Auf die Schnelle

Das Wesentliche in 20 Sek.

  • Beep reduziert die Anzahl benötiger IP-Adressen
  • Bis zu 33 Module werden in Linientopologien unter einer Adresse zusammengefasst
  • Der Austausch von Beep-Slaves erfolgt konfigurationslos
  • Mehrere Beep-Subnetze sind kombinierbar
Das Backplane Ethernet Extension ­Protocol (Beep) ist für alle digitalen Module der Block-I/O-Familien von Turck verfügbar.

Das Backplane Ethernet Extension ­Protocol (Beep) ist für alle digitalen Module der Block-I/O-Familien von Turck verfügbar. ©Josiah.S – tock.adobe.com

Ein Gerät – drei Protokolle! Unter diesem Motto steht Turcks Multiprotokoll-Technologie, die I/O-Module in die Lage versetzt, ohne Hardware-Anpassungen in Profinet-, Ethernet/IP- und Modbus-TCP-Netzen zu arbeiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es sind weniger Geräte-Varianten vorzuhalten. Mit dem Backplane Ethernet Extension Protocol, kurz: Beep, erreicht Turck einen weiteren Meilenstein. Beep löst ein in großen Netzwerken häufig auftretendes Problem: In solchen Anlagen können IP-Adressen rar werden. Außerdem ist die Anzahl an Verbindungen, die Steuerungen verwalten können, begrenzt. Das Protokoll fasst bis zu 33 I/O-Module mit insgesamt 480 Byte Prozessdaten unter einer einzigen IP-Adresse zusammen. Ein solches Subnetz benötigt nur eine IP-Adresse und kommuniziert über eine einzige Verbindung mit der Steuerung – unabhängig davon, ob es sich um ein Profinet-, Ethernet/IP- oder Modbus-TCP-Netzwerk handelt.

Beep vereinfacht Kommunikation

In einem Beep-Netzwerk (Subnetz) agiert ein Modul als Master, die anderen maximal 32 Module als Slaves. Jedes Block-I/O-Modul kann entweder als Beep-Master oder -Slave fungieren. Das hat zwei Vorteile: Zum einen müssen Anwender keine speziellen Gateways (Master) mit proprietärer Verkabelung zu den Slaves (I/O-Modulen) anschaffen, um Subnetze zu etablieren und IP-Adressen zu reduzieren. Zum anderen entstehen durch die Reduktion der IP-Adressen I/O-Netzwerke mit hoher Dichte. Das ermöglicht es, kostengünstigere Steuerungen mit einer geringeren Zahl von unterstützen Verbindungen einzusetzen.

Beep verlangt eine Linientopologie: Mehrere Beep-Subnetze können hintereinander in einem Strang konfiguriert werden. [2] Jedes I/O-Modul kann als Beep-Master oder -Slave konfiguriert werden.  Turck

Beep verlangt eine Linientopologie: Mehrere Beep-Subnetze können hintereinander in einem Strang konfiguriert werden. Turck

Eine weitere Eigenschaft von Beep: Es funktioniert mit allen gängigen Ethernet-Komponenten. Auch die Konfiguration ist über den integrierten Webserver einfach gehalten: Der Projekteur definiert das erste Gerät in einem Strang als Beep-Master. Alle nachgeschalteten Module erhalten dadurch automatisch ihre Zuordnung als Slave. Dabei speichert der Beep-Master die Konfiguration aller Slaves. Sollte also ein Modul auf Grund eines Defekts oder aus anderen Gründen ausgetauscht werden müssen, lässt sich das per Drop-in erledigen. Der eingesetzte Slave wird automatisch vom Beep-Master erkannt und mit den entsprechenden Parametern versorgt. Eine erneute manuelle Konfiguration ist nicht notwendig.

Bei der Konfiguration ist zu beachten, dass ein Beep-Netzwerk immer in einer Linientopologie installiert sein muss. Dabei hat der Beep-Master stets eine statische IP-Adresse, wohingegen den Beep-Slaves keine IP-Adressen zugewiesen sind. Auch können mehrere Beep-Netzwerke hintereinander in einer Linie betrieben werden: ein neuer Beep-Master beendet das vorherige Subnetz.

Multiprotokoll-Ethernet

Unter dem Begriff Multiprotokoll bietet Turck Feldbus-Gateways und Block-I/O-Module an, die Profinet RT, Modbus TCP und Ethernet/IP in einem Gerät vereinen. Die Multiprotokoll-Geräte erkennen nach dem Hochfahren den jeweiligen Master und stellen sich selbstständig auf das entsprechende Protokoll ein, ­lassen sich somit automatisch in jedem der drei Ethernet-Systeme betreiben. ­Zudem ist auch der lesende Zugriff über Modbus TCP auch bei einer bestehenden Steuerungsverbindung über Profinet oder Ethernet/IP möglich. Über diese Funktion können beispielsweise HMIs, aber auch Edge-Gateways und Cloud-Systeme, parallel zur SPS auf alle Prozesswerte zugreifen.
Bei Profinet unterstützen die Module Real Time (RT) Conformance Class B mit ­Topologie-Erkennung und automatischer Adresszuweisung sowie Schnelles ­Hochfahren (FSU) mit < 150ms und Ringredundanz (MRP).
Die Ethernet/IP-Varianten starten ebenfalls innerhalb von 150 ms (Quick Connect), unterstützen die Ringredundanz (DLR) sowie verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten für unterschiedliche Steuerungsumgebungen.
Bei Modbus TCP werden die gängigen Modbus Function Codes unterstützt.

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