Mit dem Automatisierungssystem sind Anwender in der Lage, alle gebäudetechnischen Anlagenkonzepte auf Basis der Engineering-Software Suite Top Control 8 zu engineeren, in Betrieb zu nehmen, zu visualisieren und alle Managementfunktionen zu realisieren.

Mit dem Automatisierungssystem sind Anwender in der Lage, alle gebäudetechnischen Anlagenkonzepte auf Basis der Engineering-Software Suite Top Control 8 zu engineeren, in Betrieb zu nehmen, zu visualisieren und alle Managementfunktionen zu realisieren. Priva

Das Gebäudeautomationssystem Blue ID von Priva vereinfacht die Hardwaremontage und -verdrahtung von Anlagen und Schaltschränken. Es steht unter dem Motto ‚Ein Draht eine Klemme‘. Das bedeutet: Für jede Modulverbindung gibt es einen eigenen Steckverbinder. Mehrfachbelegungen sind überflüssig und das Durchschleifen von Signalen vereinfacht sich. Außerdem sind die Verbindungen sicher und nicht mehr störanfällig. Die I/O-Module sind mit modernen Push-in-Steckverbindern mit Federklemmen ausgestattet. Die flexible Verdrahtung erfolgt ohne Adern-Endhülsen und wird, wie Massivkernadern, direkt in die Federklemme gedrückt. Der permanente Kontaktdruck der Federklemmen sorgt für eine zuverlässige Verbindung. Es wird kein Werkzeug benötigt und das Überdrehen der Klemmen ist nicht möglich. Die vereinfachte Verbindungstechnik verringert den Verdrahtungsaufwand, senkt Material- und Zeitaufwand, erhöht die Zuverlässigkeit und spart somit Kosten.

Alle Ein- und Ausgangsmodule sind separat galvanisch vom System getrennt. Daraus ergeben sich viele Anschlussmöglichkeiten für Feldgeräte und Systeme von Drittanbietern, weil Kreis- und Leckströme auf ein Minimum beschränkt werden. Sollte in bestimmten Fällen keine galvanische Trennung erforderlich sein, kann die Versorgungsspannung für die digitalen Ausgangsmodule einfach mit einer Drahtbrücke an benachbarte I/O-Module weitergegeben werden. Für Schaltschrankbauer bringt dies den Vorteil, dass nicht für jedes Ausgangsmodul eine Leitung zur zentralen Spannungsversorgung hergestellt werden muss. Zudem wird die Verdrahtung übersichtlicher.

Egal ob horizontal oder vertikal montiert

Mit der klickbaren Basis bietet das Automatisierungssystem eine Lösung für das Bestücken von Schaltschränken mit geringem Zeitaufwand: Die Basis – mit oder ohne Funktionseinheit – lässt sich einfach auf Standard-DIN-Schienen montieren. Für das Anschließen sind kein weiteres Montagematerial und keine Werkzeuge nötig, sodass sich auch hier Kosten einsparen lassen. In den meisten Fällen ordnen Installateure Module auf horizontal befestigten DIN-Schienen an. Die einzelnen Komponenten des Automatisierungssystems sind aber so gestaltet, dass die I/O-Module auch bei vertikaler Befestigung uneingeschränkt funktionieren. Beim Planen von Schaltschränken kann dies der ausschlaggebende Faktor sein, um den verfügbaren Platz optimal auszunutzen. Insgesamt sind auch weniger Kabelkanäle nötig. Das macht die Schaltfelder übersichtlicher und verringert so den Zeitaufwand für die Inbetriebnahmen. Umverdrahtungen oder Fehlersuchen kann der Techniker problemlos durchführen, Wartungsarbeiten oder Erweiterungen sind einfacher. Ein Codierungssystem nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip verhindert außerdem, dass sich Funktionsmodule auf die falsche Grundplatte stecken lassen. Zusätzliche Übersicht gibt eine farbliche Zuordnung der Komponenten. Denn nur Grundplatte und Modul mit gleicher Farbkennung passen zusammen.

Freie Wahl der Feldgeräte

Das Automatisierungssystem ist mit praktisch allen marktüblichen Feldgeräten kompatibel und lässt sich mit den gängigen Bussystemen einsetzen. Beispiele sind BACnet, Modbus, M-bus, LON und KNX. Die verschiedenen Kommunikationsprotokolle lassen sich per Software den geeigneten physischen Schnittstellen zuordnen. Die Protokollvielfalt ist besonders bei Sanierungsprojekten vorteilhaft, weil sich bestehende Installationen nutzen und Umbauten ohne große Betriebsunterbrechungen durchführen lassen.

Ein Codierungssystem nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip verhindert, dass Funktionsmodule auf die falsche Grundplatte gesteckt werden können. Zusätzliche Übersicht gibt eine farbliche Zuordnung der Komponenten.

Ein Codierungssystem nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip verhindert, dass Funktionsmodule auf die falsche Grundplatte gesteckt werden können. Zusätzliche Übersicht gibt eine farbliche Zuordnung der Komponenten.Priva

Das Automatisierungssystem selbst beruht vollständig auf Ethernet-Technik, die Kommunikation zwischen und mit Controllern erfolgt über IP-Pakete. Mit der Technologie ‚2-Wire‘ lässt sich jedes beliebige Twisted-Pair-Kabel für Ethernet verwenden. Auch dies ist für die Sanierung von Gebäudeleitsystemen interessant. Die 2-Wire-Technik bietet viele Freiheiten bei der Gestaltung der Topologie und ermöglicht hohe Datenübertragungsraten. Auch die Übertragung über größere Distanzen ist kein Problem: Gegenüber der gängigen 100-m-Reichweite ist die IP-Kommunikation bis zu einer Distanz von 500 m möglich.

Für unterschiedliche Anwendungsszenarien stehen vier verschiedene Netzwerkmodule bereit: Sie verfügen je nach Ausführung über ein bis zwei RJ45-Anschlüsse, einen Anschluss für Power over Ethernet und eine Kopplung zum 2-Wire-Netzwerk. Das bedeutet, dass innerhalb des Automatisierungssystems keine Ethernet-Switche von Dritten nötig sind. Die eigenen Netzwerkmodule sind auf das System abgestimmt. Für Installateure und Schaltschrankbauer vereinfacht sich so auch die Beschaffung.

Diagnose mit der Lebenslinie

Eine weitere, sicherheitsrelevante Neuheit des Automatisierungssystems ist die Möglichkeit des Hot-Swap: Sowohl Controller als auch Module lassen sich unter Spannung entfernen. Das bedeutet, dass ein Auswechseln einzelner Module ohne Betriebsunterbrechung jederzeit erfolgen kann. Ein einfacher, aber sicherer Verschlussmechanismus ermöglicht es, dass auch ungeübtes Personal ein Modulaustausch durchführen kann.

Durch die Komponententrennung ergibt sich die Möglichkeit, Controller und Module erst im Zuge der Inbetriebnahme auf der Baustelle zusammen zu stecken. Dies schützt die Systeme vor der oft turbulenten Endphase eines Projektes bis hin zur Übergabe.

Neu ist auch die ‚Life Line‘: Sind alle Controller und Module im Schaltschrank in Betrieb, leuchtet eine blaue, durchgängige Lebenslinie über den Controllern und Modulen auf: Bei Fehlermeldungen sieht man nach dem Öffnen des Schaltschranks sofort die Unterbrechung der Linie und somit die Fehlerquelle. Eine Diagnose ist dadurch leicht.

Einfaches Engineering

Mit der Engineering Software lassen sich bereits realisierte Projekte für neue Planungen nutzen.

Mit der Engineering Software lassen sich bereits realisierte Projekte für neue Planungen nutzen. Priva

Das Softwaretool Top Control 8 sorgt für das schnelle und einfache Erstellen von Anlagenkonzepten. Denn der Nutzer kann beispielsweise mit Drag and Drop seine Projekte aus der Modulbibliothek heraus entwickeln. Alle relevanten technischen Unterlagen werden dabei weitgehend automatisch erstellt. Realisierte Planungen lassen sich als Vorlage für neue Projekte zur späteren Verwendung speichern. Außerdem ist das Bedienen von Anlagen mit der automatisch generierten Visualisierung immer möglich. Durch das Speichern von Projektdaten und Trendgrafiken sind sämtliche Management-Funktionen für das Betreiben von Projekten gegeben. Auch ein vollständiger Zugriff auf die Projekte über das Internet ist standardmäßig möglich. Die auf der SD-Karte eines Controllers enthaltenen relevanten Daten sind jederzeit zum Abruf verfügbar.

Die automatisch generierte Visualisierung macht das Bedienen jederzeit möglich.

Die automatisch generierte Visualisierung macht das Bedienen jederzeit möglich.Priva

Für die Bedienung wird nur ein Standard-Webbrowser benötigt – Anwender können also jederzeit von jedem Ort aus auf ihr Gebäudeleitsystem zugreifen. Für die technischen Abteilungen von Unternehmen oder Facilitymanager hat die Bedienung über das Web die Vorteile, dass sie keine speziellen Ports öffnen und kein Versionsmanagement für Spezialsoftware durchführen müssen. Benötigte Softwareaktualisierungen des Betriebssystems können Installateure und Servicetechniker zudem eigenständig durchführen.