Nachdem Samsung sich kürzlich Harman geschnappt hat, sichert sich nun auch LG seinen Zugang zum Automotive-Markt: Der südkoreanische Konzern verleibt sich ZKW ein, um sich so für den künftigen Wettbewerb um autonome Fahrzeugkomponenten zu wappnen. Die international agierende ZKW-Gruppe mit Sitz im niederösterreichischen Wieselburg liefert für Automotive-OEM wie Audi, BMW, Porsche und Daimler zu. Im Rahmen der Transaktion will LG Electronics einen Anteil von 70 Prozent an dem Unternehmen erwerben, während die Muttergesellschaft LG Corporation die restlichen 30 Prozent übernimmt.

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ZKWs CEO Oliver Schubert bleibt auch nach der Übernahme des Autozulieferers im Amt. Alfred Vollmer

Das Produktangebot von ZKW soll das wachsende Geschäftsfeld Fahrzeugkomponenten von LG ergänzen. Zugleich plant der Konzern, dem im Premium-Segment angesiedelten Beleuchtungsgeschäft der Österreicher durch das Vertriebsnetz von LG eine größere Marktpräsenz zu verschaffen. Während die Branche von traditionellen Halogenlampen zu LEDs und Lasern übergehe, sehe sich ZKW in der Lage, als eines der ersten Unternehmen weltweit Matrix-LED-Scheinwerfer und Laserscheinwerfer herzustellen, argumentieren die Südkoreaner. Im Gemeinschaftsunternehmen will man sich auf die Entwicklung intelligenter Beleuchtungslösungen konzentrieren, die hochauflösende Informationen und Warnungen auf Straßen anzeigen, die von Sensoren erfasst werden, einschließlich autonomer Fahrkameras und Fahrzeugkommunikation.

Die ZKW-Gruppe wird weiterhin vom bisherigen Team unter der Leitung von CEO Oliver Schubert geführt, der weltweit für alle Aktivitäten mit mehr als 9.000 Mitarbeitenden verantwortlich sein wird. LG soll zunächst weitgehend autonom geführt werden, insbesondere die Produktion in Österreich soll mindestens fünf Jahre lang unverändert bleiben.

„Mit diesem Deal erweitert LG sein Geschäft mit Automobilkomponenten um eine neue Wachstumschance mit enormem Potenzial“, sagte Jo Seong-jin, Chief Executive Officer von LG Electronics. LGs Vehicle Components Company, der für das Automobilzuliefergeschäft des Unternehmens zuständige Bereich, verzeichnete im Jahr 2017 ein Umsatzwachstum von 26 Prozent auf 3,15 Milliarden US-Dollar.