktionen bereitzustellen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie nach, wer die Sigfox-Technologien nutzt.

Bosch Connected Devices mit Sigfox-Anbindung

LTE-Chip von GCT Semiconductor

Der hochintegrierte Single-Chip GDM7243I von GCT Semiconductor wird die LTE-Kategorine M1, NB1, EC-GSM sowie Sigfox Wireless-IoT-Konnektivität unterstützen. Sigfox

So viel Innovationspotenzial führt natürlich auch dazu, dass für zahlreiche bestehende Devices die Sigfox-Konnektivität als zusätzlicher Kanal zur Verfügung gestellt wird. Bosch Connected Devices and Solutions stellte beispielsweise das Sigfox-Erweiterungsmodul für das Cross-Domain-Development-Kit XDK von Bosch vor. Dieses von Innocomm produzierte Erweiterungsmodul ermöglicht es IoT-Kunden nun auch, besonders schnell Sigfox-Device-Prototypen von neuen sensorbasierten IoT-Geräten und -Anwendungen zu entwickeln.

Das XDK-Kit-110 integriert beispielsweise Bluetooth 4.0 LE, WLAN, einen Li-Ionen Akku, der über USB geladen wird, einen 32-Bit-ARM-Controller mit 128 kByte RAM und eine Reihe weiterer Sensoren in ein kleines handliches Gehäuse. Außerdem bietet es noch zwei Knöpfe und drei LEDs zur freien Verwendung. In Kombination mit Sigfox wird das System dann schnell zum Sigfox-Device.

Zuverlässige Fertigung großer Lose

Vorteilhaft bei vielen Millionen Devices ist jedoch auch eine stabile Fertigung. Die auf der World-IoT-Expo geschlossene Kooperation von Sigfox und Alps Electric Europe schafft hierfür die wesentlichen Grundlagen. Das Ziel ist, bei allgemeinen Kundenprojekten besonders eng zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus bevorzugt ALPS Electric Europe Sigfox auch als ihre wichtigste LPWAN-Konnektivitätstechnologie für zukünftige Produktentwicklungen.

Als Anbieter von elektronischen Spezialkomponenten für die Automobil-, Industrie- und Smartphone-Branche dürfte sich das Unternehmen Alps Electric mit hohen Qualitäten bei großen Fertigungslosen auskennen. Alps Electric Europe, mit der Sigfox direkt arbeiten wird, ist zudem das IoT-Kompetenzzentrum von Alps für professionelle industrielle Lösungen.

Neue Geschäftsmodelle rufen natürlich auch Berater aufs Parkett, die Sigfox ebenfalls umfassend unterstützen will. So wurde beispielsweise eine Kooperation mit Roland Berger beschlossen. Das Ziel der Partnerschaft Ultra Value ist es, neue IoT-Lösungen für große Unternehmen zu entwerfen, priorisieren, testen und skalieren. Laut Technologie-Marktforschungs-Unternehmen Gartner wird der globale ökonomische Einfluss des IoT bis 2020 auf zwei Billionen Dollar geschätzt. Dabei werden mehr als 20 Milliarden Dinge angebunden. Das IoT bietet große Chancen zur Entwicklung neuer Werte, indem es die operative Effizienz verbessert, neue Produkte und Dienstleistungen ermöglicht und neue Geschäftsmodelle hervorbringt, heißt es.

Erweiterungsmodul von Bosch und Sigfox für schnelles IoT-Prototyping

Das von Bosch Connected Devices and Solutions und Sigfox entworfene Sigfox-Erweiterungsmodul ermöglicht es IoT-Kunden, schnell Prototypen von neuen Sensor-basierten IoT-Geräten und Anwendungen zu entwickeln. Sigfox

Weltweit erfolgreich

Nicht jedes Unternehmen braucht aber Berater, um die Potenziale von Sigfox zu entdecken. Entsprechend vielfältig waren deshalb auch vorgestellte Neuigkeiten rund um das Sigfox-Netz. Der irische Sigfox Operator VT unterzeichnete beispielweise ein Ein-Millionen-IoT-Abonnement mit Dunraven Systems, einem Marktführer bei der Entwicklung von Ultraschall-Monitoringsystemen für Öltanks. In Australien ist die Clean Energy Finance Corporation (CEFC) nun einer der maßgeblichen Investoren in den Sigfox-Operator Thinxtra, um Sigfox-Technologie zu nutzen und die Energiewirtschaft Australiens effizienter zu machen.

In Singapur hat der Sigfox-Operator Una Biz die Lösung Rat-Sense entwickelt. Sie hilft der Schädlingsbekämpfungsindustrie bei der Überwachung von Nagetier-Populationen. IoT-Schweden nutzt die Sigfox-Niedrigenergie-Vernetzung, um smarte Ernte-Monitoring-Geräte für die intelligente Landwirtschaft zu entwickeln. In Frankreich hat sich Airbus dafür entschieden, Sigfox zu nutzen, um seine Lieferkette zu optimieren. In Spanien arbeitet der nationale Postdienst Correos mit Sigfox zusammen, um seine Logistikprozesse zu rationalisieren und seine beweglichen Assets zu tracken.

Das Sigfox-Netz ist rund um den Globus ein Thema. Zeit auch darüber nachzudenken, was man selbst mit diese Technologie machen kann, die in Deutschland bis Ende 2018 flächendeckend verfügbar wird.

Aurelius Wosylus

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(Bild: Sigfox)
Country & Sales Manager für Sigfox Deutschland

(jwa)

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