VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers

Neben den Absatzeinbußen in wichtigen Märkten wie USA, China und der EU müssen die deutschen Maschinenbauer auch Rückgänge in wichtigen Schwellenländern verkraften. „Ob in Russland, der Türkei, im Iran, in Mexiko oder Argentinien – das Geschäft in diesen ergiebigen Märkten wird uns immer öfter politisch erschwert“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. VDMA

Gedämpft wird der Abschwung für die Maschinenbau-Unternehmen durch eine nach wie vor gute Auftragsreichweite von 8,4 Monaten (Juli 2019). Die Kapazitätsauslastung (86,6 %) konnte so bisher wenn auch knapp über dem langjährigen Durchschnitt gehalten werden. Der Beschäftigtenstand ist mit 1,064 Millionen Menschen im Inland (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) weiterhin hoch. Die reale Produktion bewegt sich inzwischen leicht im Minus; in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sank sie um 0,9 % zum Vorjahr. „Während das erste Quartal 2019 ein Plus von 0,3 Prozent aufwies, ging die Produktion im zweiten Quartal um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück“, erläuterte der VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Zu den wirtschaftlichen Belastungen für die Branche zählt der VDMA die globale Konjunkturschwäche, Handelsstreitigkeiten vor allem zwischen USA und China, den Brexit und den industriellen Strukturwandel. In den USA mehren sich die Anzeichen, dass auch die amerikanische Industrie unter dem Handelsstreit mit China leidet, heißt es bei dem Verband. Und in China wiederum seien die Auswirkungen dieses Zollkriegs immer deutlicher spürbar. Für die Maschinenlieferungen in die EU, dem größten Absatzmarkt, sind die Aussichten ebenfalls durchwachsen. Viele dieser Länder seien aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen mit USA und China Leidtragende des Handelsstreits. Hinzu komme die anhaltende Verunsicherung, wann und wie der EU-Austritt Großbritanniens über die Bühne gehen soll. Auch im Inland habe sich die Lage in der Industrie zuletzt weiter eingetrübt, das Investitionsklima – vor allem in der Automobilindustrie – habe spürbar gelitten.