Das Radarsystem überwacht mit mehreren Scanner flexible Sicherheitszonen.

Das Radarsystem überwacht mit mehreren Scanner flexible Sicherheitszonen. Inxpect

Im Auto sind Radarsysteme eine feste Größe. Luca Salgarelli, Mitbegründer und CEO von Inxpect sowie Ausgangspunkt der Wette bringt mit seinem italienischen Unternehmen die Technologie auch in die Industrie. Er ist davon überzeugt, dass „eine echte technologische Revolution bevorsteht, die uns dazu veranlassen wird, die Einsatzbereiche von Radar neu zu definieren.“ Seine Antwort auf die Wette vor vier Jahren: das sichere LBK Radarsystem.

Warum Radar?

Ob Staub...

Ob Staub… Inxpect

...Nebel...

…Nebel… Inxpect

LBK_water

…oder Wasser – das LBK Radarsystem überwacht auch unter schwierigen Bedingungen. Inxpect

Lichtschranken, Laserscannern oder Kameras brauchen immer eine direkte Sichtlinie zu dem Objekt, das sie ‚beobachten‘ sollen. Dies funktioniert jedoch nur in einer sauberen Umgebung und nicht in Räumen, die durch störende Elemente wie Rauch, Staub, Wasser, Öl oder Späne verunreinigt sind. Die Radartechnologie, die elektromagnetische Funkwellen verwendet, umgeht das Problem.

Zentrales Element des Systems ist ein Sicherheitscontroller, der bis zu sechs Radarsensoren verwaltet. Es verfügt über zwei Sicherheitsrelaisausgänge, drei redundante integrierte Sicherheitseingänge und zwei digitalen Meldeausgängen. Jeder Sensor überwacht einen engen beziehungsweise weiten Bereich von 50° horizontal und 15° vertikal beziehungsweise 110° horizontal und 30° vertikal. Dabei deckt ein Sensor maximal eine Reichweite von 4 m ab, wobei Anwender den überwachten Bereich in einen Warn- und Gefahrenbereich einteilen können.

Flexible Sicherheitskonzepte

Jeder Sensor lässt sich individuell konfigurieren und miteinander kombinieren. So können sowohl ein weiter oder schmaler Schutzraum eingerichtet werden. Dies hängt auch davon ab, in welcher Höhe der Sensor installiert wird, welche Neigung (horizontal/vertikal) der Sensor hat und von der Konfiguration des Warnraums. Auch über die Anzahl und Anordnung der Sensoren sind unterschiedliche Schutzbereichszonen möglich, etwa eine 360°-Abdeckung. Zugelassen ist das System für eine Montage bis 3 m Höhe und kann bis zu drei getrennte Bereiche ausblenden (Muting), was flexible Sicherheitszonen ermöglich. Das vermeidet Stillstandszeiten und erhöht die Produktivität. Der maximale Sicherheitsbereich beträgt 15 m Breite.

Das LBK System verfügt über zwei Sicherheitsfunktionen: Bei der Zutrittsabsicherung sendet das System beim Betreten des Warnbereichs ein Signal, welches die gefahrbringende Bewegung verlangsamt. Wird der Gefahrenbereich betreten, gibt es ein Stopp-Signal beispielsweise für einen Roboter. Zudem verhindert es mit der Wiederanlaufsperre den unerwarteten, automatischen Neustart der Maschine.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Die variable Anordnung der Sensoren ermöglicht unterschiedliche Sicherheitskonzepte.

Die variable Anordnung der Sensoren ermöglicht unterschiedliche Sicherheitskonzepte. Inxpect

Das Radarsystem eignet sich zur sicheren Überwachung von 3-dimensionalen Schutzräumen. Haupteinsatzgebiet des LBK Sicherheits-Radarscanners ist daher die Bereichsabsicherung. Es unterscheidet dabei anhand der Bewegung des Objekts sicher zwischen einem Menschen und einer Maschine. Anwender können das System so empfindlich justierten, dass es sogar die Atembewegung einer Person detektiert. An die Steuerungseinheit, die auch eine kleine Sicherheits-SPS ist, lassen sich zudem Not-Halt bzw. Schutztürschalter und Resettaster anschließen.

Eine typische Applikation ist das Überwachen beim Beladen oder Abladen von Paletten-Förderbändern per Stapler. Um zu vermeiden, dass beim Materialtransport irrtümlich Menschen mit in den Gefahrenbereich kommen, werden hier üblicherweise Mutingsysteme eingesetzt. Zudem sind oft manuelle Rücksetzfunktionen erforderlich. Mit dem LBK System braucht es weder Lichtgitter noch Flächenscanner und der Wiederanlauf kann sicher gestaltet werden.

Bei FTS-Applikationen ist der Aufbau von Schleusen möglich, die ohne Scannersysteme auskommen. In der Holz- und Steinbearbeitung entfallen die bekannten Probleme mit der optischen Sicherheitstechnik.

Per App konfigurieren

In der Software lassen sich die Scanner und damit die Sicherheitszonen konfigurieren und im nächsten Schritt validieren.

In der Software lassen sich die Scanner und damit die Sicherheitszonen konfigurieren und im nächsten Schritt validieren. S-Connect

Mit der mehrsprachigen Safety App lassen sich die bis zu sechs Sensoren und die Steuerungseinheit, sowie Warn- und Sicherheitsbereiche einfach und schnell konfigurieren. Sollte keine Steuerungseinheit verfügbar sein lässt sich die Applikation auch mit einer weiteren Simulator App vorkonfigurieren. Mittels Einbinden von Maschinenzeichnungen können Anwender die Applikationen schnell und maßstabsgetreu virtuell zusammenstellen.

Zulassung nach Maschinenrichtlinie

Eine EG Konformität nach Maschinenrichtlinie besteht für die Normen EN/ISO 13849 (PLd) und EN 62061 (SIL 2). Für die Validierung gibt es in der Software ein Tool und eine Herstellerbeschreibung. Onlinediagnosen für Fragen, ob die Sensoren richtig eingestellt sind und ob sie korrekt funktionieren sowie Wartungsintervalle können automatisiert abgerufen werden. Dabei wird der Anwender Schritt für Schritt durch das Wartungsintervall geführt.

Für Deutschland übernimmt S-Connect Safe Solutions den Vertrieb, Anbieter im Bereich funktionaler Sicherheit. Zusammen mit Inxpect und Kunden aus der Automobilbranche hat das Unternehmen bereits Abnahmeprotokolle standardisiert und in der Praxis angewendet. Zudem hat S-Connect viele Applikationen im Feldeinsatz aufgebaut und verfügt über Know-How in der Anwendung, Installation und Inbetriebnahme des LBK Systems. Durch den Direktvertrieb hat es außerdem Zugriff auf die neuesten Firm-/ Hardwareversion.

Veranstaltung ‚Roboter in der Verpackungsindustrie‘

Die Veranstaltung richtet sich primär an Betreiber aus der verpackenden Industrie, Verpackungsmaschinenbauer sowie Hersteller von Roboterlösungen und Komponenten und dient als Plattform zum Austausch zwischen Anwendern und Lösungsanbietern. Hüthig

Die Veranstaltung richtet sich primär an Betreiber aus der verpackenden Industrie, Verpackungsmaschinenbauer sowie Hersteller von Roboterlösungen und Komponenten und dient als Plattform zum Austausch zwischen Anwendern und Lösungsanbietern. Hüthig

Roboter kommen mittlerweile in faktisch jedem Bereich des Verpackungsprozesses zum Einsatz. Und das gilt schon lange nicht mehr nur für Hochlohnländer in Europa, die ihre Wettbewerbsfähigkeit durch erhöhte Automatisierung sichern wollen, sondern auch für Emerging Markets wie Indien und China, die aufgrund einer schwer planbarer Personalfluktuation auf Roboter in der Produktion angewiesen sind.

Zusammen mit den Kollegen des Verpackungstitels neue verpackung veranstaltet die IEE darum am 30. Oktober 2019 in München die Praxistagung „Roboter in der Verpackungsindustrie“. Die Veranstaltung gibt einen Überblick zum bereits technisch Möglichen in Form von Best-Practices sowie einen Ausblick in die (nicht allzu ferne) Zukunft. Begleitet beziehungsweise ergänzt wird die Veranstaltung durch eine kleine Fachausstellung.

Weitere Informationen, natürlich inklusive der Möglichkeit zur Anmeldung, finden Sie unter www.verpackungsroboter.com.