Eckdaten

OLEDs haben eine niedrige Stromaufnahme, weisen einen hohen Kontrast auf und sind auch von leistungsschwachen CPUs einfach anzusteuern. Mit leuchtstarken Farben lassen sie sich in viele Geräte vom Designer-Kaffeeautomaten bis hin zum portablen Blutdruck-Messgerät integrieren. Das Potenzial der Technologie ist noch nicht ausgeschöpft und Weiterentwicklungen machen die Displays noch attraktiver.

Seit großflächige OLED-Displays hergestellt werden können und kommerziell verfügbar sind, rückt diese Technologie auch in das Bewusstsein der Elektronikmarkt-Kunden. Was bedeutet OLED? Die Abkürzung steht für „Organic Light Emitting Device“. Dabei bezeichnet „organic“ die Materialien, die zur Funktion des Displays beitragen – es sind Materialien der organischen Chemie. Im Gegensatz dazu basieren TFT auf Halbleiter-Materialien der anorganischen Chemie.

Bild 1: Vergleich der Spezifikation von OLED und TFT.

Bild 1: Vergleich der Spezifikation von OLED und TFT. Hy-Line Computer Components

Im Folgenden soll der Oberbegriff „LCD“ für alle Flüssigkristall-Technologien stehen. LCDs mit niedrigem Komplexitätsgrad sind passiv ausgeführt. Im Falle einer Matrix heißt dies, dass externe Treiber Pegel für Zeile und Spalte anlegen. Aufgrund der anliegenden Differenzspannung wird das Pixel im Schnittpunkt zur Änderung seines Zustands angeregt. Bei OLEDs ist dies ebenso; die hier betrachteten Grafik-Displays in Passiv-Matrix-Technologie reagieren auf die Differenz zweier Spannungen, die an den Elektroden eines Pixels anliegen. Aktive Displays hingegen haben an den Kreuzungspunkten der Matrix Schaltelemente wie zum Beispiel Transistoren.

Grundlegende Unterschiede zu LCDs

LCDs wirken als Ventil für existierendes Licht. Abgesehen von reflektiven Displays modulieren LCDs das Licht, das von einer Lichtquelle, meist einer Anordnung von LEDs, hinter dem Display stammt. Die Transparenz aller Schichten liegt deutlich unter 10 %, das heißt, 90 % des Lichtes gehen verloren.

Bild 1 zeigt die typischen Parameter zweier äquivalenter Module in OLED- und TFT-Technologie im Vergleich. Beim LCD ist die Leistungsaufnahme unabhängig vom Bildinhalt konstant, während sie bei OLEDs mit der Zahl der aktiven Bildelemente zunimmt.

OLED und LCD im Vergleich

Bild 2: Vergleich der Farbräume von OLED und TFT.

Bild 2: Vergleich der Farbräume von OLED und TFT. Hy-Line Computer Components

Da OLEDs kein Backlight benötigen, können sie dünner als LCDs ausgeführt werden. Die organischen Materialien bestimmen die Wellenlänge und damit die Farbe des Lichts. Während beim LCD das Anlegen einer Spannung ausreicht und kein Strom in das Display fließt, muss beim OLED ein Strom durch das Bildelement fließen, damit es Licht emittiert. Anders als LCDs mit Backlight können sie weniger Energie verbrauchen, da nur die aktiv leuchtenden Bildelemente Strom aufnehmen. OLEDs erreichen ohne zusätzliche Streufolien einen weiten Betrachtungswinkel von nahezu 180° ohne Farb­abweichung oder Kontrastverlust. Da die Leuchtmaterialien anders als bei TFTs nicht auf das Back­light-Spektrum und die Durchlasskennlinie des Farbfilters abgestimmt werden müssen, wird ein großer Farbraum (Gamut) erreicht. Siehe dazu Bild 2. Der Kontrast von OLEDs ist sehr hoch, da in dunklen Bereichen kein vom Backlight beleuchteter Hintergrund durchscheint. Hat der Hersteller den Fertigungsprozess und besonders die Abschottung gegenüber Umwelteinflüssen im Griff, ist ein weiter Temperaturbereich möglich.

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