Mit einem neuen und geschärften Firmennamen will sich der vormalige Elektonikfertigungs-Dienstleister SMT & Hybrid nun als SMT Elektronik auf dem Markt positionieren.

Blicken zuversichtlich in die Zukunft (v.l.n.r.): Thomas Schönfeld (Leiter Technologie), Christian Potz (Geschäftsführer) und Torsten Schindler (Leiter Applikation) von SMT Elektronik.

Blicken zuversichtlich in die Zukunft (v.l.n.r.): Thomas Schönfeld (Leiter Technologie), Christian Potz (Geschäftsführer) und Torsten Schindler (Leiter Applikation) von SMT Elektronik. Marisa Robles

„Wir haben uns seit vielen Jahren dem Mittelstand – insbesondere dem eigentümergeführten Mittelstand – als Zielgruppe verschrieben“, erläutert Christian Potz. Der Geschäftsführer von SMT Elektronik will mit seinen hohen Ansprüchen an Fertigungsprozesse, Technologien und Qualität keine Massenfertigung anstreben. Gleichzeitig sehe man sich auch nicht als typischer Prototyper oder Musterfertiger. „Unser Anspruch ist es, die Produktidee rasch zur Serienreife zu bringen“, bringt Potz die strategische Ausrichtung auf den Punkt.

Von der Produktidee schnell zur Serienreife: Die Elektronikfertigung von SMT Elektronik ist mit drei SMT-Linien für die Bedürfnisse von mittelständischen Kunden ausgelegt.

Von der Produktidee schnell zur Serienreife: Die Elektronikfertigung von SMT Elektronik ist mit drei SMT-Linien für die Bedürfnisse von mittelständischen Kunden ausgelegt. SMT Elektronik

Der EMS betreut daher langjährige Kunden, die hohe Ansprüche hinsichtlich der Fertigungstiefe und der damit verbundenen großen Technologievielfalt stellen. Besonders nachgefragt ist die Fertigung komplexer Baugruppen mit vielschichtigen Ansprüchen wie etwa Reinraumklasse 3 oder Ex-Schutz und UL. Immer mehr werden dabei auch weitere Dienstleistungen wie Lackierung, Verguss und Montagen nachgefragt.

Torsten Schindler, Leiter Auftragszentrum von SMT Elektronik, macht auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: „Seit etwa einem Jahr haben wir verstärkte Anfragen zur Prüfplatzentwicklung und zur Strukturierung von Prüfungen. Der Kunde hat zwar die Entwicklung im eigenen Haus, ist aber auf die Produktentwicklung beschränkt um Prüftiefen tatsächlich abzugleichen.“ Die ganze Bandbreite von elektrischen Tests über proprietäre Prüfungen, Klimatests und End-of-Line-Test stünden dabei genauso hoch im Kurs wie die Entwicklung eines Prüfplatzes, Adapters und der entsprechenden Software. „Die Nachfrage an Testdienstleistungen hat deutlich zugenommen.“

Die steigende Nachfrage sieht er darin begründet, dass Kunden einerseits einen gewissen Auslastungsgrad erreicht haben und sich damit auf ihre Schwerpunktthemen beschränken wollen. Andererseits treiben die gestiegenen Qualitätsanforderungen, vor allem unter dem Aspekt neuer Normen wie ISO9001 oder IATF16949 die Nachfragen voran: „Unsere Kunden stehen manchmal vor der Wahl, in entsprechende Testsysteme investieren zu müssen, um eine lückenlose Qualitätssicherung nachzustellen oder die geforderten Baugruppentests entsprechend auszulagern.“

Damit einher geht eine noch engere Zusammenarbeit, die bereits in der Entwicklungsphase beginnt. „Design for Manufacturing und Design for Testability sind ein deutliches Kriterium für die Dienstleistung in Deutschland und Mitteleuropa geworden“, berichtet Schindler.

Heißes Thema: Materialverfügbarkeit

Die enge Kommunikation mit den Kunden ist ein wesentlicher Aspekt – auch hinsichtlich der Materialverfügbarkeit, erläutert Potz und spricht dabei ein für manchen Kunden heikles Thema an: die Vorfinanzierung. „Wenn der Markt es erforderlich macht, Bestände zu sichern, dann sind das nicht unsere Bestände, sondern die des Kunden und der muss in diese Vorfinanzierung gehen. Aber das entscheidet letztendlich der Kunde.“

SMT Elektronik arbeitet hierbei mit leistungsstarken Distributoren zusammen. Langfristige Lieferzeiten für bestimmte Bauteile bleiben jedoch nicht ausgeschlossen, weshalb Potz einräumt: „Wir müssen vernünftig miteinander umgehen können. Und da sollte man alles unterlassen, was eine Geschäftsbeziehung belasten oder beschädigen könnte.“ Je langfristiger, je offener und je klarer diese Themen kommuniziert werden, desto besser sind die Lösungsmöglichkeiten, ist er sich sicher.

Ein weiteres Thema ist das Obsoleszenzmanagement. Nicht nur Anwendern von Mikrocontrollern, Speicher-ICs, Displays und weiteren Komponenten stehen harte Zeiten bevor. Auch in vielen anderen Industriebereichen ist derzeit eine rasante Zunahme von Obsoleszenz-Fällen zu beobachten, ausgelöst unter anderem durch die zunehmende Digitalisierung. „Wir können auch hier nicht zaubern“, sagt Thorsten Schindler. „Aber wir können die Product Change Notifications elektronisch umsetzen und auf die Baugruppen aufschlüsseln.“

Diese von Herstellern bereitgestellten Mitteilungen über Produktänderungen und Produktabkündigungen spielen zwar eine Schlüsselrolle, lassen sich doch damit im Idealfall schnell erkennen, ob und wie sich eine Änderung oder Abkündigung auf einzelne Unternehmensbereiche auswirken kann. Das Problem ist nur: Diese PCN werden heutzutage in einer Vielzahl verschiedenster nicht standardisierter Formate mit unterschiedlichstem Informationsgehalt zur Verfügung gestellt, berichtet Schindler: „Dadurch muss praktisch jede einzelne PCN aufwendig manuell ausgewertet werden.“

SMT Elektronik arbeitet daher viel mit der Datenbank Silicon Experts, die gute Prognosen über voraussichtliche Lebensdauern abgeben kann. „Die Kunden honorieren diese pro-aktive Obsoleszenz-Betrachtung und die Bewertung ihrer Stücklisten. Das vereinfacht schließlich auch Redesigns oder auch kleine Weiterentwicklungen ohne dass die Baugruppe komplett neu aufgesetzt werden muss. Wenn gewünscht, lagern wie solche Bauteile in Rücksprache mit dem Kunden auch ein.“

Jährlich investiert der Elektronikfertigungs-Dienstleister in den Maschinenpark, um komplexe elektronische Baugruppen effizient produzieren zu können.

Jährlich investiert der Elektronikfertigungs-Dienstleister in den Maschinenpark, um komplexe elektronische Baugruppen effizient produzieren zu können. SMT Elektronik

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