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Die alten Zechen sind zum Kulturgut geworden. Die Industrie in NRW ist vielfältiger geworden und hat sich gewandelt.

Die alten Zechen sind zum Kulturgut geworden. Die Industrie in NRW ist vielfältiger geworden und hat sich gewandelt.Line-Of-Sight – Fotolia.com

Bei Wirtschaftskraft denken viele zu erst an Bayern oder Baden-Württemberg. Nordrhein-Westfalen (NRW) erwirtschaftet aber mit 568,9 Milliarden Euro satte 22,1 % des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) und liegt damit an der Spitze aller Bundesländer. Außerdem erwirtschaftet NRW 4,5 % des europäischen BIP (EU-27) und ist damit eine der bedeutendsten Wirtschaftsregionen Europas. In der internationalen Rangfolge liegt das Bundesland noch vor der Türkei. NRW ist außerdem das Land des Mittelstands: Denn rund 754.000 kleine und mittlere Unternehmen bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Rund 80 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und rund 83 % der Auszubildenden sind in mittelständischen Unternehmen tätig.

Dienstleistungs-Sektor dominiert

Der dominierende Sektor in NRW ist der Dienstleistungsbereich. Mit einem Anteil von 30 % an der gesamten Wertschöpfung des Bundeslandes ist die Industrie jedoch gut vertreten. Die nordrhein-westfälischen Industrieunternehmen setzten 2012 342,5 Milliarden Euro um. Das entspricht 19,5 % des deutschen Industrieumsatzes. 2012 produzierten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes Waren im Wert von 292,8 Milliarden Euro.

Produktion 2012 fast auf Niveau von 2011

Umsätze nach Branchen für 2012 in Milliarden Euro (Umsatzzahlen beziehen sich auf Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten): Die Chemieindustrie und der Maschinenbau sind die stärksten Branchen in NRW.

Umsätze nach Branchen für 2012 in Milliarden Euro (Umsatzzahlen beziehen sich auf Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten): Die Chemieindustrie und der Maschinenbau sind die stärksten Branchen in NRW.IT.NRW

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als statistisches Landesamt mitteilt, war damit der Output an Gütern, die für den Absatz bestimmt waren, um 0,2 % niedriger als 2011. Mit je 41,4 Milliarden Euro wurde bei der Produktion von Maschinen (+3,0 % gegenüber 2011) und bei der Herstellung von chemischen Erzeugnissen (-0,6 %) der höchste Güterausstoß erzielt. Auf den Plätzen drei und vier folgten die Erzeugung von Metallen mit 38,9 Milliarden Euro (-8,7 %) und die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit 28,7 Milliarden Euro (+5,4 %). Die höchste Steigerung erzielte die Herstellung von Kokerei- und Mineralölerzeugnissen (+16,5 % auf 13,5 Milliarden Euro). Den stärksten Rückgang ermittelten die Statistiker bei der Produktion von Metallen sowie von Leder und Lederwaren (-5,6 % auf 300 Millionen Euro).

Neben dem Maschinenbau ist die Chemie eine der stärksten Industriebranchen in NRW. Gemessen am Umsatz mit 49,2 Milliarden Euro nimmt der Chemiestandort NRW EU-weit Rang 5 und weltweit Rang 13 ein. 2011 betrug der nordrhein-westfälische Anteil am deutschen Jahresumsatz 34,1 %. Rund 70 % aller von der chemischen Industrie hergestellten Stoffe gehen in die industrielle Weiterverarbeitung. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei rund 89 500 (27,7 % Anteil in Deutschland). Dabei konzentriert sich die chemische ­Industrie vor allem auf die Rheinschiene und das Ruhrgebiet. Große Chemieunternehmen wie Bayer, Evonik, Henkel oder Lanxess sind hier mit ihrem Hauptsitz vertreten.

NRW-Maschinenbau 2012 über Vor-Krisen-Niveau

NRW ist die bedeutendste Chemieregion in Deutschland. Von den 20 umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen haben sieben ihren Sitz dort.

NRW ist die bedeutendste Chemieregion in Deutschland. Von den 20 umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen haben sieben ihren Sitz dort.Chemsite

„Der nordrhein-westfälische Maschinenbau hat 2012 einen Umsatz von 44,1 Milliarden Euro erzielt und damit den Umsatz des Rekordjahres 2008 um 300 Millionen Euro übertroffen“, erklärt Siegfried Koepp, Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW. Verglichen mit dem Vorjahr stieg der Umsatz damit von 42,1 Milliarden um zwei Milliarden Euro. Hinter diesem Ergebnis verbergen sich auf der Ebene der Teilbranchen aber große Unterschiede. Vor allem der Auslandsumsatz hat mit einer Steigerung von 1,2 Milliarden Euro zur guten Entwicklung beigetragen. Der Inlandsumsatz legte um 800 Millionen Euro zu. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung lag 2012 bei 88,6 % und damit über dem langjährigen Mittelwert von 87,4 %. „Im Jahresmittel 2012 beschäftigte der NRW-Maschinenbau mehr als 194 000 Mitarbeiter in Unternehmen mit über 50 Beschäftigten“, sagt Koepp. „Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2011 hat der NRW-Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2012 mehr als 4 600 neue Arbeitsplätze geschaffen. Mit dieser Entwicklung haben wir die Beschäftigtenzahlen des Boomjahres 2008 fast erreicht.“

Prognosen für die Zukunft des nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbaus ist in diesen Zeiten nicht einfach. Denn es ist schwierig, die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise vorherzusagen. Vor diesem Hintergrund erklärt Koepp: „Für das laufende Jahr 2013 gehen wir von einem Produktionswachstum von 2 % aus. Die aktuell leichte Schwäche bei den Auftragseingängen könnte sich in 2013 bei den Umsätzen und den Produktionszahlen auswirken. Wir rechnen jedoch spätestens im zweiten Halbjahr 2013 wieder mit einem Anstieg bei Produktion und Umsatz.“

Verhaltener Start in das Jahr 2013

Die Vorsichtigen Prognosen des VDMA bestätigen die ersten Zahlen für 2013. Der Auftragseingang im nordhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbau verfehlte im März sein Vorjahresniveau um -1 %. Auch die Inlandsorders präsentierten sich mit -9 % schwach. Impulse im März kamen vor allem aus dem Euro-Raum (+24 %). Trotz -5 % bei den Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Raum, legten die Auslandsorders um 3 % zu. Der Dreimonatsvergleich Januar bis März untermauert diese Zahlen. Die Auftragseingänge des ersten Quartals 2013 präsentierten sich mit -1 % leicht negativ. Hier konnten die positiven Auslandsorders (+3 %) die schwache Binnennachfrage (-9 %) beinahe kompensieren.

Melanie Feldmann

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Redakteurin der IEE

(mf)

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