Bildergalerie
Illustre Runde: MIPS-Veteranen Joe DiNucci, John Hennessy, Bob Miller, Skip Stritter und Moderator Dave House vom Computer Museum (v.l.n.r.).
John Hennessy, heute Präsident der Stanford University, erfand mit seinem Team die RISC-Architektur.

Haben Sie eine Stunde Zeit und Lust, sich mit einem spannenden Kapitel der der Prozessorgeschichte zu beschäftigen? Vieles von dem, womit wir uns heute bei MCUs und CPUs auseinandersetzen müssen, findet seine Wurzeln in den siebziger und achtziger Jahren. Der Blick zurück ist dabei ebenso informativ wie unterhaltsam – und dass sich Geschichte gerne wiederholt, stellen die Teilnehmer immer wieder fest.

Die Idee für RISC-Prozessoren entstand aus einer einfachen Überlegung: Statt den Mikrocode der CISC-Prozessoren soweit aufzublasen, dass er den damaligen Compilern genügt, dachte das Team von Dr. Hennessy an der Stanford Universität: „Lass uns den Compiler auf die Hardware-Ebene herunterbringen. Der übersetzt jeden Befehl dann nur einmal pro Programm, und nicht jedesmal bei der Ausführung.“ Seine Gruppe machete mit der RISC-Idee ganau das, was Wissenschaftler so tun: Sie schrieben ein Paper und dachten, weil die Idee so gut ist, wird die Industrie sie übernehmen. Doch es kam anders – warum und wie daraus die Firma MIPS entstand, erfahren Sie in einem kurzweiligen, einstündigen Video auf Youtube.

Dreißig Jahre nach der Geburt der MIPS-Architektur nimmt Dr. Hennessy, inzwischen Präsident der Stanford Universität, mit weiteren ehemaligen MIPS-Kollegen Rückblick auf die Entstehung und Weiterentwicklung der leistungsfähigen Architektur, die sich von ihrer führenden Position im wachsenden Workstation-Markt der 1980er Jahre zum Erfolgsträger in mehreren heutigen Märkten etabliert hat. „John Hennessy, Bob Miller, Skip Stritter und Joe DiNucci haben als Pioniere und Risikoträger der frühen MIPS- und RISC-Tage bahnbrechende Entwicklungen eingeleitet“, betont John Hollar, Präsident und CEO des Computer-History-Museums. „Mit großem Stolz präsentieren wir dieses Programm als Inspiration für nachfolgende Ingenieure und Unternehmer.“

Einige Würze erhält die Diskussion übrigens dank ihres Moderators: Dave House war 22 Jahre bei Intel, davon 13 als General Manager der Mikroprozessorabteilung – und damit exakt der Hauptkonkurrent des MIPS-Teams.