Jürg Schüpbach, CEO, Juki Automation Systems Europa.

Jürg Schüpbach, CEO, Juki Automation Systems Europa.Juki

Pick-and-Place-Maschinenanbieter wissen, dass sie mehr als bloß qualitativ gute Bestückungsautomaten bieten müssen, um den künftigen Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden. Die Integration der gesamten Produktion, ein erhöhtes Automationsniveau, noch größere Flexibilität sowie die Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess mit dem Ziel, so nahe wie möglich an eine Null-Fehler-Produktion heranzukommen, werden die Herausforderungen der Zukunft sein.

Wie sehen die Herausforderungen der Zukunft für den Elektronikfertigungsmarkt aus?

Jürg Schüpbach: Auf dem heutigen Elektronikmarkt und speziell im EMS-Business müssen unsere Kunden mit einer immer kleineren Marge kalkulieren. Das heißt, eine Produktionslinie muss von der ersten Investition an kosteneffektiv und mit einem Minimum an Arbeitskräften betrieben und unterstützt werden können und gleichzeitig höchste Qualität produzieren. Reparaturarbeiten sind in weiten Teilen der automatisierten Produktion gar nicht mehr erlaubt und wären selbstverständlich viel zu teuer.

Juki konzentriert sich auf das Hauptgeschäft des Pick-and-Place-Prozesses und ist seit vielen Jahren dafür bekannt, die Produktionskosten dank regelmäßiger Einführung von Systemen mit verbessertem Preis-Leistungsverhältnis und optimierten Tools senken zu können. Intelligente Maschinen und Feeder sind in der heutigen Welt Standard und um die oben genannten Ziele erreichen zu können, verbessern wir die Systeme laufend.

Welche Hauptstrategie verfolgt Juki mit seinem Produktportfolio in den nächsten zwei Jahren und darüber hinaus?

Jürg Schüpbach: Juki wird das Produktportfolio weiter vergrößern. Fünf voll miteinander kompatible Produktlinien sind verfügbar, um die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse abzudecken: solche mit niedrigen Produktionsansprüchen und solche im fortgeschrittenen Höchstgeschwindigkeitssegment. Wir werden das Produktportfolio ebenfalls erweitern, um auch den Super-High-Speed-Anforderungen zu genügen und um spezifische Bedürfnisse wie Anforderungen aus der Halbleiterfertigung, für die LED-Verarbeitung mit z. B. sehr langen Boards und sogar Pick-und-Place-Prozesse, die nicht direkt mit der SMT zusammenhängen, abdecken zu können.

Z. B. werden wir Systeme zur kosteneffektiven Automatisierung von heute manuell eingesetzten Komponenten und Prozessen einführen.

Gibt es irgendwelche speziellen Gebiete, in die Juki seine Anstrengungen zu intensivieren plant?

Jürg Schüpbach: Da gibt es viele verschiedene Gebiete. Im Speziellen möchte ich das Sentry-System erwähnen. Unser gegenwärtiger Fokus liegt auf der Integration des so genannten Sentry-Systems in den Pick-und-Place-Prozess. Das System wurde zur productronica 2011 erstmals vorgestellt und wird eine Null-Fehler-Produktion garantieren. Es umfasst zwei Teile:

Der erste ist das EPV-System, welches Bilder vom Pick-und-Place-Prozess in Echtzeit aufnimmt. Die Bildinformationen werden zur Rückverfolgbarkeit und zur raschen Fehleranalyse verwendet. Im Speziellen ermöglichen sie es dem Operator im Fall eines Problems zurückverfolgen zu können, was während das Bestück-Prozesses eines bestimmten Bauteils geschehen ist, um so den eventuellen Schaden schnellstmöglich beheben zu können.

Der zweite Teil ist das SIM. SIM ist ein integriertes, automatisiertes Inspektionssystem, welches verhindert, dass irgendwelche fehlerhaften Boards an den Reflowofen weitergeleitet werden. Auch Folgefehler werden durch dieses System verhindert. Und das ist nur ein Beispiel.

Wo steht Juki in Bezug auf R & D-Aktivitäten, um die oben genannte Entwicklungsstrategie verwirklichen zu können?

Jürg Schüpbach: Wir investieren enorm hohe Beträge in unser R & D und haben auch unseren Entwicklungsweg gewechselt. In diesen Tagen arbeiten wir – auf einer exklusiven Basis – viel mehr mit Unternehmen zusammen, die in bestimmten Gebieten marktführend sind und Systeme entwickeln, die in unser Konzept integrierbar sind. Ein Beispiel ist unsere enge Beziehung zu Cyberoptics Corp.

Wie will sich Juki erfolgreich von seinen Konkurrenten unterscheiden, respektive was macht Juki zur besten Wahl für Kunden von heute und morgen?

Jürg Schüpbach: Juki offeriert aus meiner Sicht die wohl qualitativ besten Systeme auf dem Markt. Was die MTBF (Mean Time Between Failures) angeht, sind unsere statistischen Ergebnisse beeindruckend. Deshalb geben wir auch eine Drei-Jahres-Garantie auf alle Teile in Europa und Amerika. Für Juki ist es selbstverständlich, Qualität auf höchstem Niveau zu produzieren. Unser großes Produktportfolio erlaubt es einem Kunden, mit einer kleinen Produktion zu beginnen und später die Kapazität und die Technologie in irgendeine Richtung zu expandieren und modular zu erweitern. Wir stellen zudem immer die Kompatibilität zu älteren Systemen sicher.

Die neue Generation akzeptiert z. B. elektrische und auch mechanische Feeder von vielen älteren Maschinen. Wir bieten also auf die verschiedenen Kundenbedürfnisse zugeschnittene Produkte an, die jederzeit mit Optionen, Tools sowie mit verschiedenen zusätzlichen Modulen erweitert werden können. Wer Juki wählt, wird einen Partner haben, auf den er sich wirklich verlassen kann.