Zu den Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen waren die beiden RBVC-Geschäftsführer Philipp Rose und Dr. Ingo Ramesohl sowie Bosch-Konzernchef Dr. Volkmar Denner vor Ort.

Zu den Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen waren die beiden RBVC-Geschäftsführer Philipp Rose und Dr. Ingo Ramesohl sowie Bosch-Konzernchef Dr. Volkmar Denner vor Ort. (Bild: Bosch)

Der VC-Arm von Bosch investiert seit zehn Jahren in verschiedene Tech-Start-ups auf der ganzen Welt. Mit bis zu 15 Millionen Euro beteiligt sich die Gesellschaft an Start-ups und unterstützt diese nicht nur finanziell, sondern auch mit Know-how und dem Bosch-Netzwerk. „Wenn wir als Division auf dem Markt agieren, haben wir oft mit relativ großen Playern zu tun, etablierten Lieferanten, Kunden und Partnern“, erklärt Dr. Ingo Ramesohl, Executive Vice President von Robert Bosch Venture Capitals (RBVC). „Wir kümmern uns um das Tagesgeschäft und generieren Innovationen daraus. Start-ups hatten es da relativ schwer. Wir hatten innerhalb von Bosch keinen klar definierten Prozess, um einen systematischen Zugang zu der Start-up-Community zu finden. Die Gründung der Venture Unit sollte genau diese Lücke füllen.“ Neben Wagniskapital und finanziellen Zielen steht die Zusammenarbeit an technologischen Lösungen im Vordergrund. Die Investitionen gelten dabei komplementären Technologien oder Geschäftsmodellen, die besonders gut zur Bosch-Gruppe passen. „Interessante Felder finden wir zum Beispiel in den Randbereichen der E-Mobilität, in der Connectivity, Bezahlsystemen oder Charging-Systemen“, merkt Ramesohl an. „Auch der Bereich Autonomes Fahren ist für uns relevant.“

Das RBVC-Portfolio umfasst mehr als 35 Technologie-Start-ups aus aller Welt. Diese internationale Ausrichtung hilft dem Unternehmen in einem sich stetig ändernden Umfeld disruptiver Entwicklungen. Insgesamt verwaltet die Wagniskapital-Tochter von Bosch ein Fondsvolumen von mehr als 300 Millionen Euro.

Langfristig sieht RBVC große Chancen auf dem chinesischen Markt und hat daher ein neues Büro in China eröffnet. „China ist ein großer, interessanter Markt für RBVC“, begründet Ramesohl die Entscheidung. „In der Vergangenheit kamen Innovationen oft aus anderen Regionen, wurden in China appliziert und an den Markt angepasst. In den letzten Jahren erlebe ich, dass China sich vom Player „Adaption in the Market“ zum Entwickler in Rocket-Science-Technologien mausert. Wir sehen zunehmend hochmotivierte Teams, die sich mit Top-of-The-Notch-Technologien beschäftigen. Insofern ist es für uns als Deep-Tech-Investor ein sehr guter Zeitpunkt, um unsere Aktivitäten in China auszu

bauen.“ Ziel ist es, die Erfolgsgeschichte in China weiter fortzuschreiben und RBVC auf dem lokalen Markt als Tech-Investor zu etablieren. „Ein Schwerpunkt von RBVC liegt in der Künstlichen Intelligenz, einem Trend, den wir seit zwei, drei Jahren aktiv verfolgen und in dessen Umfeld wir viele Investments getätigt haben“, ergänzt Ramesohl. „Außerdem sehen wir uns zunehmend Automotive-Themen an, was in der Venture-Industrie neu ist.“

Dr. Ingo Ramesohl, Geschäftsführer bei Robert Bosch Venture Capital, zu den Aktivitäten in China: „In China haben wir etwa drei Fund-in-Fund-Investments getätigt, Investments in andere Funds wie etwa GSR, um Zugriff auf mehr Dealflow zu bekommen. Darüber hinaus haben wir dort in eine Lidar-Company investiert, die sich derzeit noch in einer relativ frühen Phase befindet. Beteiligt sind wir auch an Sensoro, einem Unternehmen, das IoT-Netzwerke entwickelt. Peking ist etwa seit über einem Jahr komplett mit Sensoro-Technologien vernetzt – von eigenen Sendemasten bis hin zu den Beacons, die im Laden hängen, Gateways oder Feuermeldern.“

Dr. Ingo Ramesohl, Geschäftsführer bei Robert Bosch Venture Capital, zu den Aktivitäten in China: „Darüber hinaus haben wir in China in eine Lidar-Company investiert, die sich derzeit noch in einer relativ frühen Phase befindet. Beteiligt sind wir auch an Sensoro, einem Unternehmen, das IoT-Netzwerke entwickelt. Peking ist etwa seit über einem Jahr komplett mit Sensoro-Technologien vernetzt.“ Bosch

Dabei richtet RBVC seinen Blick insbesondere auf Unternehmen, die auf den Gebieten künstliche Intelligenz (KI), Internet der Dinge (IoT), automatisiertes Fahren, Augmented und Virtual Reality (AR/VR) sowie Blockchain tätig sind. Bereits in den vergangenen Jahren war RBVC von Deutschland aus auf dem chinesischen Markt aktiv und hat bisher fünf Investments getätigt. Als einer der wenigen ausländischen Investoren ist RBVC aufgrund seiner Organisationsstruktur in der Lage, Investitionen in der lokalen chinesischen Währung Renminbi zu tätigen. Weltweit ist der VC-Arm von Bosch an fünf Standorten aktiv. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist das Engagement in wichtigen Technologie-Hotspots, vor allem im Silicon Valley und in Israel.

Die Investmentprofis von RBVC schauen sich in jedem Jahr die Technologien und Geschäftsmodelle von weltweit über 2 000 Start-ups an. Lediglich ein gutes Hundert davon schafft es in die engere Auswahl.

Daher bringt RBVC regelmäßig junge Unternehmen in Kontakt mit operativen Bosch-Einheiten. Dadurch erhalten die Start-ups beispielsweise die Möglichkeit, Zulieferer, Kunde oder Technologiepartner von Bosch zu werden. Durch diesen Open-Innovation-Ansatz, also die gezielte Einbindung von Externen in den eigenen Innovationsprozess, können die Partner gegenseitig von ihrem Know-how und ihrer Erfahrung profitieren. Das Geschäftsmodell zeigt, dass RBVC durch sein weiterführendes Angebot zahlreiche Win-win-Situationen aufbaut.

Das zeigt auch ein Blick auf die zehnjährige Geschichte von RBVC. Das aktuelle Portfolio umfasst erfolgreiche Unternehmen, die sich mit Themen wie Blockchain, IoT, Machine Learning und Halbleiterentwicklung beschäftigen. Zwei Beispiele: Der britische Prozessor-Hersteller Graphcore produziert KI-Hardware zur Beschleunigung von maschinellem Lernen. Das Berliner Start-up IOTA entwickelt eine Kryptowährung für automatisierte Zahlungen im Internet der Dinge – etwa an Ladesäulen für Elektroautos. Solche Geschäftsmodelle ergänzen das Portfolio der Bosch-Gruppe und zeigen das langfristige Interesse von RBVC. Die vergangenen zehn Jahre brachten auch einige erfolgreiche Exits, zum Beispiel Movidius, ein Hersteller von Bildverarbeitungsprozessoren, wurde von Intel übernommen und der Funktechnologie-Anbieter Greenpeak von Qorvo, einem Halbleiterproduzenten.

(prm / tm)

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