Eckdaten

Die ergonomischen Monitorwände von S&T für die neuen Arbeitstische bei der ÖBB Infrastruktur werden über ein Bediengerät angesteuert, das fest in der Schublade des Arbeitstisches integriert ist. Es handelt sich hierbei um einen Embedded-Touch-Panel-PC von S&T. Jeder Monitor kann individuell oder als Teil einer Gruppe angesprochen werden und lässt sich einfach und schnell auf unterschiedliche BedienerInnen einstellen.

Kontron, als Teil der S&T Gruppe, bietet diese HMI-Produktreihe unter der Bezeichnung „FlatClient“ beziehungsweise „FlatView“ an. Die ÖBB befördern im Jahr mehr als 466 Millionen Fahrgäste. Im Streckennetz der ÖBB bewegen sich täglich 6400 Züge, die im Jahr rund 146 Millionen Streckenkilometer zurücklegen. Einen wesentlichen Beitrag für den rund um die Uhr funktionierenden Bahnverkehr leistet die ÖBB-Infrastruktur, ein Teilunternehmen des ÖBB-Konzerns. Die technische und organisatorische Bedienung der Streckenabschnitte erfolgt in den fünf Betriebsführungszentralen (BFZ) der ÖBB, die sich in Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck und Villach befinden.

Sicherheit und Pünktlichkeit sind Voraussetzungen für eine komfortable Reise mit der Bahn.

Sicherheit und Pünktlichkeit sind Voraussetzungen für eine komfortable Reise mit der Bahn. Kontron

Die Flat Client Panel PCs sind in vielen Varianten verfügbar und decken Displaygrößen von 10,4 bis 23,8 Zoll ab.

Die Flat Client Panel PCs sind in vielen Varianten verfügbar und decken Displaygrößen von 10,4 bis 23,8 Zoll ab. Kontron

Das Gehäuse ist vollständig aus Metall gefertigt.

Das Gehäuse ist vollständig aus Metall gefertigt. Kontron

Für die Arbeitsplätze der DisponentInnen stand 2015 ein Generationswechsel an. Neue Bildschirme sowie Bediengeräte, die den aktuellen Bedingungen für den Arbeitnehmerschutz entsprechen, sollten die vorhandene Infrastruktur ablösen. Grundlage für die Ausschreibung war ein Lastenheft, in dem die funktionalen Anforderungen im Detail definiert worden waren. Bis zum Zuschlag an das auf IT- und Embedded-Lösungen spezialisierte Unternehmen S&T vergingen etwa acht Monate. An rund 200 Arbeitsplätzen sollen jeweils zehn beziehungsweise elf Monitore sowie ein Touch-Panel-PC die vorhergehende Generation der Monitore ersetzen.

Komplexe Arbeitsplätze disponieren den Zugverkehr

Die Arbeitsplätze der ÖBB-DisponentInnen sind mit Monitorwänden ausgestattet und unterliegen dem Arbeitnehmerschutzgesetz, die Bildschirme müssen dazu die gesetzlichen Vorgaben für Bildschirmarbeitsplätze erfüllen. In dieser Verordnung sind nicht nur technische Anforderungen beschrieben, sondern beispielsweise auch Regelungen für den ergonomischen Standort eines Bildschirmarbeitsplatzes sowie Arbeits- und Ruhezeiten festgelegt.

Darüber hinaus müssen einige der eingesetzten Systeme die vorgegebenen Sicherheits-Integritätslevel (SIL) einhalten, welche eine sichere und zuverlässige Anzeige auch für Sicherheitsfunktionen, beispielsweise von Stellwerksbedienoberflächen, ermöglichen. So müssen Monitore in Anwendungen mit bestimmten Stellwerksbauarten den höchsten Sicherheits-Integritätslevel, SIL4, erfüllen, um ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit sicherzustellen.

Die rund 200 Bedien-Arbeitsplätze in den Betriebsführungszentralen (BFZ) der ÖBB haben nichts mit klassischen Büroarbeitsplätzen gemein. Jeder einzelne ist mit einer Monitorwand ausgestattet, die sich aus zehn oder elf Monitoren zusammensetzt. An diesen Tischen werden Bilder dargestellt, die für die sichere und pünktliche Disposition des Zugverkehrs sowie Bedienung der Stellwerke notwendig sind. Auch die fahrplanbasierte Zugdisposition wird, teilweise automationsunterstützt, für ganze Streckenabschnitte abgewickelt.

Vorausschauend agieren

Hierbei handelt es sich um dispositive Arbeitsplätze, an denen die Mitarbeiter einzelne Bereiche stets im Auge haben und bei Bedarf auch vorausschauend agieren müssen, um den verzögerungsfreien Verkehrsfluss zu gewährleisten. So bilden einige der Monitore Stellwerke ab, deren Funktionen beobachtet werden müssen. Im heutigen Eisenbahnverkehr werden zwar viele Prozesse automatisch abgewickelt, aber ganz ohne den Menschen geht es nicht. Eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Umfeldes ist für DisponentInnen essentiell, damit sie zum Beispiel eine gestörte Komponente auf einen Blick lokalisieren und entsprechende Aktionen anstoßen können.

Auf weiteren Monitoren werden von den DisponentInnen zum Beispiel Handlungen gesetzt, die die Planung und Abläufe der Zugfolgen sowie die Kundeninformation und aktuelle Änderungen zum Inhalt haben. Hier nehmen die MitarbeiterInnen beispielsweise Einträge in elektronischen Meldebüchern vor, tragen Verzögerungen ein und stoßen eventuell notwendige Meldungen sowie Durchsagen an.

Monitore müssen individuelle Anforderungen erfüllen

Das Agieren mit mehreren Bildschirmen stellt hohe Anforderungen an die BedienerInnen. Daher legt die ÖBB großen Wert auf die ergonomische Ausrichtung der Arbeitsplätze, um ein möglichst arbeitnehmerfreundliches Arbeiten zu ermöglichen. Dazu gehören einfache Bedienbarkeit der Geräte und die Option, individuelle Einstellungen leicht und ohne großen Aufwand durchzuführen. Um ihren MitarbeiterInnen komfortable, moderne Arbeitsplätze zu bieten, entwickelten die ÖBB vor rund elf Jahren einen neuen Typ eines individuellen Arbeitstisches für ihre Bedienplätze. Vorgabe des Arbeitnehmerschutzes war es, alle Monitore eines Tisches zentral anzusteuern, damit sich individuelle Benutzerparameter mit nur wenigen Handgriffen ein- und auch auf die ursprünglichen Werte zurückstellen lassen. Diese Form der zentralen Ansteuerung und einfachen Bedienbarkeit war eine Grundbedingung für die Zustimmung des zuständigen Ministeriums

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