Analog Devices hat ein drahtloses Batteriemanagement-System entwickelt.

Analog Devices hat ein drahtloses Batteriemanagement-System entwickelt. (Bild: Analog Devices)

| von Gunnar Knuepffer

Analog Devices hat ein drahtloses Batteriemanagementsystem (wBMS) angekündigt, das Automobilherstellern mehr Flexibilität bei der Überführung von Elektrofahrzeugen unterschiedlicher Fahrzeugklassen in die Serienproduktion ermöglichen soll. Das wBMS ist nach Angaben des Unternehmens das erste serientaugliche drahtlose Batteriemanagementsystem für elektrische Fahrzeuge. Es soll in den Serienfahrzeugen von General Motors zum Einsatz kommen, die mit Ultium-Batterien betrieben werden.

Das System enthält alle integrierten Schaltkreise sowie Hard- und Software für Stromversorgung, Batteriemanagement, HF-Kommunikation und Systemfunktionen in einem Systembauteil, das funktionale Sicherheit bis ASIL-D auf Modulebene unterstützt und auf ADIs BMS-Batteriezellen-Messtechnologie aufbaut.

Automobilhersteller, die das wBMS von Analog Devices in ihren Elektrofahrzeugen einsetzen, könnten auf den Kabelbaum zur Kommunikation verzichten und bis zu 90 % der Verkabelung sowie bis zu 15 % des Volumens im Batteriepack einsparen. Gleichzeitig lasse sich nach Unternehmensangaben mit dem wBMS eine höhere Flexibilität bei der Entwicklung erzielen und die Fertigung vereinfachen. Reichweite und Genauigkeit über die Lebensdauer der Batterie blieben erhalten.

Durch seine Genauigkeit über die gesamte Fahrzeuglebensdauer ermögliche das Batteriemanagementsystem eine gute Energienutzung pro Zelle, die für eine hohe Fahrzeugreichweite erforderlich ist. Das neue wBMS eigne sich auch für sichere und kobaltfreie Batteriechemien, wie beispielsweise Lithium-Eisen-Phosphat (LFP).

Weitere Funktionen könnten Früherkennung von Fehlern ermöglichen

Der Übergang von Batterien mit leitungsgebundener zu Lösungen mit drahtloser Kommunikation ermögliche es den Automobilherstellern, ihre Elektrofahrzeug-Plattformen über mehrere Fahrzeugmodelle hinweg zu skalieren, um die wachsende Verbrauchernachfrage zu erfüllen, meinte Patrick Morgan, Vice President, Automotive bei Analog Devices. Ihre wBMS-Lösung vereinfache nicht nur die Fertigung, sondern ermöglicht es auch, neue Anwendungen unter Verwendung drahtloser Daten aufzubauen.

Mit zusätzlichen Systemfunktionen könnten Batterien ihren eigenen Zustand messen und melden, was eine schnellere Früherkennung von Fehlern sowie einen optimierten Einbau der Traktionsbatterien ermöglichen würde. Die Daten könnten während des gesamten Batterie-Lebenszyklus fernüberwacht werden – vom Zusammenbau über Lagerung und Transport bis hin zur Installation, Wartung und in einer zweiten Lebensphase.

Analog Devices und General Motors hatten vor kurzem eine Zusammenarbeit angekündigt, welche die wBMS-Technologie auf die Ultium-Batterieplattform von GM bringt. Die Technologie von ADI trägt zur Skalierbarkeit der Ultium-Plattform für die künftige Produktpalette von General Motors bei, die verschiedene Marken und Fahrzeugsegmente, von Lkw bis hin zu Hochleistungsfahrzeugen, umfassen soll.

(gk)

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