Nach den Zahlen der VDMA-Blitzumfrage im Januar haben sich die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen der Maschinen- und Anlagenbauer durch Auftragseinbußen/Stornierungen verringert. VDMA

Nach den Zahlen der VDMA-Blitzumfrage im Januar haben sich die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen der Maschinen- und Anlagenbauer durch Auftragseinbußen und Stornierungen verringert. (Bild: VDMA)

Der Maschinen- und Anlagenbau zieht eine gemischte Bilanz für das abgelaufene Jahr, so das Ergebnis der 9. VDMA-Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, an der 575 Mitgliedsunternehmen teilnahmen. 20 % der Unternehmen schließen demnach das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang ab. Immerhin ist der Anteil der Firmen, die ein Minus vermeiden konnten, seit Ende September von 13 auf 21 % gestiegen. „Zahlreiche Maschinen- und Anlagenbauer profitierten von der konjunkturellen Belebung im vierten Quartal des vergangenen Jahres und gingen mit Schwung ins neue Jahr“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Etwa jedes sechste Unternehmen konnte dadurch das Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus zwischen 0 und 10 Prozent abschließen.” Aber auch die Unternehmen mit Umsatzrückgängen weisen geringere Verluste aus als noch im letzten Sommer befürchtet. Auf Basis der nun vorliegenden Umsatzzahlen 2020 melden 42 % der Unternehmen Umsatzeinbußen in Höhe von 10 bis 30 Prozent. Anfang Juli 2020 erwarteten noch 54 % der Betriebe einen Umsatzrückgang in dieser Größenordnung.

Auftragslage der Maschinenbauer hat sich verbessert

Ifo-Institut: Geschäftsklima im Januar verschlechtert

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar 2020 gefallen. Bild: Ifo Institut

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar 2021 gefallen.


Ifo-Institut

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich insgesamt verschlechtert, auch im Verarbeitenden Gewerbe, meldete das Münchner Ifo-Institut. Der-Ifo Geschäftsklimaindex fiel im Januar um knapp 2 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 90,1 Punkte. Was die aktuelle Geschäftslage betrifft, so wird auch diese im Januar schlechter beurteilt als im Dezember, ausgenommen im Verarbeitenden Gewerbe.

Die Auftragslage hat sich in den vergangenen Monaten nach und nach verbessert. Aktuell berichten noch 14 % der Unternehmen von gravierenden Auftragseinbußen; im September des vergangenen Jahres lag dieser Wert doppelt so hoch. 39 % der Befragten melden merkliche Einbußen im Ordereingang. Und 15 % der Unternehmen sehen sich nun nicht mehr durch Auftragseinbußen oder Stornierungen beeinträchtigt – das sind 9 Prozentpunkte mehr als der Vergleichswert im September 2020.

Insgesamt sind die Unternehmen auch etwas optimistischer für die Entwicklung der Auftragslage in den nächsten drei Monaten. 23 % der Unternehmen erwarten, dass sich die nachfrageseitige Entspannung fortsetzen wird (September 2020: 20 %). 13 % glauben dagegen an eine Verschärfung der Auftragslage in den kommenden Monaten (September 2020: 17 %). „Die Zuversicht unter den Maschinen- und Anlagenbauern bezogen auf die Nachfrage ist beachtlich“, befand Wiechers. Denn in vielen Ländern gebe es „nach wie vor hohe Infektionsraten sowie Lockdowns und damit einhergehend eine große Verunsicherung.“ Außerdem habe die Befragung nach dem letzten Ministerpräsidententreffen mit der Bundeskanzlerin stattgefunden. „Die dort vereinbarten Entscheidungen sowie die Verordnung des Arbeitsministers zum Homeoffice waren den Umfrageteilnehmern also bekannt”, sagte Wiechers.

Reisebeschränkungen und Lieferketten bleiben eine Sorge

Laut Umfrage sehen sich immer noch 88 % der Unternehmen durch Reise- oder Aufenthaltsbeschränkungen beeinträchtigt. 79 % der Befragten bewerten die mangelnde Planbarkeit als problematisch. Nicht zuletzt geraten auch die Lieferketten wieder unter Druck. „Im vergangenen Herbst berichteten 10 Prozent der Unternehmen von merklichen oder gravierenden Beeinträchtigungen in ihren Lieferketten. Nun melden dies mit 20 Prozent doppelt so viele Unternehmen“, erklärte Wiechers.

Kapazitätsanpassungen sind rückläufig

Die zuletzt spürbare konjunkturelle Belebung wirkte sich zuletzt auch positiv auf die Kapazitätsanpassungen der Unternehmen aus. 48 % der Betriebe haben Kurzarbeit, 47 % arbeiten mit Einstellungsstopps. Im September letzten Jahres berichteten noch 64 % der Betriebe von Kurzarbeit, 62 % hatten Einstellungsstopps verhängt. Trotzdem sei die Lage am Arbeitsmarkt „weiter angespannt“, urteilte Wiechers, denn rund jedes fünfte Maschinenbauunternehmen „baut aktuell Personal ab oder plant dies in absehbarer Zeit“.

75 % der Maschinenbauer erwarten Umsatzwachstum

Für 2021 sind viele Unternehmen zuversichtlich, die Folgen der Pandemie Schritt für Schritt überwinden zu können. Etwa drei von vier Unternehmen rechnen mit einem Umsatzwachstum. Fast jedes zweite Unternehmen stuft ein Plus zwischen 0 und 10 % als realistisch ein. Je 43 % der Unternehmen erwarten Fortschritte insbesondere auf den Absatzmärkten China und Nordamerika. Auf dem Absatzmarkt China halten sogar weitere 14 Prozent der Unternehmen eine deutliche Verbesserung für möglich. „Die Entwicklung auf den europäischen Absatzmärkten einschließlich Deutschlands sehen die Maschinen- und Anlagenbauer dagegen weniger positiv. Speziell in Deutschland erwarten 65 Prozent keine Veränderung zum Besseren“, erläuterte der VDMA-Chefvolkswirt. Grundsätzlich aber bleibe die Lage im Maschinenbau im laufenden Jahr „äußerst labil und angespannt“. Für eine Entwarnung sei es zu früh.

(dw)

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