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Der wirtschaftliche Wandel in Nordrhein-Westfalen wurde durch den Mittelstand getragen.

Der wirtschaftliche Wandel in Nordrhein-Westfalen wurde durch den Mittelstand getragen.   Tom Bayer – Fotolia.com

In NRW ist der Maschinenbau mit über 190.000 Beschäftigten größter industrieller Arbeitgeber im Land und prägt das Innovationsgeschehen wie kaum ein anderer Sektor. Der Umsatz dieser Branche lag 2009 bei über 36 Milliarden Euro. Auch hier überwiegt die typische Mittelstand-Struktur mit überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen. Und viele davon sind auf ihren Spezialgebieten weltweit führend. Als Querschnitts-Technologie entwickelt der Maschinenbau Technologien und Prozesse, die im Alltag der Menschen unentbehrlich sind, zum Beispiel bei der Wasseraufbereitung, Energieversorgung, Lebensmittelverarbeitung oder Herstellung von Kleidern. Rund 70 % der hier produzierten Maschinen und Anlagen gehen in den Export.

Das Bundesland lebt von der Industrie und diese ist zudem Basis und Motor für Forschung, Wachstum und Wohlstand. Etwa 37 der 100 größten deutschen Unternehmen haben ihren Sitz an Rhein und Ruhr. Jedoch das eigentliche Rückgrat bildet der Mittelstand. 99 % der Unternehmen, mehr als 70 % der Arbeitnehmer und mehr 80 % der Auszubildenden gehören zum Mittelstand. Und so lässt sich mit Recht behaupten, dass Nordrhein-Westfalen eine Wirtschaftsmacht im Mittelstand ist. Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky zeigt sich davon überzeugt, dass das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen und insbesondere des Mittelstandes immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Die Probleme des Klimawandels, der Energieversorgung und die Herausforderungen des demografischen Wandels werden nur mit innovativen Lösungen und der technischen Kompetenz der Unternehmen anzugehen sein.
Cluster spielen hierbei eine besondere Rolle, da sie durch die räumliche und thematische Fokussierung von Know-how und Erfahrungen Innovationen schneller in den Markt bringen. Nordrhein-Westfalen verfügt über die 16 Landescluster hinaus über eine vielfältige, sich dynamisch weiterentwickelnde Cluster-Landschaft. Regionale Initiativen, Netzwerke und die Initiative Produktion-NRW arbeitet eng mit den bestehenden regionalen Clustern zusammen, um landesweit alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette des Maschinenbaus miteinander zu vernetzen und den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Politik voranzutreiben und mit der Hilfe von Fördermitteln Innovationen und Verbesserungen zu initiieren.

NRW zeigte Best Practices

Die Vision der Initiative Produktion-NRW ist es, das Land zum wichtigsten Standort für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland zu machen. Um langfristig erfolgreich zu sein und im Wettbewerb zu bestehen, müssen sich Unternehmen, Politik und Gesellschaft unter anderem gemeinsam in Bezug auf verschiedene Handlungsfelder und Erfolgsfaktoren positionieren. Die Stichworte dazu sind: Vernetzung, Globalisierung, Komplexitätsbeherrschung, Finanzierung, Ressourceneffizienz und demografischer Wandel. So sieht es Produktion-NRW als Aufgabe, die Unternehmen bei Ausbau und Weiterentwicklung ihrer Positionierung und strategischen Ausrichtung zu unterstützen.

Auf der letzten Hannover Messe zeigten 35 Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand sowohl ihre Kompetenz als auch die Leistungsfähigkeit. Mit einer Mischung aus interessanten Exponaten, Gesprächen und Vortragsprogramm schaffte man einen gelungen Mischung aus Fachinformationen sowie den daraus resultierenden Kontaktanbahnung. Am ersten Messetag erwartete die Besucher eine vielbeachtete Podiumsdiskussion zum Thema ‚Gemeinsam sind wir stark‘. Zudem diskutierte die Runde, ob der oft beschriebene Facharbeiter- und Ingenieurmangel tatsächlich in den Unternehmen angekommen ist und wie Unternehmen diesem begegnen.

Chancen durch die Elektromobilität

Da bei der Elektromobilität in den nächsten Jahren mit einer dynamischen technischen und wirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen ist, wappnet sich NRW auch dafür. Da im Nationalen Entwicklungsplan der Bundesregierung gemeinsam mit Wissenschaft, Industrie und Politik eine konzertierte Strategie von der Grundlagenforschung bis hin zur Markteinführung für Elektromobilität entwickelt und vorangebracht werden soll, wird dies auch für NRW einen neuen Innovationsschub bringen.

Das Land steht bei dem Thema Energie an vorderster Stelle und ist gleichzeitig einer der bedeutenden Automobilstandorte. Rund 700 000 Pkws und Nutzfahrzeuge bringen nordrhein-westfälische Produzenten jährlich auf den Markt. Wegen der vorhandenen Infrastruktur für die Stromversorgung wird von verschiedenen Akteuren aus Industrie, Forschung und Politik die Option gesehen, mittelfristig Lösungen für die Elektromobilität in den Markt bringen zu können.
Grundlage aller Aktivitäten ist der Masterplan ‚Elektromobilität Nordrhein-Westfalen‘, der unter anderem den zügigen Auf- und Ausbau der Regionen Rhein-Ruhr als Modellregion für Elektromobilität vorsieht. Die zentralen Ziele sind: Bis zum Jahr 2020 sollen in Nordrhein-Westfalen mindestens 250.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antriebsstrang unterwegs sein. Der Marktanteil der Zuliefererindustrie auf diesem Gebiet soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Und ein weiteres Ziel ist es, über die bestehenden Unternehmen hinaus zusätzliche Automobilhersteller- und Zulieferer im Lande anzusiedeln, um den erwarteten Marktumbruch zur Elektromobilität als Chance für den Industriestandort zu nutzen. Zusätzlich engagiert sich das Land  mit einem Förderwettbewerb Elektromobilität, für die bis zu 60 Millionen Euro Landes- und EU-Mittel bereitstehen

Imagepflege ist wichtig

Der sich verschärfende Fachkräftemangel ist auch eine Gefahr für die Zukunftsperspektiven insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. Vielen Firmen fällt es gerade in der derzeitigen Hochphase schwer, offene Stellen mit qualifizierten Kräften zu besetzen. Das gilt vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die bei potenziellen Mitarbeitern nicht so bekannt sind wie mancher große Konzern. Deshalb ist ein zielgerichtetes Gewinnen qualifizierte Arbeitskräfte, ein großes Thema. Die ansässigen Unternehmen wie zum Beispiel Lenord + Bauer, Turck oder Phoenix Contact haben vielfältige Imagekampagnen initiiert, die schon erfolgreich greifen.  

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"Die Kraft des Unternehmens sind meine Mitarbeiter." Ulrich Turck, TurckTurck

Interview mit Ulrich Turck, Turck

Innovation sind im Mittelstand zu Hause

„Ideen für viele Produkte im Produktportfolio der Großen stammen aus den Entwicklungsabteilungen des Mittelstandes“, sagte Ulrich Turck einmal provokativ und verweist auf die individuelle Struktur eines Familienunternehmens als Grundstock für gute Ideen. Wo Unternehmensgeschichte gleich Familiengeschichte ist, darf zumindest ein kleines Stück aus der Gründerzeit nicht fehlen. „Der Vertrieb des Sensor-, Feldbus-, Interface- und Anschlusstechnikspezialisten Turck wird von Mülheim an der Ruhr aus gehandelt und die Entwicklungen erwachsen in Halver“, formuliert Turck das Vorgehen. Von dem kleinen Ort im Bergischen Land werden die Weichen für Entwicklungen von morgen gestellt. Das Unternehmen ist sehr dezentral aufgestellt und so lässt sich auch die Philosophie im Hause Turck gut beschreiben: Wenig Hierarchie und viel Verantwortung auf zahlreichen Schultern. Und dafür sind gut ausgebildete, interessierte und verlässliche Mitarbeiter eine wichtige Basis.

Familienkultur im besten Sinne

Der Name des Mülheimer Unternehmens steht natürlich zum einen für den Familienname und damit für die Privatperson. Zum anderen steht er aber auch für eine weltweit operierende Firma mit Sitz im Herzen von Nordrhein-Westfalen. Und wie bei allen inhabergeführten Firmen ist auch hier die Geschichte der Firma eng mit der Geschichte des Standorts verzahnt. Seit 1998 lenkt der studierte Elektrotechniker Ulrich Turck die Geschicke als geschäftsführender Gesellschafter. Nach seinem Studium war er zuerst bei der Deutschen Luft- und Raumfahrt tätig und trat erst 1986 als Angestellter ins Familienunternehmen ein. Er erlebte die Gründung der Firma hautnah mit: Sein Vater Hans Turck sammelte nach Abschluss seines Ingenieur-Studiums zunächst Erfahrung in der Elektrobranche, bevor er sich mit einem Ingenieurbüro in Mülheim selbstständig machte, aus dem später die Hans Turck GmbH & Co. KG hervorging. 1965 verkaufte er das erste eigene Produkt, einen Verstärkerbaustein, den sein Bruder Werner im sauerländischen Halver produzierte. Durchschlagenden Erfolg hatte man mit dem berührungslos wirkenden induktiven Näherungsschalter, welcher den weit verbreiteten mechanischen Schalter durch einen elektronischen Schalter ablöste. Es war die Geburtsstunde der Sensortechnik bei Turck. Noch heute ist der Produktbereich eine wichtige Säule des Geschäftes.

Dabei ist Ulrich Turck der Philosophie treu geblieben, ein mittelständisches Unternehmen mit Familienkultur im besten Sinne zu führen. Wachstum wird weniger durch Zukäufe, sondern organisch durch Produktinnovationen generiert. Umsatzzahlen, aber auch zahlreiche erste Plätze bei Innovationsauszeichnungen sind Belege für den Erfolg dieser Geschäftspolitik. „Die Kraft des Unternehmens sind meine Mitarbeiter.“ Nicht zuletzt der Tradition der schlanken Strukturen und der guten Kommunikation sowie der geteilten Verantwortung schreibt er es zu, dass die Firma hervorragende Leute gewinnen konnte. Ein Mix aus Akademikern bis hin zu Abzubildenden bildet das Unternehmen. Familienkultur drückt sich eben auch darin aus, dass Kinder von Mitarbeitern im Betrieb anfangen oder dass man hier auch schon mal die Frau des Lebens findet. Zukunftsorientiertes Denken spiegelt sich in neuartigen Ausbildungskonzepten wie dem dualen Studium genauso wider wie beim Engagement für die neue Technische Fachhochschule in Mülheim-Bottrop.

Die Kombination macht‘s

Ulrich Turck legt großen Wert auf ein angenehmes, kooperatives Betriebsklima und erfüllt mit seinem gesellschaftlichen Engagement eine Vorbildfunktion. Nicht umsonst hat das ‚Mülheimer Bündnis für Familie‘, ein Zusammenschluss von Stadt, Kirchen, Wirtschaft, Handwerk, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden, Turck zum dritten Mal die Auszeichnung ‚Familienfreundlicher Betrieb‘ vergeben. Als besonders familienfreundlich zeichnet sich die Arbeitszeitgestaltung aus, Stichworte sind hier Teilzeit, individuell vereinbarte Arbeitszeit, Job-Sharing sowie Teilzeitmodelle speziell für Väter. Bei der Kinderbetreuung bietet man Arbeitsunterbrechung oder bei Betreuungsausfall den Aufenthalt im Unternehmen an oder Mitarbeiterkinder können in der Kantine essen. Ulrich Turck, selbst Vater von drei Kindern, sieht in der Familie die Keimzelle der Unternehmens-Kultur. Auf die Frage, ob gute Produkte am Fertigungs-Know-how oder an der Ausbildungsqualität der Mitarbeiter liegen, antwortete er, „Im Großen und Ganzen kann man sagen, es ist das Produktionsniveau in Kombination mit den Kenntnissen der Mitarbeiter. Es liegt an der Technologie, die man von allen Seiten beherrschen muss. Einerseits ist eine hochpräzise Fertigung gefragt, bei engen Toleranzen. Auch die Zusammensetzung des Gehäusematerials ist so wichtig, dass kleinste Veränderungen ein anderes Ansprechverhalten hervorrufen können. Andererseits müssen natürlich auch die Mitarbeiter, vom Konstrukteur bis zur Frau an der Maschine, immer auf dem neuesten Stand der Technologie sein.“

Global denken, lokal handeln

Mit der Philosophie, global zu denken, aber lokal zu handeln, und dem Anspruch, stets Problemlösungen zu bieten, sind die Mülheimer in der Lage, sich weltweit den Bedingungen lokaler Märkte anzupassen. „Die Kernkompetenz des Unternehmens bleibt aber auch in Zukunft in Nordrhein-Westfalen und somit in Deutschland“, betont Turck.

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"Das einstige Land von Kohle und Stahl ist heute ein Hightech-Standort mit weltweiter Relevanz." Roland Bent, Phoenix ContactPhoenix Contact

Interview mit Roland Bent, Phoenix Contact

Ausbilden und Kooperationen eingehen

Roland Bent studierte Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik an der Fachhochschule Lippe/Höxter in Lemgo. Heute ist er bei Phoenix Contact Geschäftsführer für Marketing und Entwicklung. Zu seinem Verantwortungsbereich gehört auch die Führung der Geschäftsbereiche Überspannungsschutz, Interfacetechnik und Automation. Sehr verbunden ist Bent auch seiner Heimat Nordrhein-Westfalen und sprach mit der Redaktion der IEE über den Wirtschaftsstandort.

Geben sie uns ein paar schlagende Fakten für den Wirtschaftsstandort NRW?

Der Wirtschaftsstandort NRW lebt nicht nur von seinen urbanen Ballungszentren an Rhein und Ruhr, sondern hat auch in ländlichen Regionen beste Möglichkeiten für die produzierende Industrie. Das Land ist infrastrukturell sehr gut erschlossen und bietet eine gewachsene und breite Industrie-Landschaft, durch die eine große Zahl an Fachkräften in den unterschiedlichsten Disziplinen ausgebildet worden ist. Nordrhein Westfalen besitzt darüber hinaus eine exzellente Hochschullandschaft, die gerade in den ländlichen Gebieten ein Potenzial von hoch qualifizierten Fachkräften mit festen Wurzeln in den Regionen schafft. Hieraus resultieren eine hohe Loyalität der Mitarbeiter und eine vergleichsweise geringe Fluktuationsrate. Das ermöglicht Unternehmen eine langfristige und kontinuierliche Entwicklung. Um unseren eigenen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern zu decken, setzen wir auf die eigene Ausbildung von Fachkräften sowie auf enge Kooperationen mit den regionalen Hochschulen.

Regionale Cluster haben am Image des Produktionsstandorts NRW stark mitgewirkt. Ist Ihr Unternehmen in einem dieser Cluster tätig?

Wir sind seit einigen Jahren in der regionalen Cluster-Initiative OWL Maschinenbau aktiv. Die Region Ostwestfalen-Lippe ist mit rund 300 Unternehmen des Maschinenbaus der zweitgrößte Maschinenbau-Cluster in Deutschland. In der Initiative kommen wesentliche Weltmarktführer mit kleinen und mittleren Unternehmen des Maschinenbaus zusammen. Auch führende Unternehmen der Zulieferbranche sind dabei. Der Zusammenschluss verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche und technologische Leistungskraft der Maschinenbau-Region Ostwestfalen-Lippe wahrnehmbar zu machen und zu stärken. Die Initiative ‚Innovation und Wissen‘ der OWL Marketing GmbH, bei der wir aktiv mitwirken, hat unter dem Begriff ‚Intelligente technische Systeme Ostwestfalen-Lippe‘ eine Cluster-Initiative initiiert, die sich derzeit um eine der fünf Spitzencluster-Förderungen bewirbt, die die Bundesregierung ausgelobt hat. Auch in dieser Initiative zeigt sich eine Stärke der Region: Diese liegt in der engen Vernetzung von Unternehmen, die ein breites technologisches Spektrum repräsentieren und untereinander sowie mit der lokalen Wissenschaftslandschaft kooperieren.

Die NRW-Wirtschaft hat in den vergangenen drei Jahrzehnten einen enormen Strukturwandel bewältigt: vom einstigen Zentrum der deutschen Schwerindustrie zu einem zukunftsfähigen Standort mit einem ausgewogenen Mix aus Industrie und Dienstleistungen. Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger kündigte im Rahmen der ‚Jahrestagung ExzellenzNRW 2011‘ an, neue nachhaltige Leit- und Zukunftsmärkte zu definieren. Wie sehen Sie das?

Diese neuen und nachhaltigen Zukunfts- und Leitmärkte liegen im Bereich der erneuerbaren Energien, der Verkehrsinfrastruktur, der Elektromobilität, der intelligenten elektrischen Energieverteilungs-Netze sowie der Energie- und Ressourceneffizienz. All dieses sind Themenfelder mit enormen Wachstumspotenzialen. Sie sind zudem sehr eng mit der Zukunft der Automatisierungstechnik verknüpft. So gesehen können wir eine Strategie, die die Forcierung dieser Märkte für NRW zum Ziel hat, nur begrüßen und mittragen. Das einstige Land von Kohle und Stahl ist heute ein Hightech-Standort mit weltweiter Relevanz. Es ist mit seinen Unternehmen auf vielen Gebieten der umwelt- und klimaschonenden Technologien führend. Diese Position zu stärken und weiter auszubauen wird ein ganz wichtiger Zukunftsfaktor für die Wirtschaftsregion NRW.

Ihr Unternehmen entwickelt und produziert Komponenten für die Automatisierungstechnik. Wo sehen Sie noch Expansions-/Entwicklungsbedarf, auch in anderen Märkten wie zum Beispiel der Elektromobilität?

Die klassischen Märkte der Fabrik-, Prozess- und Gebäudeautomation werden sich auch zukünftig dynamisch weiter entwickeln. Die Automatisierungstechnik wird an neuen Märkten partizipieren, denn die aktuellen Anforderungen des Klimaschutzes und der Energiewende lassen sich nur mit einem wesentlich höheren Einsatz von Automatisierungstechnik lösen. Energieeffizienz, regenerative Energien, smarte Netzstrukturen und die Elektromobilität erfordern zur Umsetzung  insbesondere Innovationen der Automatisierungstechnik. Auch in den sozialen Infrastrukturen und urbanen Versorgungssystemen wie im Wasser-/Abwasserbereich und in der gesamten Verkehrslogistik und -infrastruktur wird die Automatisierungstechnik eine wesentliche Rolle spielen. Unter dem Motto ‚Lösungen für die Zukunft‘ haben wir in den letzten Jahren konsequent die Kompetenzen unseres Unternehmens sowohl im Produkt- als auch im Engineering- und Beratungsbereich ausgebaut. So rechnen wir mit einer zunehmenden Wachstumsdynamik bei uns, getrieben durch diese Märkte.

Stichwort: wirtschaftlicher Aufschwung. Ein Blick in die Glaskugel: Wo geht die Reise in den nächsten Jahren hin?

Leider haben auch wir keine Glaskugel – jedenfalls keine, die für zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen eine einigermaßen verlässliche Aussage macht. Nach dem beispiellosen Absturz der Weltwirtschaft in den Jahren 2008 und 2009 haben wir in 2010 und im ersten Halbjahr 2011 gerade in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau einen unglaublichen Aufschwung erlebt. Das Auf und Ab der wirtschaftlichen Entwicklung hat inzwischen eine Dynamik bekommen, die langfristige Vorhersagen über die nächsten Jahre nur sehr schwer ermöglichen. Wenn sich die Turbulenzen, die derzeit die Währungskrise ausgelöst hat; nicht zu einem nachhaltigen Orkan an den Finanzmärkten entwickeln, rechnen wir mit einem guten Wirtschaftswachstum in Deutschland und für unsere Industrie auch im zweiten Halbjahr 2011. Unter der Prämisse, dass es nicht zu disruptiven Veränderungen kommt, wie wir sie 2008 durch Lehman und Co. erlebt haben, kann auch 2012 durchaus noch ein gutes, wenn auch moderateres Wirtschaftswachstum mit sich bringen.

Harald Wollstadt

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: ist Chefredakteur der IEE.

(hw)

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