Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und Peugeot S.A. (Groupe PSA) haben eine verbindliche Zusammenschlussvereinbarung (Binding Combination Agreement) über einen 50/50-Merger ihrer  jeweiligen Geschäfte unterzeichnet. Dadurch soll der gemessen am Absatz viertgrößte und gemessen am Umsatz drittgrößte globale Automobilhersteller entstehen. Die angestrebte Kombination soll sich zu einem Branchenführer entwickeln. CEO wird Chairman of the Managing Board der Groupe PSA, Carlos Tavares, für eine Amtszeit von zunächst fünf Jahren; er wird auch Mitglied des Verwaltungsrates.

Carlos Tavares (PSA) und Mike Manley (FCA)

Carlos Tavares (PSA) und Mike Manley (FCA) vereinbaren eine Fusion der Automobilhersteller. PSA/FCA

Das kombinierte Unternehmen werde auf jährlich 8,7 Millionen verkaufte Fahrzeuge kommen – bei  einem Umsatz von fast 170 Milliarden Euro. Das neue Unternehmen soll einen operativen Gewinn von mehr als 11 Milliarden Euro und eine operative Marge von 6,6% erzielen –  jeweils basierend auf den einfach aggregierten Ergebnissen des Jahres 2018. Die kombinierte Bilanz biete laut der Partner über den Zyklus „erhebliche finanzielle Flexibilität und ausreichend Spielraum für die Umsetzung strategischer Pläne sowie Investitionen in neue Technologien“.

Die Effizienzen, die sich aus der Optimierung der Investitionen in Plattformen, Motorenfamilien und neue Technologien bei Nutzung der neuen Größe ergeben, sollen es dem Unternehmen ermöglichen, die Einkaufsleistung zu verbessern. Mehr als zwei Drittel des Run-Rate-Volumens wird sich auf zwei Plattformen konzentrieren. Dabei entfallen jeweils rund 3 Millionen Autos pro Jahr auf die Small-Plattform sowie die Compact/Mid-Size-Plattform.

Diese technologie-, produkt- und plattformbezogenen Einsparungen sollen rund 40 % der jährlichen Run-Rate-Synergien in Höhe von 3,7 Mrd. Euro ausmachen, während der Einkauf weitere 40 % zu den Synergien beitragen soll. Die Fusionspartner planen, dass Bereiche wie Marketing, IT, Allgemeine Verwaltung und Logistik die restlichen 20 % ausmachen. Diese Schätzungen basieren nicht auf Werksschließungen infolge der Transaktion. Die Partner prognostizieren, dass die Synergien vom ersten Jahr an Netto-Cashflow-positiv sein werden und etwa 80 % der Synergien nach vier Jahren erreicht werden. Die einmaligen Gesamtkosten für die Erzielung der Synergien beziffern sie mit 2,8 Milliarden Euro.

Die Synergien sollen es dem kombinierten Unternehmen ermöglichen, signifikant in die Technologien und Services zu investieren, welche die Mobilität in der Zukunft prägen werden – bei gleichzeitiger Erfüllung der globalen CO2-Regulierungsanforderungen. Das zusammengeschlossene Unternehmen soll die Transformation in den Bereichen New-Energy-Fahrzeuge, nachhaltige Mobilität, autonomes Fahren und Konnektivität vorantreiben.