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Barbara Duvall, Geschäftsführerin von Seica.
Antonio Grassino, Gründer von Seica.
Die Baugruppentester der Compact-Familie.
Die Fyling-Probe-Tester der Pilot-Familie.

Das als private Firma gegründete Unternehmen hat immer wieder innovative und neue Lösungen für den ATE-Markt entwickelt, und das soll auch so bleiben, wie das folgende Interview mit Barbara Duvall, Geschäftsführerin von Seica weltweit, erläutert.

Wie hat es begonnen mit Seica und können Sie uns ein bisschen mehr über Antonio Grassino’s Idee erzählen, diese neue Firma zu gründen?

Barbara Duvall: Antonio begann seine Kariere in der elektrischen Testabteilung von Olivetti und 1986 entschied er, seine Spur zu wechseln, indem er seine 12 Jahre Testerfahrung in etwas steckte, was damals ein „Testhaus” war, spezialisiert auf die Entwicklung von komplexen Funktionstestprogrammen, hauptsächlich für Kunden aus der Avionik- und Telecom-Industrie. Die erfolgreiche Entwicklung dieses Geschäfts führte zum nächsten Schritt der Firma – die Entwicklung unserer eigenen Testsystem-Linie.

Wie waren die ersten Jahre?

1990 begann Seica, sein erstes In-Circuit-System zu entwickeln. Es basierte auf einem modularen, aufrüstbaren Konzept, was ein radikaler Ansatz zu dieser Zeit war, wenn man die damals angebotenen Standardlösungen führender, den Markt dominierender ATE-Hersteller betrachtet. Bis dahin gab es ein spezifisches Model für jeden Testtyp wie In-Circuit- und Funktionstester mit modelspezifischer Hardware und Software. Die Vorteile dieses neuen Ansatzes waren Flexibilität und Kosteneffizienz – für Seica und für unsere Kunden.

Die Hard- und Software-Plattform, welche aus dieser Entwicklung resultierte, war auch die Basis für unseren ersten In-Circuit-Nadelbett-Tester. Durch Hinzufügen weiterer Module waren wir in der Lage, einen vollwertigen Funktionstester anzubieten. 1995 stellten wir bereits den weltweit ersten Flying-Probe-Tester mit echter In-Circuit-Fähigkeit vor.

Natürlich haben wir auch weiterhin neue Technologien entwickelt. Aber die Tatsache, dass wir von vornherein auf Modularität gesetzt haben, machte es möglich, dass unsere heutige VIP-Plattform auf diesem gleichen modularen Konzept beruht. Unser Ansatz beruht auf einer wirklich offenen Hard- und Software-Architektur, sodass problemlos auch „Third Party”-Hard- und Software-Module integriert werden können – ein wichtiges Kriterium für unsere Kunden aus dem Bereich Automobil-Elektronik sowie Luft- und Raumfahrt, das dazu führte, dass wir bevorzugt beim Ersatz von veraltetem ATE zum Zuge kamen.

Schon bald hat Seica sein weltweites Netzwerk gespannt – wann und wo wurden Dependancen gegründet?

Von Anfang an waren unsere Kunden rund um den Globus vertreten und wir hatten eine enge Zusammenarbeit zuerst mit Computer Automation, dann mit GenRad und Teradyne in den USA. Als unsere Kundenbasis weiter wuchs, haben wir lokale Büros eröffnet, um durch den eigenen Vertrieb und Service mehr Unterstützung bieten zu können. Zuerst wurde Seica France nahe Paris und dann die Seica Inc. nahe Boston und in Dallas gegründet. Seit 2004 sind wir in Suzhou, China, vertreten und seit 2008 in der Nähe von München.

Sie gehören zu den ATE-Herstellern, die als einer der ersten Firmen in China starteten – warum?

Bereits 1993 haben wir daran gearbeitet, unsere Produkte in China zu bewerben, zunächst durch eine Firma in Hong Kong, einen Distributor für Geräte für Elektronikfertigung. Als sich dieser Distributor entschied, sich auf andere Geschäftsfelder zu spezialisieren, haben wir zusammen mit dem ehemaligen Vertriebsleiter eine neue Firma gegründet, die Smart Technologies in Bejing. Heute vertritt das Smart Team weiterhin unsere Lösungen in ganz China, unterstützt durch unser technisches Büro und das Demo-Center in Suzhou.

Was hat sich in den letzten zehn Jahren verändert und wohin geht die Reise?

Unser Geschäft hängt direkt mit der Elektronikfertigungsindustrie zusammen. Deshalb müssen wir auch immer mit Veränderungen rechnen – sei es technologisch, geografisch oder wenn es um Produktlebenszeiten, Fertigungsstrategien etc. geht. Wir glauben, dass unsere Prinzipien wie Flexibilität und Kosteneffizienz heute wichtiger denn je sind.

Der Flying-Probe-Tester wird weiterhin das wichtigste Standbein bleiben, denn er ist ideal, um Setup-Zeiten und Kosten zu minimieren, was unseren Kunden bei immer kürzeren Lebenszyklen, kleineren Stückzahlen und ständigen Produktänderungen sehr entgegenkommt.

Ein weiterer Fokus wird auf der Automatisierung von Test- und Lötlösungen liegen, welche für unsere Kunden immer wichtiger werden, um ihre Produktivität weiter zu erhöhen.

Inwiefern kann Seica mehr als seine Mitbewerber bieten?

Der Flying-Prober Pilot V8 ist unserer Meinung nach das einzige System in der Welt mit 8 Test-Probes für das doppelseitige Kontaktieren mit Power Probes, doppelseitig kapazitiven Probes, integriertem Boundary-Scan, thermischen Test- sowie Reverse-Engineering-Fähigkeiten. Es arbeitet vollautomatisch inline.

Die Legacy-Replacement-Lösungen berücksichtigen die automatische Umsetzung von existierenden Programmen, die auf Systemen von Computer Automation, L200, Genrad GR179x und GR275x, Schlumberger S700 basieren. Dazu gehört auch die Wiederverwendung von existierenden Nadelbettadaptern.