44 Prozent der akzeptierten Paper auf der ISSCC 2018 wurden von Entwicklern aus Amerika, 39 Prozent aus Asien und 17 Prozent aus Europa beigesteuert. Am stärksten vertreten waren dabei Universitäten und andere akademische Einrichtungen mit 60 Prozent akzeptierter Beiträge, gefolgt von der Industrie mit 27 Prozent. Die ISSCC deckt thematisch das volle Spektrum von Design-Ansätzen und fortgeschrittenen, technischen Entwicklungen aus den Bereichen Kommunikations-, analoge und digitale Systeme sowie vorausschauenden Entwicklungen ab, die ihre Marktreife erst in drei oder mehr Jahren erreichen.

Innovation in der Halbleiterindustrie – aber wie?

Den Auftakt zur Konferenz machte der Plenarvortrag von Analog Devices‘ President und CEO Vincent Roche, der die Frage in den Raum warf, wie die Halbleiterindustrie in Zukunft Innovationen generieren wird – ist sie es doch, die die Grundlage dafür bildet, wie wir Menschen heute lernen, arbeiten und leben. Auch aufkommende Technologien wie Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, virtuelle Realität sowie Unternehmen wie Facebook und Google sind abhängig von und Nutznießer der Innovationen der Halbleiterindustrie. Doch einer der Innovationstreiber, die Dennard-Skalierung, fand schon vor einem Jahrzehnt ihr Ende, als sich die Versorgungsspannungen der ICs nicht weiter senken ließen. Auch das Moor’sche Gesetz nähert sich hinsichtlich der Leistungsaufnahme der ICs, Quanten-Tunnel-Effekten und Limits bei der Lithographie rapide der Grenze dessen, was physikalisch und vor allem wirtschaftlich möglich und sinnvoll ist – betragen die Kosten für eine State-of-the-Art-Waferfabrik doch derzeit etwa zehn Milliarden US-Dollar. Roche: „Ist die Party vorüber, oder fangen wir gerade erst an?“

Bild 1: Um auch weiterhin innovativ zu bleiben, müsse die Halbleiterindustrie traditionelle Pfade verlassen und sich einer applikationsgetriebenen Sichtweise zuwenden, meinte Vincent Roche, CEO von Analog Devices, in seinem Plenarvortrag auf der ISSCC 2018.

Bild 1: Um auch weiterhin innovativ zu bleiben, müsse die Halbleiterindustrie traditionelle Pfade verlassen und sich einer applikationsgetriebenen Sichtweise zuwenden, meinte Vincent Roche, CEO von Analog Devices, in seinem Plenarvortrag auf der ISSCC 2018. Analog Devices

Um weiterhin innovativ zu bleiben, sei laut Roche ein Umdenken erforderlich – weg von der klassischen Herangehensweise, Innovation allein durch Größe, Performance, Stromverbrauch und Kosten zu definieren. Sinnvoller sei zusätzlich eine applikationsgetriebene Sichtweise, also sich zu fragen, welches Problem einer Lösung bedarf und die dafür notwendigen Technologien zu entwickeln (Bild 1). Roche teilt diesen Ansatz in drei Bereiche auf: Die Weiterentwicklung von Technologien von More-Moore, über More-than-Moore hin zu Beyond-Moore, die eigene Expertise hinsichtlich relevanter Anwendungen der eigenen Technologien zu verbessern und sich der reellen Nachfrage besser anzupassen und schließlich einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen und Innovation als die Schaffung eines Ökosystems zu verstehen. Hersteller müssten sich darüber klar werden, auf welchen technologischen Feldern sie die Führung übernehmen und in welchen sie durch Kooperation vorankommen können.

Was tut sich in den Bereichen Prozessoren, Bildsensoren, MM-Wave und 5G?

Seite 1 von 3123