Zum 40. Jubiläum machte sich Michael Pawellek mit der Fertigstellung und Einweihung des Erweiterungsbaus selbst ein Geschenk. Rund 5 Mio. Euro investierte Eltroplan in den Ausbau seines Firmensitzes in Endingen am Kaiserstuhl, das mit seiner Glasfassade markant und stylisch daherkommt. Der Erweiterungsbau wurde als vorgesetzter Baukörper in zweigeschossiger Bauweise mit ganzflächiger Glasfassade konzipiert. „Die um 10 Grad nach außen geneigten Außenfassade soll unseren dynamischen Hightech-Charakter widerspiegeln“, bekräftigt Michael Pawellek, Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter von Eltroplan Group. Im nahezu Zehn-Jahres-Rhythmus vollzog sich die bauliche Entwicklung bei Eltroplan: Im Jahr 2000 bezog das Unternehmen seinen etwa 600 m² großen Neubau, bereits 2009 erfolgte die erste Erweiterung mit weiteren 1000 m² und jetzt finden die Bauaktivitäten mit dem zweigeschossigen Erweiterungsbau ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit einer nach außen geneigten Glasfassade im Obergeschoss, das Büroräume für Entwicklung und Projektmanagement beherbergt, setzt Eltroplan nicht nur Akzente, sondern konnte damit seine Fläche um 1500 m² fast verdoppeln und letztendlich damit rund 20 weitere Arbeitsplätze in großzügigen Räumlichkeiten schaffen.

Michael Pawellek ist sichtlich stolz auf den vier Jahrzehnte währenden Erfolg seines Unternehmens.

Michael Pawellek ist sichtlich stolz auf den vier Jahrzehnte währenden Erfolg seines Unternehmens. Marisa Robles

Erweiterungsbau von Eltroplan: Der neue Baukörper hebt sich durch die geneigte Glasfassade.

Erweiterungsbau von Eltroplan: Der neue Baukörper hebt sich durch die geneigte Glasfassade. Eltroplan

Alle Bauabschnitte bilden zusammen ein schlüssiges Ensemble. Im Rahmen der Baumaßnahmen wurde auch ein Großteil der älteren Gebäudeteile renoviert. Die Technik des gesamten Gebäudes wird nun über eine intelligente Leittechnik zentral gesteuert und optimiert. Die Beheizung und Kühlung erfolgt mit Erdwärme durch einen Grundwasserbrunnen. Die Heizungs- und Kühlanlage der Erweiterung wurde in das bestehende System mit eingebunden. Für die neuen Räume kam eine zusätzliche Wärmepumpe auf dem Dach hinzu. Eine Photovoltaikanlage soll zudem Solarstrom für den Eigenverbrauch des Unternehmens liefern, weshalb Pawellek betont: „Wir benötigen mit diesen Maßnahmen keine fossilen Brennstoffe mehr. Nachhaltigkeit ist ihm wichtig.“ Durch dieses Energiekonzept beträgt die Primärenergieeinsparung jährlich etwa 240.000 kWh. Das führt zu einer jährlichen CO2-Minderung von 70.000 kg, beziffert der EMS seine Umweltbilanz.

 

Eltroplan 4.0 – Reise in die Zukunft

„Innovationen sind unsere Triebfeder und die brauchen Platz und genügend Freiraum“, argumentiert er, auch mit Blick auf den Erweiterungsbau, denn: „In einer außergewöhnlichen Region gedeihen außergewöhnlich gute Ideen.“ Das 40-jährige Bestehen gibt beredtes Zeugnis hierfür ab. Ohne treue Kunden, die auf das fundierte technische Know-how des Elektronikfertigungs-Dienstleisters vertrauen, wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen, unterstreicht Pawellek in seiner Eröffnungsrede zur Technologietagung. „Wir verbinden unsere große Expertise mit einer vertrauensvollen Partnerschaft zu unseren Kunden“, erläutert er. Was das konkret bedeutet, erklärt er so: „Als Systemanbieter realisieren wir deshalb aus Überzeugung mehr, als von uns erwartet wird – auch schon vor der ersten Projektphase. Diesen eigenen hohen Anspruch können wir aus bewährter Tradition verwirklichen, weil wir unsere Kunden proaktiv unterstützen und frühzeitig alle wichtigen Fragen stellen, um schnellstmöglich zielführende Antworten und Lösungsansätze zu erarbeiten.“

 

Das Know-how ist in Branchen wie der Automobilelektronik, Luftfahrt und Verteidigungstechnik, Industrieelektronik, Medizintechnik und Consumer-Anwendungen gefragt. Innerhalb der einzelnen Branchen können Kunden auf ein breites Leistungsportfolio zurückgreifen, die vom Muster- und Prototypenbau über NPI bis hin zur Großserie reichen. Möglich machen das auch Kooperationen mit Partnern, um das gemeinsame Know-how zu bündeln. Deshalb ging Eltroplan mit Aristos ein Joint Venture ein, gemeinsam mit dem Endinger Ingenieurbüro Kaiser und der Freiburger Softwarefirma PLC2-Design. Damit will das Unternehmen den steigenden Kundenansprüchen, möglichst alles aus einer Hand zu erhalten, Rechnung tragen. „Für jedes einzelne Projekt gibt es immer eine klare Vorgabe: Wir entwickeln und verwirklichen maßgeschneiderte High-End-Lösungen“, unterstreicht er die projektbezogene Zusammenarbeit als einzigen Weg, um im hart umkämpften EMS-Markt bestehen zu können. Nicht zuletzt diese Zusammenarbeit brachte Eltroplan 2018 eine Auszeichnung beim bundesweiten Innovationspreis Top 100 ein.

Mehr Platz für Innovationen: Mit dem Erweiterungsbau hat Eltroplan seine Fläche fast verdoppelt. Hingucker ist die nach außen geneiget Fassade.

Mehr Platz für Innovationen: Mit dem Erweiterungsbau hat Eltroplan seine Fläche fast verdoppelt. Hingucker ist die nach außen geneiget Fassade. Marisa Robles

Im Zuge des Erweiterungsbaus wird derzeit auch die bestehende Produktion entsprechend nachgerüstet. Die immer filigraneren und empfindlicheren elektronischen Baugruppen erfordern stets moderne Technik. So wird künftig nach Sauberraumkriterien produziert – vom Lager bis zum Versand. Zudem wird in Anlagen für Reinigungsprozesse, Schutzbeschichtung und in einem Laser-Nutzentrenner investiert. Darüber hinaus wird es mehr Platz für Inspektion und Prüffeld geben. Mit der Einführung eines neuen ERP-Systems soll der Grundstein für eine papierlose Fertigung gelegt werden. Auch will Eltroplan in eine linienübergreifende Softwarelösung investieren, um sowohl die Vernetzung des gesamten Maschinenparks als auch vollautomatisch arbeitende Lagersysteme sicherzustellen. Überhaupt sieht sich das Unternehmen nun in der Lage, mit der anvisierten technischen Infrastruktur eine Automatisierung unter Berücksichtigung neuester Techniken zu ermöglichen. „Mit Eltroplan 4.0 läuten wir ein neues Zeitalter der Baugruppenfertigung ein. Der Erweiterungsbau ist die Basis hierfür.“

 

Gala im Zirkuszelt als Jubiläumsfeier

Kein Wunder also, dass bei diesem Leistungsspektrum und diesen Perspektiven sich immer mehr treue Kunden und Lieferanten gewinnen lassen. „Seit unserer Gründung haben wir eine vertrauensvolle Partnerschaft mit über 100 Kunden aus verschiedenen Branchen etabliert“, bekräftigt Pawellek, auch hinsichtlich der vielen Freunde und guten Bekannten, die über die Jahre gewonnen wurden, und die den Weg gemeinsam mit Eltroplan gegangen sind. „Mit diesen Menschen, die wir sehr schätzen, möchten wir den großartigen Erfolg der Unternehmensgeschichte, sowie die Einweihung des neuen Erweiterungsbaus feiern,“ hob er feierlich zur Eröffnung der Jubiläumsveranstaltung im Zirkuszelt an.

 

Die Feier für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftsfreunde fand im großen Festzelt von Mack-Event statt, bei ausgesuchtem Essen und mit einem bunten Unterhaltungsprogramm, das mit 24 Künstlern für 210 angemeldete Gäste bestritten wurde. Rund ums Festmenü gab es Unterhaltung, Musik und artistische Einlagen. Abgeschlossen wurde das Jubiläumsevent mit einem Tag der offenen Tür, bei dem sich das Unternehmen der Öffentlichkeit präsentierte und die neuen Räumlichkeiten besichtigt werden konnten.

 

Technologietag: Feuertaufe für den Neubau

Mit dem Technologietag erfolgte die offizielle Einweihung und Inbetriebnahme des Erweiterungsneubaus. Passend zum Jubiläum und der aktuellen Situation lautete das Motto „Eltroplan 40 Jahre – Eltroplan 4.0“. Der Technologietag umfasste 20 Vorträge zu technischen und Managementthemen sowie eine Abendveranstaltung, bei der das Networking im Mittelpunkt stand. Rund 60 Teilnehmer folgten der Einladung „Wissen teilen – Fortschritt gestalten“ nach Endingen.

Der Technologietag wurde vom Moderator Gustl Keller, bei Eltroplan für QMB – Quality Management zuständig, mit einem Rück- und Ausblick auf die Technologietreiber und die Firmenhistorie eröffnet.

Der Technologietag wurde vom Moderator Gustl Keller, bei Eltroplan für QMB – Quality Management zuständig, mit einem Rück- und Ausblick auf die Technologietreiber und die Firmenhistorie eröffnet. Marisa Robles

Umfangreiches EMs-Portfolio

Zum Leistungsspektrum von Eltroplan zählen unter anderem:

  • Messtechnik-Adaptionen für High-Speed-Anwendungen
  • Steuergeräte (ECU) für Automotive-Anwendungen
  • Mechatronische Lösungen
  • FPGA-Design
  • Navi- und Infotainment-Anwendungen
  • Hochbeschleunigungsfeste Elektronik
  • Reengineering bei Obsoleszenzen
  • Elektronische Sicherungseinrichtungen (Fuse electronics)
  • Steuerungen für erweiterte Temperaturbereiche
  • Elektronik für Bild- und Videoverarbeitung

Nach der Begrüßung mit Vorstellung der Eltroplan Group durch Michael Pawellek folgte der erste Sitzungsblock. Dieser wurde vom Moderator Gustl Keller, bei Eltroplan Engineering für QMB – Quality Management zuständig, mit einem Rück- und Ausblick auf die Technologietreiber und die Firmenhistorie eröffnet. Nach dieser Einleitung informierte Jan Kokert, Engineering Hardwareentwickler/PCB Designer von Eltroplan Engineering, über das Potenzial von RFID-Chips auf Leiterplatten für EEMS. Die Möglichkeiten sowie die Besonderheiten der Starrflex-Technik verdeutlichte anschließend Hans-Jörg Etter, CEO von Optiprint, anhand verschiedener Anwendungen. Dr. Annegret Köhler-Werzner, Molekularbiologin aus Bremen, bildete mit ihrem Vortrag über „Genetic Engineering – Neueste Erkenntnisse aus der Genforschung und deren Anwendung in der Produktentwicklung“ den Abschluss des ersten Parts.

 

Im Anschluss daran folgten mit „Engineering“ und „Produktion“ zwei parallele Vortragssitzungen – ein Novum beim Eltroplan Technologietag, das erst durch den Neubau mit der Erweiterung des nun aufteilbaren Casinobereichs möglich gemacht wurde.

 

Die Sitzung „Engineering“ umfasste die Vorträge:

  • „Die Welt der SMT-Steckverbinder“, von Stephen Kaminski, Abteilungsleiter von Erni Deutschland
  • „Next Generation High Speed Interconnects“ von Christian Rees, Technischer Berater von Samtec Europe
  • „LAN-M12-Entwicklungen“ von Martin Leihenseder, Team Leader; Signal & Communications von Würth Elektronik eiSos
  • „WPCC Wireless Power Charging“ von Raphael Specht, Field Applications Engineer von Würth Elektronik eiSos

 

In der parallelen Sitzung „Produktion“ wurden folgende Beiträge geboten:

  • „Die Schablonentechnik im Wandel der Zeit“ von Lothar Pietrzak, Senior Consultant von Christian Koenen
  • „Miniaturisierung – Herausforderung für das Löten“ von Dr. Hans Bell, Leitung Forschung und Entwicklung von Rehm Thermal Systems
  • „Herausforderungen an einen Reinigungsprozess“ von Stephan Medenwald, Geschäftsführer von Dr. Medenwald
  • „Underfilling – Anwendung und Herausforderung“ von Helge Schimanski, Gruppenleitung Modul-Services | Mikro-Fertigungsverfahren von Fraunhofer ISIT

 

Der zweite Tag startete mit einem Vortrag von Olaf Römer, Geschäftsführer von ATEcare, in dem ausgehend von modernen Inspektions- und Testmethoden aufgezeigt wurde, wie sich eine hohe Testabdeckung durch den passenden Testmix realisieren lässt. Danach legte Dan Mutschler, Geschäftsführer von MTM Ruhrzinn, dar, wie Produktionsabfälle in der Elektronikfertigung zu behandeln sind und dass die Verantwortung und Haftung für den Abfall beim Erzeuger verbleibt, wenn dieser keinen nachgewiesenermaßen zuverlässigen beziehungsweise zertifizierten Entsorger beauftragt. Über digitale Plattformen, Smart Products, Künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle – Kernthemen einer marktzentrierten Digitalisierung informierte anschließend Michael Finkler, Geschäftsführer von Proalpha Business Solutions, der dabei das Potenzial disruptiver Lösungen erläuterte.

Rund 60 Teilnehmer folgten der Einladung „Wissen teilen – Fortschritt gestalten“ nach Endingen.

Rund 60 Teilnehmer folgten der Einladung „Wissen teilen – Fortschritt gestalten“ nach Endingen. Marisa Robles

Inspiration zwischen Technik und Magie

Vor 40 Jahren legte Michael Pawellek der Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Eltroplan Group. Seitdem ist das damals als Einzelfirma mit Leiterplatten-Layouts gestartete Unternehmen stetig gewachsen: Vom 4. bis 6. Juli 2019 feierte Eltroplan sein 40-jähriges Jubiläum sowie die Fertigstellung des großzügigen Erweiterungsbaus. Das Event startete mit einem Technologietag, bei dem 20 Vorträge zu technischen und Managementthemen geboten wurden. Höhepunkt der Feierlichkeiten war die daran anschließende große Jubiläumsgala im eigens dafür aufgebauten Zirkuszelt – ein künstlerischer und kulinarischer Hochgenuss.

Im nächsten Vortragsblock informierte zuerst Walter Opfermann, Regierungsdirektor vom Landesamt für Verfassungsschutz BW, ausgehend von einer Darstellung der Situation und den Risiken für den Mittelstand über die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes im Kampf gegen Spionageangriffe. Danach berichtete Axel Frank, Engineering Department Manager von Eltroplan Engineering, über neueste Trends aus dem Engineering, wobei er unter anderem auf das Baukastensystem, Referenzdesigns, die neue Wissensdatenbank, parallele Hard- und Software-Entwicklung sowie System-On-a-Module (SOM) einging. Tim Aumüller von Systemtechnik Hölzer informierte über das Laser-Nutzentrennen, wobei die Möglichkeiten der von Eltroplan beschafften neuen Anlage im Mittelpunkt standen. Anschließend erklärte Josef Faigle, Geschäftsleitung von Quality Analysis, im Vortrag „Saubere Produkte leben länger – Technische Sauberkeit als Qualitätsmerkmal“, was Technische Sauberkeit ist und wie diese überwacht und geprüft werden kann.

Zum Abschluss des Technologietags gab es einen Keynote-Vortrag von Dr. Martin Weth, Managing Partner von Capitum Consulting. In dieser „Capitum Key Note aus dem Cockpit“ verdeutlichte er anhand von Beispielen, was Fehlerkultur im Cockpit ist und wie diese hilft, Katastrophen zu vermeiden bzw. was passieren kann, wenn diese nicht funktioniert. Dr. Martin Weth zählte abschließend als Fazit auf, was Verantwortliche davon lernen können.

Productronica 2019: Eltroplan Halle B3, Stand 240