| von Marisa Robles Consée

Das MLS (Manufacturing Logistics Systems) wirkt linienübergreifend. Bedingt durch seine optimal aufeinander abgestimmten Bausteine ergibt sich eine qualitative Verbesserung und eine signifikant spürbare Steigerung des Durchsatzes in der SMT-Linie. Darüber hinaus wird die Reaktionszeit der Linie deutlich verkürzt – schon allein deshalb, weil das Tool die Fehlerraten und den Zeitbedarf minimieren hilft. Mit MLS adressiert Mimot vor allem Elektronikfertiger von kleinsten bis mittleren Losgrößen.

Das MLS besteht aus dem Manufacturing Logistics Terminal (MLT), dem integrierten Rüstplatz, den Pick2Light-Regalen, dem Rüstwagen und einem Softwaresystem. Die Teilsysteme wirken nach dem Prinzip des Mimot-Setup-Circle zusammen und sollen auf diese Weise eine sehr hohe Effektivität und Effizienz der Produktion sicherstellen. Das dazu erforderliche Wissen, die notwendigen Daten und Abläufe für die gesamte SMT-Linie sind in dem Softwaresystem abgebildet. Der Bediener wird geführt und seine Arbeit wird durch die ergonomisch optimierten Produkte deutlich vereinfacht.

HS Elektronik entscheidet sich für MLS

Es galt, die Rüstzeiten erheblich zu minimieren und die Wertschöpfung signifikant zu erhöhen, weshalb sich HS Elektronik Systeme für das Manufacturing Logistics Terminal, kurz ML-Terminal, von Mimot entschieden hat. Das Unternehmen war einer der Pioniere, die zusammen mit dem Bestückautomatenhersteller auf eine erfolgreiche Erprobungsphase zurückblicken können. Die Investition habe sich gelohnt, bestätigen die Mitarbeiter von HS Elektronik Systeme, einem Geschäftsbereich von UTC Aerospace Systems und Tochtergesellschaft von United Technologies Corporation. Mit rund 85 Mitarbeitern ist HS Elektronik auf das Design und die Herstellung von sogenannten Intelligenten Power-Modulen spezialisiert, welche vorwiegend in Systemen der Energieerzeugung und der primären und sekundären Energieverteilung zur Anwendung kommen. Aber auch in Stellantrieben und in der Triebwerksregelung finden diese Produkte ihren Einsatz.

Die Entscheidung für das ML-Terminal war bei HS Elektronik nach Durchführung einer Kosten-Nutzenrechnung schnell getroffen. Wenn am Tag mehrere 100 Feeder und damit auch Rollen zu rüsten sind, machen sich kurze Wege und gesicherte Zugriffe auf die Bauteile schnell bezahlt. Wo man früher viel Zeit mit dem Suchen verbrachte, hat man heute die Möglichkeit über die Produktions- und Auftragsdaten schnell und sicher den Bestand abzufragen, Statistiken zu fahren und sich auftragsbezogen die Materialien an einer Ein-Ausgabestation bereitstellen zu lassen. Die Software des ML-Terminals unterstützt und leitet den Bediener beim Kommissionieren und Rüsten ganzer Aufträge oder einzelner Bauteilrollen. Das Lagerverwaltungssystem beinhaltet unter anderem Funktionen wie Inventur, FIFO, Bestandslisten, Benutzerverwaltung, Visualisierung der Belegung, Umlagern, Statistiken oder ABC-Analysen der verwendeten Bauteile. Der integrierte ergonomische Rüstplatz eliminiert die Laufwege zwischen der Ein- und Ausgabestation und bedeutet einen zusätzlichen Zeitgewinn. Während die eine Rolle vom Operator abgerüstet und im ML-Terminal eingelagert wird, liegt die neue Rolle an der separaten Ausgabestation schon wieder zum Aufrüsten bereit.

Schneller Zugriff auf Bauteile

„Auch der modulare Auf- und Ausbau des Systems war bei der Entscheidungsfindung von besonderer Wichtigkeit“, erläutert Michael Beutel, Manager Manufacturing Engineering von HS Elektronik. Das Terminal könne das komplette Bauteilspektrum aufnehmen, ergänzt er. Angefangen von Rollen mit den Abmessungen von 7″/8 mm bis 15″/56 mm. Zusätzlich ist es möglich, JEDEC-Trays, Sticks oder ganze Feeder einzulagern. „Die separate Ein- und Ausgabestation erhöht die Zugriffsgeschwindigkeit auf die von uns benötigten Bauteile enorm. Nach der sechsmonatigen, störungsfreien Erprobungsphase war für uns klar, dass sich das Terminal amortisiert und somit lag die Entscheidung auf der Hand, die Erweiterung um ein zweites Rotations-Modul und das Mehrfach-Wareneingang-/Ausgabe-Modul in Auftrag zu geben.“ Zur Messe SMT Hybrid Packaging 2013 wird das Mehrfach-Wareneingang-/Ausgabe-Modul zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. War es bisher notwendig, dass das Einlagern von Rollen nacheinander passieren musste, ist es nun möglich, Bauteilrollen auf einer speziellen Vorrichtung zu sammeln und anschließend gleichzeitig dem ML-Terminal zuzuführen. Dies geschieht, ohne den laufenden Kommissionierprozess zu unterbrechen. Das Auslagern eines kompletten Auftrags ist an dieser Station ebenfalls möglich.

Zum Lagern der übrigen Bauteile und Materialien kommen Pick2Light-Regale zum Einsatz. Diese lassen sich direkt in das ML-Terminal integrieren oder separat aufstellen. Die farblich leuchtenden LEDs des Pick2Light-Regals unterstützen den Bediener und helfen, Fehler beim Kommissionieren zu vermeiden. Ebenfalls ist es möglich, die Pick2Light-Module an bereits vorhandenen, eigenen Regalen anzubringen, diese in die Lagerverwaltungssoftware einzubinden und mit zu verwalten. Diese Möglichkeit stellt auch ein günstiges Einstiegssystem für Kunden ohne ML-Terminal dar.

Durch die realisierte Softwarearchitektur ist die Einbindung bereits vorhandener Lagersysteme möglich. So können auch große Paternostersysteme, beispielsweise als Hauptlager, das ML-Terminal, unabhängig vom Hersteller der verwendeten Bestückungssysteme, als produktionsnahes Materiallager einsetzen.

SMT Hybrid Packaging 2013, Halle 7, Stand 436

Marisa Robles Consée

ist freie Redakteurin Productronic

(mrc)

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