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Praktisch nicht sichtbar aber von hohem Nutzen: Die Leiterplatte trägt ihre Identität immer bei sich.
Der RFID-Chip ist unauffällig an der Leiterplattenkante eingebettet und vergossen.

Durch die Einbettung eines RFID-Chips in einem der ersten Produktionsschritte der Leiterplattenherstellung ist die Identifikation, Fälschungssicherheit und Rückverfolgbarkeit der Leiterplatte von Anfang an möglich. Auf dem RFID-Chip von Murata lassen sich beispielsweise Informationen über Revisionsstand, Firmware, die Reparatur- und Upgrade-Historie oder Anti-Manipulations-Informationen gespeichert und über ein Lesegerät ohne Sichtkontakt einlesen. Während des Produktlebenszyklus ist es möglich, weitere Informationen und Daten auf den Chip zu schreiben, so dass der RFID-Chip alle Produktinformationen bis hin zur möglichen sortenreinen Trennung der verbauten Materialen für den Recyclingprozess zur Verfügung stellt.

Beta Layout lizenziert sein Verfahren an Leiterplattenhersteller zusammen mit Schmoll Maschinen. Leiterplattenhersteller können dort die so genannte Magic Application Machine (MAM) bestellen und Embedded-RFID unter Beta-Layout-Lizenz nutzen. Der Soforteinstieg ohne Investition in eine eigene Maschine ist im, RFID Service Center von Beta Layout möglich. Leiterplattenhersteller können ihre vorbereiteten Fertigungsnutzen an das Unternehmen schicken, wo die RFID-Chips mit der MAM bestückt, vergossen und die Nutzen als ‚Magic-PCB‘ zur weiteren Bearbeitung beim Hersteller wieder zurück geliefert werden.

Die Applikatormaschine fräst in die Kante der Platine einen Schlitz, in den der Chip versenkt wird – dazu muss die Leiterplatte wenigstens 1,2 mm dick sein. Anschließend erfolgt der Verguß mit Epoxidharz. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sich der Identifikationschip praktisch nicht mehr entfernen lässt, ohne das Board zu beschädigen. Darüber hinaus ist der Platzbedarf minimal – immerhin ist am Rand der Platine nur selten Funktionslayout zu finden. Auf diese Weise wird praktisch die Leiterplatte zum RFID-Tag. Diese Art der Markierung eröffnet neue Möglichkeiten: Der Chip kann von Beginn des Fertigungsprozesses mit Daten über den Fortgang des Produktionsverlaufs versorgt werden. Es stehen also nicht nur eindeutige Identifikationsmerkmale zur Verfügung, sondern, wenn gewünscht, die gesamte Dokumentation des Fertigungsprozesses.

Jederzeit Lesen und Schreiben

Im Demonstrationspaket Basic-RFID-Kit finden sich ein Schreib/Lese-Modul, das per USB-Kabel mit dem PC verbunden wird, eine RFID-Antenne für den Nahbereich sowie eine für mittlere und hohe Reichweiten, eine Magic-PCB-Platine mit eingebettetem RFID-Baustein sowie vier Mini-Leiterplatten, die ebenfalls mit Funkchips ausgestattet sind. Darüber hinaus sind im Paket jeweils 4 x 10 RFID-Chips für eigene Antennen-Designs enthalten. Neben der nötigen Treibersoftware stellt der Hersteller die Smart-Reader-App bereit. Sie erlaubt es, Daten aus dem RFID-Tag auszulesen oder sie in den Tag zu schreiben. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind die Übernahme der Informationen in ein Textfeld eines beliebigen Computerprogramms sowie die Verknüpfung der Dateninhalte mit einer Webapplikation. Eine sinnvolle Anwendung dafür wäre beispielsweise, dass beim Betätigen einer Tastenkombination die individuelle Produktseite der Leiterplatte abgerufen wird, die alle relevanten Produktdaten enthält.