Entwicklung der nachfrageseitigen Störungen im Auftragseingang – Auftragseinbußen und Stornierungen – bei deutschen Maschinen- und Anlagenbauern laut VDMA-Umfragen.

Entwicklung der nachfrageseitigen Störungen im Auftragseingang – Auftragseinbußen und Stornierungen – bei deutschen Maschinen- und Anlagenbauern laut VDMA-Umfragen. (Bild: VDMA)

| von Gunnar Knuepffer

Laut der dritten Blitzumfrage des Industrieverbands vom 17. April 2020 nehmen viele Betriebe Kapazitätsanpassungen vor.

Die Lage im Maschinenbau hat sich aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie nochmals verschärft. Ende März berichteten bereits 84 % der vom VDMA befragten Mitgliedsunternehmen von Beeinträchtigungen, inzwischen hat sich dieser Wert auf bei 89 % der neuesten Umfrage mit 790 beteiligte Unternehmen erhöht.

Zudem hat sich die relative Verschiebung der Probleme fortgesetzt: hin zu nachfrageseitigen Störungen, sprich: Auftragseinbußen oder Stornierungen. „Insgesamt melden 45 % der Unternehmen merkliche, 32 % der Befragten sogar gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen.

Die Lieferketten stehen aber ebenfalls weiter unter starkem Druck“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Das Epizentrum der Störungen liegt weiterhin in Europa. Mehr als 90 % der Maschinenbauer gaben jeweils angebots- beziehungsweise nachfrageseitige Störungen aus Europa an. Nachfrageseitig kommt es auch zu hohen Ausfällen aus den USA (47 %). In China scheint sich die Lage dagegen zu stabilisieren.

Wie schätzen deutsche Maschinen- und Anlagenbauern die Entwicklung von Beeinträchtigungen in den nächsten 3 Monaten ein? Dritte Blitzumfrage des VDMA vom 17.4.2020.

Wie schätzen deutsche Maschinen- und Anlagenbauern die Entwicklung von Beeinträchtigungen in den nächsten 3 Monaten ein? Dritte Blitzumfrage des VDMA vom 17.4.2020. VDMA

Mehr als drei Viertel der Unternehmen sehen für die nächsten drei Monate noch keine Entspannung der gestörten Lieferketten, 28 % der Unternehmen erwarten sogar, dass sich die Lage verschlechtert. Die Entwicklung der Auftragslage sehen die meisten Befragten sogar noch kritischer – nachfrageseitig erwarten 43 % eine Verschärfung der Situation. Mit Blick auf die erwarteten Umsätze hat sich die Einschätzung der Unternehmen nicht wesentlich geändert: ähnlich wie im März gehen etwa 60 % der Firmen von Umsatzrückgängen zwischen 10 und 30 % für das Gesamtjahr 2020 aus.

Große Firmen bauen Kapazitäten ab

Der Anteil der Unternehmen, die Kapazitätsanpassungen durchführen, ist in den letzten drei Wochen von 75 auf 83 % angestiegen. „Immer mehr Unternehmen schicken Ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit und veranlassen Produktionsstopps und Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft. Dabei nutzen große Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Euro Jahresumsatz diese Instrumente zur Kapazitätsanpassung häufiger als mittelständische Unternehmen“, erläuterte Wichers.

Sollte es in absehbarer Zeit zu einer Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kommen, erwarten je ein Drittel der Unternehmen, dass sie 1 bis 3 Monate beziehungsweise 3 bis 6 Monate für eine Rückkehr zur Normalauslastung benötigen. Mehr als 20 % der befragten Firmen rechnen sogar mit 6 bis 12 Monaten für diesen Schritt.

(dw)

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