Kleinmengenlager

Ein Blick in das neue Schukat-Logistikzentrum in Monheim a. Rhein bei der Regalierung (Stand: Mai 2018) (Bild: Schukat)

Noch laufen die Bauarbeiten im nordrhein-westfälischen Monheim am Rhein auf Hochtouren. Doch wenn das neue Logistikzentrum von Schukat voraussichtlich Ende 2018 in Vollbetrieb geht, stehen dem Distributor ungefähr 10.000 m² Lagerfläche zur Verfügung. Diese unterteilt sich in das automatische Kleinteilelager im hinteren Gebäudeteil sowie in drei weitere Räume für die Lagerung von größeren Materialien sowie Gefahrstoffen. Auch rund 2000 m² Bürofläche sind vorhanden.

In der ersten Ausbaustufe umfasst die Lagerkapazität etwa 64.000 Behälterstellplätze. Bereits vorgesehen ist eine Erweiterung der Regalanlage von vier auf bis zu zehn Gassen mit etwa 140.000 Behälterstellplätzen sowie zunächst 2500 und im Endausbau 4000 Palettenstellplätzen. Zudem stehen weitere 108 Pufferplätze für Paletten im Wareneingangsbereich des Bestandsgebäudes sowie 150 Plätze im Warenausgangsbereich im Erweiterungsgebäude zur Verfügung.

Durchgängige Verfügbarkeit gewährleisten

Für die Nutzung des neuen Shuttle-Systems war dem Distributor wichtig, dass eine unterbrechungsfreie Verfügbarkeit für aktuell rund 33.000 Bauteile, Stromversorgungen, Halbleiter und Lüfter gewährleistet ist. Künftig wird in dem 18,9 Meter hohen Automatik-Regal eine vielfach höhere Lagerdichte vorhanden sein als bisher bei der Lagerung in der manuell betriebenen Fachbodenanlage. Dabei lassen sich die Lagerplätze im automatischen Kleinteilelager (AKL) variabel nutzen: Sie sind darauf ausgelegt, einen hohen Behälter, zwei gestapelte flache Behälter oder ein Tablar zu lagern. Die flachen Behälter können außerdem bis zu vier Mal unterteilt werden. Pro Behälter (-unterteilung) ist eine chargenreine Lagerung vorgesehen. Somit besteht an einem Platz die Lagermöglichkeit von acht Chargen bei zwei gestapelten und vierfach unterteilten Behältern.

Der Automatisierungsgrad des Systems erlaubt in der ersten Ausbaustufe mindestens 1200 Pick-Positionen pro Stunde an sechs Kommissionierstationen und lässt sich auf die doppelte Kapazität erweitern. Durch die großzügige Planung bleibt Platz, um zusätzliche logistische Dienstleistungen anzubieten.

Von „Person zur Ware“ zu „Ware zur Person“

Der Einsatz von dynamischen Komponenten, vor allem Shuttlefahrzeugen, ermöglicht es, die Leistung unabhängig von der Lagerkapazität zu steuern. Ebenso ist die Skalierung der Kapazität durch das Errichten weiterer Gassen unabhängig von der Leistung realisierbar. Darüber hinaus lässt sich das bereits sehr geringe Risiko von Kommissionierfehlern durch die bessere Visualisierung in den Kommissionierdialogen nochmals reduzieren.

Indem die Bestandsfindung sowie die Einlagerlogik umgestellt werden – beispielsweise durch Einlagerung von nur einer Charge pro Behälter (-unterteilung) – verbessert sich die FIFO-Unterstützung (First In First Out). Das Ergebnis sind chargenreine Lagerboxen, welche die Zugriffszeit auf die einzelne Box beziehungsweise den geforderten Artikel deutlich beschleunigen. Insgesamt verringert sich durch den Paradigmenwechsel „Ware zur Person“ – statt wie bisher im manuellen System „Person zur Ware“ – die Bearbeitungszeit von Kundenaufträgen erheblich.

Das neue Shuttle-System erlaubt allgemein ein besseres Bestandsmanagement, viel Raum für logistische Zusatzleistungen und schnellere Durchlaufzeiten von Aufträgen. Außerdem entkoppelt es Auftrag und Arbeitsplatz für den der Kommissionierung vorgelagerten Prozessschritt der Aufteilung, bei dem die Gebinde in die kundengerechte Menge zusammengefasst werden. Das schafft weitere Möglichkeiten, die Aufträge zu steuern und zu priorisieren.

 

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Hochwassersichere Anlage

Kleinmengenlager

Das Schukat-Logistikzentrum von oben: Bestehendes Lager- und Bürogebäude (links) und Neubau (rechts) Schukat

Durch Redundanzen bietet das System weitestgehend Ausfallsicherheit. Keine der systemkritischen Komponenten bildet einen Single Point of Failure, selbst ein Hochwasser übersteht die Anlage ohne Ausfall bis zu einem sehr hohen Grad. Steht die Anlage einmal komplett still, bleibt noch die Option des manuellen Zugriffs auf jede Box. Diese Technologie stellt einen großen Vorteil im Gegensatz zu konventioneller AKL-Technik mit Regalbediengeräten dar. Denn dort lässt sich die Redundanz der Bestände nur über deren Verteilung in Gassen gewährleisten, ein manueller Zugriff bei einem Anlagenausfall ist kaum möglich.

Mit der grundsätzlichen Erhöhung der Kapazität erhöht sich auch die Kapazität zur Lagerung von kundenspezifischen Produkten. So schafft der Distributor zusätzlich eine Grundlage zur Ausweitung und Optimierung des aktuellen Produktportfolios und Kunden können zukünftig einen noch größeren Bedarf aus einer Hand decken.

Außerdem geht mit dem neuem Logistikzentrum die Möglichkeit einher, kundenspezifische logistische Zusatzleistungen deutlich auszubauen, etwa individuelle Etikettierungen. Schukat optimiert im Zuge dessen auch die Anbruchregelungen, Aufteilprozesse und Verpackungsregelungen.

Fertigstellung Ende 2018 geplant

Nach dem Baubeginn am 7. August 2017 ist der Vollbetrieb des neuen Logistikzentrums für Ende 2018 geplant, etwa zeitgleich mit der Messe Electronica. Hier soll das neue Lager auch thematisiert und vorgestellt werden. Bis dahin finden in den kommenden Monaten noch die Fertigstellung und Übergabe des Gebäudes sowie die Montage und Übergabe der Automatikanlage statt. Ist die neue Anlage in die bestehende Systemlandschaft eingebunden und wurde die anschließende Testphase erfolgreich absolviert, erfolgt der Startschuss für die Inbetriebnahme und Bestückung der Anlage.

Bert Schukat

ist Geschäftsführer des Distributors Schukat Electronic.

(tm)

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